Volvo S90 (2016) im Test: Fahrbericht

Volvo S90 (2016): Fahrbericht

— 03.12.2015

Erste Fahrt im neuen Volvo S90

Optisch ein Hingucker, die Qualität stimmt auch. Wie schlägt sich der neue Volvo S90 auf der Straße? Erste Fahrt in der Oberklasselimousine!

Das Heck mag Geschmackssache sein – insgesamt ist der S90 aber ein großer Wurf.

Neustart bei Volvo: Nach dem überzeugenden XC90 bringen die Schweden ihre Oberklasselimousine S90 auf Vordermann. Und die sieht schon mal gut aus, verdammt gut. Gepflegt und stattlich, groß wie eine S­-Klasse. Knapp fünf Meter lang und 1,88 Meter breit. Flach, gestreckt und mit schönen Proportionen: kurze Überhänge, lange Motorhaube, flacher Aufbau. Gut, die Meinungen über das Heck sind geteilt, aber es handelt sich insgesamt um einen großen Wurf, keine Frage. Fast noch schöner wird es an Bord, hier hat Volvo das kühle, skandinavische Design mehr auf edel getrimmt als bisher, feinere Kunststoffe verwendet und sorgfältiger verarbeitet. BMW sollte beim aktuellen Stand schon mal nachdenken, was ihnen dazu einfällt, und auch Audi sollte sich nicht allzu sehr in Sicherheit wiegen – die Schweden haben sicht-­ und spürbar aufgeholt.

Volvo S90 (Detroit 2016): Sitzprobe

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Flach verlaufende Dachlinie mit beengter Kopffreiheit für Große im Fond, 500 Liter Kofferraum.

Platz gibt es genug, dazu straffe, angenehm ausgeformte Sitze, die eher tiefe Position passt bestens. Auch im geräumigen Fond sitzt man bequem, besonders große Menschen werden aber wohl den Kopf etwas einziehen müssen – die abfallende Dachlinie in Coupé-­Form lässt grüßen. Die Technik – die Plattform heißt SPA – teilt sich der S90 mit dem XC90. Vorn wird eine Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern verbaut, hinten eine Integralachse mit (quer lie­genden) Blattfedern aus Verbundwerk­ stoff. Wie bei der Corvette, werden Liebhaber sagen. Gegen Aufpreis gibt es eine Luftfederung für die Hinter­achse.

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Zentrales Element ist der riesenhafte, aufrecht stehende Bildschirm, der viele, viele Funktionen aufnimmt.

Bei den ersten Testfahrten auf einem entlegenen Testgelände im hohen Norden Europas war ein D5-­Diesel für den Antrieb zuständig, kombiniert mit AWD-­Allradantrieb und Achtstufenautomatik. Der Zweiliter­-Vierzylinder tritt mit seinen 235 PS sehr stämmig an – und das ist wörtlich gemeint. Volvo verwendet eine neue, selbst entwickelte Technik gegen das Turboloch, PowerPulse genannt. Dabei wird von einem elektrischen Kompressor Luft verdichtet und in einer Zweiliter­-Druckflasche gesammelt. Beim Beschleunigen wird dann daraus kurz (maximal zwei Sekunden lang) jeweils ein Luftstoß in Richtung Turbo geschickt – um den schnell auf Touren zu bringen. Klingt interessant. Und funktioniert! Der verhältnismäßig kleine Diesel beschleunigt die große Limousine souverän. Dabei bleibt es an Bord auffällig leise, der S90 ist offenbar sorgfältig gedämmt. Und das, was man vom Diesel hört, ist ein freundliches Summen.

Volvo S90 (Detroit 2016): Vorstellung

Die Zusammenarbeit mit der Achtstufenautomatik funktioniert bestens, das Aisin-­Räderwerk reagiert aufmerksam, zügig und sanft. Dazu kommt noch eine erstaunlich direkt ansprechende Lenkung mit schöner Rückmeldung. Respekt, Volvo, das alles habt ihr sauber abgestimmt. Das hier ist absolut kein behäbiger Schwerlaster mehr, sondern eine schnelle, gelassene und unaufgeregte Limousine. Ein Auto, das dich in Ruhe lässt. Los geht es bei uns im Juli, die Preise starten bei 42.750 Euro für den D4­-Diesel mit 190 PS, der hier gefahrene D5 AWD kostet ab 54.450 Euro. Einen Audi A6 3.0 TDI quattro mit 218 PS gibt es ab 52.000 Euro und einen gleich starken BMW 525d xDrive ab 52.200 Euro. Und es sieht so aus, als ob die jetzt einen ernsthaften Gegner mehr haben. 

Technische Daten Volvo S90 D5 AWD Motor: Vierzylinder, Biturbo, vorn quer • Hubraum 1969 ccm • Leistung 173 kW (235 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 480 Nm bei 1750/min • Spitze 240 km/h • 0–100 km/h 7,0 s Antrieb Allradantrieb/Achtstufenautomatik • L/B/H 4963/1879–2019*/1443 mm • Kofferraum 500 l • EU-Mix 4,8lD/100km • CO2 127g/km • Preis 54.450 Euro
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Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Dass der S90 gut aussieht, war vorher klar. Dass Technik und Sicherheit voll auf dem Stand der Zeit sind, auch. Kritik? Bedienung und Menüführung mit dem Riesen-Touchscreen sind nicht immer leicht. Wie gut sich der Volvo fährt, hat mich dann aber doch überrascht. Ein Riesenfortschritt für
 die Schweden.

Stichworte:

Limousine

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