Volvo V90 D5 AWD (2016): Fahrbericht

Volvo V90 D5 AWD (2016): Fahrbericht

— 03.06.2016

Neuer V90: komfortabel, agil und sicher

Der Volvo V90 löst den V70 ab. AUTO BILD ist den neuen Kombi gefahren und stellte fest: Volvo macht einiges anders – aber nicht alles besser.

In den V90-Kofferraum passen 1527 Liter. Im Vorgänger hatten 1600 Liter Platz.

Neu heißt im Fall des Volvo V90: wirklich neu. Der 4,94 Meter lange Kombi nutzt die skalierbare Produktarchitektur (SPA) und hat damit nichts mehr mit dem Vorgänger (V70) zu tun. Mit 1,88 Meter Breite steht der V90 wuchtig da. Zwölf Zentimeter mehr Länge schaffen Platz für eine mächtige Front und ein schräges Heck, jedoch nicht für mehr Gepäck: 1527 Liter Maximalvolumen bietet der V90, der V70 packte noch 1600 Liter. Schräges Heck, kleinerer Laderaum? Das schockt Verehrer der traditionell kantigen Volvo-Kombis. Denn die jahrzehntelang gepflegte Kantigkeit steigerte Nutzen und Raumangebot. Designchef Thomas Ingenlath opferte sie der eleganteren Linie des V90.

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Der Motor macht einen souveränen Eindruck

Schlanke Linie: Anders als bei seinen Vorgängern ist das Heck des V90 weniger kastig.

Wir fahren los. Auf den mal mehr, häufiger aber weniger gut gepflegten andalusischen Landstraßen macht der V90 einen guten Eindruck. Gegenüber dem XC90 haben die Entwickler das Handling verbessert. Dabei helfen natürlich der erheblich niedrigere Schwerpunkt und das etwas geringere Gewicht. Schon die leichteste Version des Kombis wiegt leer 1,8 Tonnen. Was den V90 nicht daran hindert, flink auf die präzise Lenkung zu reagieren. Die teilt dem Fahrer mit, was er wissen muss. Im weiteren Kurvenverlauf liegt der Kombi ruhig, kommt mit Allrad auch fix aus engen Ecken. Für spontane Kraft sorgt ein elektrischer Kompressor: Der schaufelt verdichtete Luft zum Turbolader. So lungert die Turbine nie lange im nach ihr benannten Loch herum, der große Wagen hängt gut am Gas. Die 235 PS und 480 Nm machen einen souveränen Eindruck, den Vierzylinder hört man nur im Stand heraus. Ansonsten unterdrückt zumindest innen aktiver Gegenschall (Active Noise Cancelling) das Vierzylindergebrumm.

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Seine Leistung wollte der Motor laut Bordcomputer mit 7,2 Litern entlohnt haben. Das ist angesichts der bergigen Topografie ein guter Wert. Dynamischer als frühere Volvo-Kombis ist der V90 also schon mal. Mit der Luftfederung an der Hinterachse inklusive adaptiver Regelung (1970 Euro) ist er auch komfortabler. Lediglich kurze Stöße überstolpert das Fahrwerk – woran die 18-Zoll-Räder ebenso ihren Anteil haben wie an den deutlichen Abrollgeräuschen. Der Diesel macht sich, abgesehen von Vibrationen im Stand, kaum unangenehm bemerkbar. Doch insgesamt überzeugt der Komfort.
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Fummelkram im Kofferraum

Im Innenraum herrscht edles Ambiente. Der V90 ist ein luxuriöser Lastesel.

Nicht überzeugt hat – ausgerechnet – der fummelige Einbau von Laderaumrollo und Gepäcknetz. Beides ist schwer erreichbar und wenn es einmal demontiert ist, fliegen die schweren Teile lose im Auto herum. Das können andere besser und ist der langen Tradition praktischer Kombis nicht würdig.
Dafür gibt es Neues auf dem Gebiet der aktiven Sicherheit: Mit dem V90 führt Volvo im Sommer 2016 teilautonomes Fahren ein. Der Pilot Assist hält bis 130 km/h die Spur. Er folgt dabei den weißen Linien links und rechts der Fahrbahn. In den Vorserienautos ließ sich das System nicht immer aktivieren – wenn, dann funktionierte es jedoch tadellos. Kommt der Volvo von der Fahrbahn ab, greift ein ebenfalls neues System ein: Die Fahrbahnrand-Erkennung lenkt das Auto zurück und bremst, wenn nötig. Die Kollisionswarnung erkennt nun auch Großtiere wie Hirsche und Elche. Relevant ist das vor allem in Schweden und in den USA.

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Mindestens 45.800 Euro verlangen die Schweden

Komfortabel, agil und sicher ist er also, der neue große Kombi von Volvo. Schmerzhaft wird es an der Kasse. Das Einstiegsmodell D4 mit 190 PS starkem Diesel kostet 45.800 Euro, ist allerdings erst ab November 2016 verfügbar. Bis dahin ist der T5 mit 254-PS-Benziner für 53.000 Euro der günstigste V90. Der Diesel D5 AWD mit Allradantrieb und 235 PS kostet mindestens 57.500 Euro. Ein Achtstufen-Automatikgetriebe ist immer serienmäßig.

Volvo V90 D5 AWD (2016): Fahrbericht


Autor: Andreas Of

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