Volvo V40 (1996-2004)

Gebrauchtwagen Volvo V40 Gebrauchtwagen Volvo V40

Volvo V40 (1996-2004)

— 25.02.2002

Keine Leuchte

Volvos guter Ruf steht auf dem Spiel. Denn anfangs war der Mode-Kombi V40 nur schön - die Qualität kam erst später.

Fahrwerk und Technik

Von Langstreckenrekorden bis zu 2,8 Millionen Kilometern spricht man bei Volvo. Und von absoluter Problemlosigkeit. Die Autos aus Schweden haben sich in der Vergangenheit den Ruf von Marathonläufern erworben. Schwedenstahl eben. Stabil und sicher. Leider tanzt der hübsche Kombi V40 da ein wenig aus der Reihe.

Das fängt schon damit an, dass er gar nicht aus Skandinavien kommt, sondern aus Holland, und zwar aus dem NedCar-Werk in Born. Dort teilen sich S40 (Stufenheck), V40 und Mitsubishi Carisma ein Fließband. Diese Kooperation half Volvo 1996, die Kosten für das neue Modell zu reduzieren – leider auf Kosten der Qualität.

Denn wie auch den Carisma plagen den V40 zahlreiche Probleme an der Vorderachse. Ausgeschlagene Gelenke monieren die TÜV-Prüfer überdurchschnittlich oft. Was kaum auf die Zusammenarbeit mit Mitsubishi zurückzuführen sein dürfte, denn die Untersuchungsexperten hatten bereits beim Vorgänger 440/460 diese Schwachstelle beklagt. Faustregel: Je jünger der Volvo, desto geringer seine Gelenkprobleme.

Doch auch sonst sind frischere V40-Modelle deutlich besser in Form. Kaum ein anderes Fahrzeug unserer Zeit wurde in der Serie so gezielt und häufig verbessert wie der schnieke Schwede. Einerseits gut, andererseits eine Frechheit, Kunden derart als Testfahrer zu missbrauchen. Immerhin endete Kritik häufig in Detailverbesserungen.

Karosserie und Sicherheit

Verbessert wurde beispielsweise die Federung. Alte V40 federn eher unbeholfen hölzern. Erst ab Baujahr 2000 gibt sich das Fahrwerk verbindlicher. Volvo schaffte das durch Feinabstimmung, längeren Radstand (plus 12 mm) und breitere Spur (plus 16 mm). Verschlissene Bremsscheiben sind eher Regel als Ausnahme, Ersatz an der Vorderachse kostet etwa 470 Mark. Die Bremsscheiben wurden im April 97 verbessert. Ihr Durchmesser wuchs auf 15 Zoll; ABS, Bremssättel und Hauptbremszylinder tauschten die Volvo-Techniker kurzerhand aus.

An einem weiteren Problem laborieren die Schweden bis heute: an der schwächlichen Beleuchtung. Bereits im AUTO-BILD-Dauertest-Fahrtenbuch von 1998 und 1999 fand sich wiederholte Kritik, die auch der TÜV bestätigt. Das dürftige Abblendlicht lässt da schon mal den Wunsch nach einer erhellenden Kerze aufkommen. Es gibt aber auch Bereiche, in denen der kleine Volvo seine Besitzer so richtig verwöhnt: beim Korrosionsschutz zum Beispiel. Rost lässt die stark aufgetragene Schutzschicht keine Chance, selbst in den entlegensten Fugen wurde kräftig vorgesorgt.

Beruhigend auch die typisch schwedische Sicherheitsvorsorge. Vier Airbagsschützen Fahrer und Beifahrer – selbstverständlich serienmäßig, ABS ist immer mit an Bord. Das sind neben der flotten Form die stärksten Argumente für den Kauf eines gebrauchten V40. Platz kann es eher nicht sein, denn der fällt bescheiden aus. Noch ein Tipp: Auf jeden Fall einen 40er suchen, der nach April 97 gebaut wurde. Denn in diesem Monat brachten die Schweden ihrem holländischen Kind mit einer besseren Geräuschdämmung das Flüstern bei.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/96 Einführung der Kombi-Version V40 10/98 Schalter und Instrumentengrafik neu gestaltet, Mittelkonsole und Türverkleidung mit neuer Oberflächenstruktur, Lenkrad 15 mm näher beim Fahrer 4/99 Variable Nockenwellenverstellung bei den Motoren 1.6, 1.8 und 2.0, geänderte Motormanagement-Software, neue Einspritzdüsen. Erweiterte Serienausstattung mit WHIPS (Schleudertrauma-Schutzsystem), Tankklappenentriegelung über ZV und Funk-Fernbedienung 2/2004 neuer S40 4/2004 Nachfolger V50 auf Basis des neuen S40

Schwachstellen • klapprige Sache: knacksende Türfangbänder älterer Baujahre • die Beleuchtung ist der größte Schwachpunkt des kleinen Volvo, hier kritisiert der TÜV wiederholt die Einstellung der Scheinwerfer • ebenso gibt die Vorderachse immer wieder Grund zur Fahrt in die Werkstatt • Häufig Ölverlust an Motor und Getriebe • verschlissene Bremsscheiben notiert der TÜV beim V40 öfter als bei anderen Fahrzeugen, dies ist oft auch der Grund für die schwache Wirkung der Fußbremse. Auch die Handbremse wirkt nicht immer gleichmäßig an beiden Seiten, Schuld hat meist Rost an einem der Gelenke, die das Handbremsseil am Bremssattel betätigt

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Volvo V40 2.0, 103 kW/140 PS, Baujahr 1998. Die Ersatzteilpreise können als moderat bezeichnet werden, aufgrund der zahlreichen Detailveränderungen sollte nur beim Markenhändler gekauft werden.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Besonders auffällig ist bei diesem Fahrzeug die Beleuchtungsanlage, ebenso beobachten wir im Rahmen unserer Überprüfungen immer wieder Defekte an der Vorderachse. Bei den Bremsen bemerken wir überdurchschnittlich oft verschlissene Scheiben sowie eine einseitige Wirkung der Handbremse. Eine positive Seite ist der Korrosionsschutz: An Rahmen und tragenden Teilen tritt so gut wie nie Rost auf." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Volvo V40 2.0 (103 kW/140 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 240 Mark im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 9,0 Liter, gemessen 8,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (21/1000 Mark SB): 2496 Mark. Teilkasko (23/300 Mark SB): 318 Mark. Haftpflicht (17): 1712 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 400 bis 600 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 44 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 3000 Mark Verlust

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