Volvo C30 1.8

Volvo-Verkauf

— 28.10.2009

Ford setzt auf Geely

Ein Verkauf der Ford-Tochter Volvo an den chinesischen Autobauer Geely rückt näher. Wahrscheinlich erfolgt am 2. November 2009 der Zuschlag für Geely, wenn Ford seine Quartalsbilanz vorlegt.

Volvo wird wahrscheinlich an einen chinesischen Autobauer verkauft. Darauf deuteten heute (28. Oktober) Erklärungen sowohl des bisherigen Volvo-Eigners Ford in den USA wie auch die Reaktion des chinesischen Autokonzerns Geely hin. Ford stufte Geely nach dem offiziell aus China eingegangenen Kaufangebot als "bevorzugten Bieter" ein. Konzernchef Li Shufu antwortete mit der Ankündigung, Geely werde Volvo nach einer Einigung als selbstständige Einheit mit Zentrale in Göteborg und selbstständigem Management führen. Als wahrscheinlicher Zeitpunkt für die Bekanntgabe des Verkaufs gilt der 2. November 2009, wenn Ford seine Zwischenbilanz nach dem dritten Quartal vorlegt. Noch sei eine Entscheidung in Sachen Volvo nicht gefallen, teilte der US-Konzern in Dearborn (Michigan) mit.

Ford will keine Volvo-Anteile behalten

"Wir haben keine bestimmte Frist für den Abschluss der Gespräche", sagte Ford-Finanzchef Lewis Booth. Er war zur Erläuterung der Pläne mit Geely eigens zum Volvo-Hauptsitz nach Göteborg gereist. Neben Geely hatten im Sommer ein US-Konsortium "Crown" sowie ein unter dem Namen "Jakob" firmierendes Schweden-Konsortium Kaufinteresse angemeldet. Booth erklärte: "Wir meinen, dass Geely das nötige Potenzial als künftiger Volvo-Eigner hat, um das Unternehmen weiterzubringen und gleichzeitig dessen Unabhängigkeit als schwedische Marke zu bewahren." Ford teilte erstmals mit, dass die bisherige Mutter bei einem Verkauf keine Anteile an Volvo behalten will. Der derzeitige Chef bei dem schwedischen Autobauer, Stephen Odell, sagte zu dem Bescheid aus den USA: "Wir begrüßen das als positiven Schritt nach vorn." Sprecher der schwedischen Metall-Gewerkschaft äußerten sich zurückhaltend oder skeptisch. Geely gilt als außerhalb Chinas kaum aktiv und technologisch wenig profiliert.

Volvo bleibt selbstständig

Der Konzern veröffentlichte am Hauptsitz Hangzhou eine Erklärung, wonach Volvo bei einer Übernahme als selbstständige schwedische Automarke mit Hauptsitz in Göteborg weitergeführt werden soll. Zudem hieß es, die bisherige Volvo-Produktion (in Schweden und Belgien) sowie alle Aktivitäten bei Forschung und Entwicklung würden ebenso unverändert erhalten bleiben wie Tarifverträge und Händlernetze. Über die Unternehmensstrategie solle ein unabhängiges Management in Göteborg entscheiden. Neu öffnen werde sich für Volvo der Zugang zum "chinesischen Automarkt mit seinen enormen Möglichkeiten". Die Finanzierung einer möglichen Übernahme von Ford sei auch durch chinesische Banken gesichert. Konzernchef Li Shufu meinte: "Dies ist ein wichtiger strategischer Schritt für Geely."

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