Volvo-Rückrufaktion

Volvo-Rückrufaktion

— 20.12.2002

Der heiße Stuhl

Wegen Brandgefahr ruft Volvo den 850 zurück. Aber nur in den USA. In Europa sehen die Schweden keine Notwendigkeit.

Feuergefahr im Volvo 850. Weil defekte Sitzheizungen Fahrzeugbrände verursachen können, werden in den USA und Kanada 75.000 Autos der Modelljahre 1996 und 1997 nachgebessert. Etwa 50 solcher Fälle sind in Übersee bekannt.

Offenbar bewogen die strengen amerikanischen Verbraucherschutzgesetze und drohende Millionenklagen Volvo zum Rückruf. In Europa dagegen packen die Schweden das heiße Eisen nicht an – trotz diverser Zwischenfälle.

So liegen der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" über 100 Fälle kokelnder Volvo vor. Von dem brennenden Problem berichten auch Fahrer älterer 850-Jahrgänge. Die Klagen reichen von Brandlöchern im Sitz über verschmorte Jacken bis hin zu komplett abgefackelten Autos. In einigen Fällen gab es nur dank glücklicher Umstände keine Verletzten.

Doch statt zu handeln, lässt Volvo die Kundschaft schmoren. "Wir beobachten erst mal die Entwicklung", so Volvos Pressechef in Göteborg Christer Gustavsson. "Die wenigen Fälle in Europa rechtfertigen noch keinen Rückruf." Doch auch die Volvo-Technikabteilung weiß von den überhitzten Sitzen. Dass die Autos nur in Nordamerika zurückgerufen werden, versuchen Volvos Verantwortliche unter anderem damit zu erklären, dass die Sitzpolster dort stärker komprimiert würden. Wegen des Körpergewichts der Amerikaner?

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