Volvo V70: Gebrauchtwagentest
— 10.01.2012
Der große Schwede
Solider Schwedenstahl – das Langzeit-Image von Volvo hat bislang kaum Kratzer erlitten. Doch im V70-Blech gibt es auch Dellen. AUTO BILD zeigt, worauf Sie beim Kauf achten sollten und stellt fünf Alternativen vor.
Volvo-Kombis umgibt eine Aura der Vernunft und Unzerstörbarkeit. Nicht zu Unrecht, die zweite Generation des ausschließlich als Kombi angebotenen V70 (Bauzeit 2000 bis 2007) ist ein überdurchschnittlich sicheres und haltbares Auto, der perfekte
Gebrauchtwagen also. Der Oberklasse-Kombi gilt als protzfreie Alternative zu Mercedes E-Klasse T-Modell und BMW 5er Touring. Beim Blick in die TÜV-Statistik kommen jedoch Zweifel an der Qualität auf: Ab dem sechsten Jahr fallen rund ein Viertel aller V70 durch die Hauptuntersuchung. Kein Grund zur Panik, meistens liegt das nur an ausgeschlagenen Spurstangenköpfen, deren Austausch rund 300 Euro kostet.
Unser Testwagen ist ein V70 2.4D in der Basis-Ausstattung Kinetic. Wesentliche Extras: Parkassistent hinten, fest einbautes Navi, Tempomat. 39.500 Euro hat der V70 neu gekostet. Der Erstbesitzer fuhr in sechseinhalb ...
... Jahren über 211.000 Kilometer. Doch die sind scheinbar spurlos am Volvo vorübergegangen: Nur minimaler Steinschlag kündet von vielen Autobahnkilometern, ansonsten wirkt der große Kombi bestens ...
... gepflegt. Vorbildlich ist das komplett bei Volvo geführte Scheckheft. Der Händler Style Cars in Hamburg verlangt 7900 Euro. Unser Fahreindruck: Der gute optische Eindruck trügt nicht, der V70 fährt wie ein Jahreswagen.
Nichts klappert, der Fünfzylinder-Diesel begeistert mit sattem Durchzug und kernigem Klang. Auf der Hebebühne setzt sich das positive Bild fort: Einzig die Bremsscheiben und die Reifen hinten sind kurz vor der Verschleißgrenze.
Unser Urteil: Dieser V70 hat rund doppelt so viele Kilometer auf dem Tacho, wie für diese Klasse durchschnittlich üblich sind. Aber: Er ist topfit – und nicht teuer. Sein Preis liegt etwa 1000 Euro unter dem Listenwert.
Ein Grund für den Gelenkverschleiß sind die hohen Laufleistungen, Zehnjährige haben meist mehr als 200.000 Kilometer abgespult. Solche Langläufer mit Basis-Benziner (2.4, 140 PS) gibt es schon ab 2000 Euro. Begehrter und teurer sind die sparsamen und durchzugskräftigen Diesel. Die Versionen 2.4D und D5 mit 163 beziehungsweise 185 PS starkem Fünfzylinder bieten den besten Kompromiss aus flotten Fahrleistungen und niedrigem Verbrauch. Exemplare mit weniger als 100.000 Kilometern gibt es ab 10.000 Euro. Selten im Angebot ist die Erdgas-Variante V70 Bi-Fuel mit 140 PS. Am anderen Ende der Leistungsskala steht der sportliche V70 R mit 300 PS und serienmäßigem Allradantrieb (ab 14.000 Euro). Allrad lieferte Volvo auch in rustikaler Optik: Der höhergelegte XC 70 (ab 6000 Euro) mit schwarzen Plastikschürzen surft auf der SUV-Welle, hat jedoch keine Offroad-Talente. Dafür dürfen V70 und XC 70 1800 Kilogramm ziehen.
Was die Stärken und Schwächen des V70 sind und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Außerdem zeigen wir weitere Oberklasse-Kombis, die für weniger als 10.000 Euro zu haben sind.
Volvo V70 im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt
| Kosten für die empfohlene Motorvariante 2.4D |
| Unterhaltskosten |
| Testverbrauch – CO2 |
7,9 l D/100 km – 209g/km |
| Inspektion |
250 bis 700 Euro |
| Haftpflicht (Typklasse 19)* |
661 Euro |
| Teilkasko (Typklasse 34)* |
138 Euro |
| Vollkasko (Typklasse 23)* |
881 Euro |
| Kfz-Steuer (Euro 4) |
386 Euro |
| *Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, Beitragssatz 100 Prozent. |
| Ersatzteilpreise** |
| Lichtmaschine (Austauschteil) |
598 Euro |
| Anlasser (Austauschteil) |
461 Euro |
| Wasserpumpe |
276 Euro |
| Zahnriemen |
291 Euro |
| Endschalldämpfer |
419 Euro |
| Kotflügel vorn, lackiert |
755 Euro |
| Bremsscheiben und -klötze vorn |
404 Euro |
| **Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer. |
| Technische Daten |
| Motor |
Fünfzylinder-Turbodiesel/vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen |
4 je Zylinder/2 |
| Hubraum |
2401 ccm |
| Leistung |
120 kW (163 PS) bei 4000 U/min |
| Drehmoment |
340 Nm bei 1750 U/min |
| Höchstgeschwindigkeit |
210 km/h |
| 0–100 km/h |
9,8 s |
| Getriebe/Antrieb |
Sechsgang manuell/Vorderrad |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte |
70 l/Diesel |
| Länge/Breite/Höhe |
4720/1804/1464 mm |
| Kofferrauminhalt |
485–1641 l |
| Leergewicht/Zuladung |
1635/525 kg |
Das Gebrauchtwagenkauf-Dossier enthält viele Informationen und Ratschläge, die wir in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Jetzt als PDF downloaden.
