Zwei Hunde und ein Rettungsring: Volvo und Saab benötigen Staatshilfe.

Volvo und Saab in der Krise

— 04.12.2008

Wer rettet die Schweden?

Volvo und Saab sollen heim ins Königreich, verlangen schwedische Politiker. In Schweden sollen bis zu 150.000 Arbeitsplätze bedroht sein, wenn die beiden Marken im Strudel der US-Autokrise pleitegehen.

(dpa) Die akute Not der US-Autoriesen lässt Schweden um seine Traditionsmarken Saab und Volvo zittern. "Im freien Fall" sehen Stockholmer Medien und Branchenbeobachter die beiden Hersteller, seit erst Volvo von der Mutter Ford und am Mittwoch auch Saab von General Motors zum Verkauf angeboten wurde. Dabei steht viel mehr auf dem Spiel als die insgesamt 24.000 direkt betroffenen Jobs. "Auch die Lkw-Hersteller Scania und Volvo sind hochgradig betroffen, wenn nur ein Glied in der Kette wegfällt", schreibt die Tageszeitung "Svenska Dagbladet" mit Blick auf die Vernetzung von Zulieferern und die Forschungskompetenz im Autoland Schweden. Folgt man diesem Gedankengang, bedroht die Krise in Schweden immerhin bereits 150.000 Arbeitsplätze.

Opposition verlangt Engagement

"Wir arbeiten Tag und Nacht, um eine gute Lösung für diese gewaltigen Probleme zu finden", sagte Wirtschaftsministerin Maud Olofsson. Aber sie hielt an der Weigerung der Regierung fest, durch Kredite oder gar den Einstieg als zeitweiliger Eigner Rettungsringe auszulegen: "Es ist nicht Aufgabe des Staates, Autofabriken zu betreiben." Die Steuerzahler müssten verstehen, dass es zu riskant sei, ihr Geld in einer Zeit mit hohen Verlusten für Volvo und Saab für einen Kauf zu investieren. Die Rückführung zu schwedischen Eignern jedenfalls wäre besser für beide Marken, verkünden Sprecher der mächtigen sozialdemokratischen Opposition. Die Regierung solle nun "schnell und entschlossen" handeln und sich zumindest auf eine Teileignerschaft einstellen, verlangt Parteichefin Mona Sahlin. Als mögliche Option wird dabei auch über ein Zusammengehen beider Marken diskutiert.

Mangel an sparsamen Modellen

Saab und Volvo wurden auch im eigenen Land in den letzten Jahren immer heftiger kritisiert, weil beide an ihrer Vorliebe für teure, Sprit schluckende Modelle bis zuletzt festgehalten haben. Auf dem wichtigen US-Markt brachte das Saab im November ein Absatzminus von 32,5 Prozent und Volvo sogar um 46,5 Prozent. Damit war Volvo von allen Ford-Marken die mit den kräftigsten Verlusten. Dabei hatte die schwedische Marke der Mutter in Detroit seit der Übernahme 1999 nach inoffiziellen Stockholmer Berechnungen bis 2005 Gewinne über umgerechnet 3,5 Milliarden Euro eingebracht. Der wesentlich kleinere Konkurrent Saab dagegen kam seit dem Einstieg von General Motors 1990 fast nie aus der Rolle des Verlustbringers heraus und soll 2,5 Milliarden Euro an roten Zahlen geschrieben haben.

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