Volvo: Notbremssystem im ADAC-Test

ADAC testet Volvo-Notbremsassistent ADAC testet Volvo-Notbremsassistent

Volvo: Notbremssystem im ADAC-Test

— 17.11.2010

Bremsbereitschaft mangelhaft

Der ADAC hat Volvos Notbremssystem mit Personenerkennung getestet. Das Ergebnis fällt düster aus. Die technische Entwicklung auf diesem Gebiet ist noch lange nicht abgeschlossen.

Nun bekommt Volvos Notbremssystem zum dritten Mal einen Rüffel. Zwei Mal bereits bescherte das System seinem Entwickler den PR-technischen GAU, als es bei Vorführungen vor Journalisten den erwünschten Stopp gerne mal verweigerte. Nun hat sich der ADAC die Sache mal angesehen. Das unangenehme Ergebnis: Der Assistent sieht schlecht und denkt zu langsam, ist aber immerhin nicht gänzlich unnütz. In dem von Volvo eng definierten Rahmen funktioniert das System gut. Bei geringsten Abweichungen aber treten schwere Mängel auf. Bei Regen beispielsweise gerät der Assistent ins Schwimmen und erkennt Personen auf der Straße nur eingeschränkt. Bei Dunkelheit ist es auch für den Assistenten zappenduster: Er erkennt nichts.

Panne 1: Volvo S60 fährt auf Lkw-Anhänger

An Bord des S60 und V60 hat der ADAC den Notbremsassistenten von Volvo getestet.

Das Notbremssystem kann aber nicht nur schlecht gucken, sondern ist zudem auch noch träge. Beim Test fuhr der Wagen mit einem Tempo von nur 18 km/h. Als fünf Meter voraus ein Dummy auftauchte, lief der Erkennungs-, Warn- und Bremsmechanismus zwar korrekt ab. Die Bremsung aber kam letztlich zu spät, der Dummy war platt.  Erst bei einer Entfernung von acht Metern blieb er unversehrt. Der Grund für die lange Reaktionszeit, ist das aufwändige Verfahren, mit dem die Personenerkennung funktioniert. Digitalkamera und Radarsystem überprüfen ständig den Bereich vor dem Auto. Taucht ein Objekt innerhalb des Fahrtweges auf, gleicht das System die gefundene Struktur mit über 11.000 gespeicherten Silhouetten von Personen ab und gibt notfalls Alarm. Bis das geschehen ist, ist schon eine halbe Sekunde vergangen. Als nächstes beginnt das System damit, den Fahrer optisch und akustisch vor der Gefahr zu warnen. Gleichzeitig bereitet es die Notbremsung vor. Erst 0,7 Sekunden vor dem dann schon unvermeidlichen Crash, bremst das Auto.

Panne 2: Volvo V60 überfährt Dummy

Dennoch klebt der ADAC dem Notbremsassistenten ein kleines Trostpflaste auf: Trotz der der Mängel sorge er für einen Zugewinn an Sicherheit, weil der Fahrer von der Warnfunktion profitiere, auch wenn die Notbremsung gar nicht eingeleitet würde. In jedem Fall warnt der ADAC davor, dass sich die Autofahrer auf Assistenzsysteme verlassen und deshalb ihr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr sinkt.

Autor: Stephanie Kriebel

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