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Lars Busemann
Fazit
Der Volvo V70 ist ein solider Familienkombi. Seine Stärken: Qualität, Platz und Komfort. Größte TÜV-Schwäche sind ausgeschlagene Spurstangenköpfe, aber die Reparatur ist kein Drama. Selbst mit vielen Kilometern kann ein V70 ein guter Kauf sein – wenn der Preis stimmt.
Kommentare zum Artikel (9)
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ich fahre seit 1993 Volvo, da ich mit allen anderen Herstellern schlechte Erfahrungen gemacht habe. Nach dem Einstieg mit dem seligen 240 haben wir eine 940 Diesel Limousine, 2 945 Kombis Diesel und 2 V70 D 5 Typ II gefahren. Meine üblen Erfahrungen mit Daimler (wir haben noch eine Rostlaube C 200=Franzose mit Stern) und die Berichte von Freunden über VW, Opel oder BMW haben mich immer davon abgehalten diese Marken zu fahren. Als Firmenwagen fahre ich gelegentlich einen A4 Diesel EZ 2012, der klappert, läuft rauh und verbraucht sehr viel mehr wie der D5. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum Volvo bei den Schreiberlingen immer so schlecht weg kommt. Volvo fehlt halt die Lobby.Ich kann nur für den D5 sprechen - 300TKm ohne Kupplung Auspuff Batterie Anlasser Generator Getriebe zu wechseln
wir fahren derzeit einen V70 II D5, der Verbauch liegt, egal ob beladen oder nicht, konstant bei rund 6l auf 100. Und ich fahre zum Leidwesen meiner Frau nicht so langsam.
aber darum geht es nicht. Die Sitze sind perfekt für Langstrecken gemacht. Verarbeitung ist gut. Lenkung ist etwas schwammig, aber das wurde im IIIer besser gelöst. Ladeschläuche sollen auch verbessert worden sein. Bei uns wurde einmal einer ausgetauscht. Aber jetzt mit der neuen Generation keine Probleme, auch unter Volllast. Biser rund 140T Kilometer. Es werden noch mehr kommen. Und danach der nächste V70.
Ich habe einen V70 Bj. 2002 und bis heute 250.000 Km zurückgelegt. Das Fahrzeug ist immer noch Spitze, lediglich die Elektronik, hier musste ein Teil für € 1.900,-- erneuert werden. Der Diesel Verbrauch liegt lt. Bordcomputer bei 5,9 Ltr., Es fällt nach so einem guten Fahrzeug schwer sich davon zu trennen. Ich wüsste auch zur Zeit nicht was ich neues kaufen sollte und bleibe lieber bei meinem " alten ".
Nach Opel Omega (Katastrophe!), BMW (Enttäuschung) und Audi (ganz ordentlich, aber Qualität lässt nach 250.000 km stark nach) bin ich mit dem Qualitätseindruck des V70 (352000 km) sehr zufrieden. Fährt wie in den ersten Tagen. Sehr hochwertige Innenraumverarbeitung! Vorheizer: alle 4 - 5 Jahre reinigen werden, sonst qualmt es. Abdeckrollo: alle Jahre Silikonspray. Der Audi hat viel größere Fahrwerksprobleme gehabt, beim Volvo waren es nach 220000 nur neue Spurstangenköpfe. Musste nur einmal ausserhalb der Regelwartungen die Werkstatt (Vorheizer).
Einmal Volvo, immer Volvo
Also die Aussage: "...es klappert nichts..." kann ich wirklich nicht unterschreiben. Nach 10 Jahren gibt es kaum ein Bauteil, dass nicht klappert :-(
Vom knarzenden Abdeckrollo hinten bis zur Türverkleidung und dem Verriegelungsstift: mein Auto stöhnt und ächzt. Zudem sind die Fahrwerksprobleme mit ausgeschlagenen Spurstangenköpfen und die immer sehr beliebten Stabistreben wahre Meisterwerke schwedischer Automobilbaukunst.
Die Zusatzheizung pufft und qualmt manchmal so herrlich, dass Passanten beim Einparken schon die Feuerwehr rufen wollten.