Volvo XC60 (2017): Test

Volvo XC60 (2017): Test

Volvo XC60 (2017): Test

— 13.07.2017

Alle Infos zum neuen Volvo XC60

Volvo legt den XC60 neu auf. Zum Marktstart am 15. Juli 2017 gibt es vier Motoren, im Spätsommer folgt eine Polestar-Variante. Fahrbericht!

Vorstellung: Ein geschrumpfter XC90
Interieur: Bequem mit einer Tücke
Fahren: Komfortable Abstimmung, kräftige Motoren (Update!)
Ausstattung: Im Notfall lenkt der XC60 selber
Connectivity: Update für Infotainment und On Call App
Motoren: Immer Allrad und Automatik, später als Polestar
Preise: Bei rund 48.000 Euro geht es los

Vorstellung: Ein geschrumpfter XC90

Volvo legt sein Erfolgs-SUV XC60 neu auf. Optisch ist der neue XC60 dicht dran an seinem großen Bruder, dem XC90. Typisch Volvo sind die Frontleuchten mit der charakteristischen Leuchtsignatur, deren Form von den Schweden gerne in Verbindung mit dem Hammer des altnordischen Gottes Thor gebracht werden. Die Haube ist gestreckt, die Überhänge sind sportlich kurz, die Linienführung schnörkellos und klar. Das Heck des XC60 erinnert mit der im unteren Teil nach vorne flüchtenden Kofferraumklappe an die Studie zum kommenden XC40.

Volvo XC60: Alt und neu im Vergleich

Für den schwedischen Hersteller ist der XC60 besonders wichtig. Das Mittelklasse-SUV macht rund ein Drittel aller verkauften Volvo aus und ist in Deutschland sogar der meistverkaufte Volvo. Von der ersten Generation des XC60 (seit 2008) rollten nach Herstellerangaben weltweit fast eine Million Exemplare aus den Showräumen der Händler. Die Erwartungen auf die Neuauflage sind dementsprechend hoch – und die Konkurrenz ist stark: So muss sich der neue XC60 an Mercedes GLC, BMW X3 und Audi Q5 messen lassen.

Interieur: Bequem mit einer Tücke

Raffiniert: Auf der Alu-Spange ist eine Schwedenflagge eingearbeitet, die auch als Dehnungsfuge dient.

Der Innenraum des neuen XC60 ist hell und freundlich. Die Materialien sind geschmackvoll aufeinander abgestimmt, das offenporige Holzfurnier ist eine stylische Alternative zu Softtouch, Alu und Carbon. Fahrer und Beifahrer dürfen auf den Sitzen aus dem XC90 Platz nehmen und sich freuen, denn das Gestühl ist sehr bequem, ohne latschig zu sein. Lagom, sagt man in Schweden dazu. Genau richtig. Der Fahrer schaut auf digitale Instrumente und das Infotainment aus den großen Brüdern – und sieh an – der XC60 ist hier sogar ein bisschen Vorreiter. Denn die neuen Grafiken werden mit dem nächsten Update vom XC60 in die größeren Volvo übernommen. Mitgedacht hat Volvo bei den Türen, denn die überlappen den Schweller, sodass man sich beim Rein- und Rausklettern nicht die Hosenbeine dreckig macht. Clever.

Und hinten? Da lauert beim Einstieg eine Falle. Denn der Türausschnitt ragt so weit nach vorn, dass er dem Kopf im Weg ist. Hat man diese Hürde erstmal überwunden, sitzt es sich hinten ganz famos. Kopf- und Beinfreiheit sind ohne Tadel – so lässt man sich auch mit 1,95 Meter Körpergröße gerne im XC60 chauffieren.

Fahren: Komfortable Abstimmung, kräftige Motoren

Fahrbericht Volvo XC60 T6:

Der Volvo XC60 legt viel Wert auf Komfort, die Motoren sind kräftig, die Automatik reagiert schnell.

Der Top-Benziner im XC60 leistet 320 PS, wird serienmäßig über eine Achtgang-Automatik übersetzt und bringt seine Kraft über alle vier Räder auf die Straße. Die Start-Stopp-Automatik überzeugt nach längeren Ampelphasen mit ihrer schnellen Reaktion. Der Motor verfügt dank 400 Nm Drehmoment über ordentlich Durchzug, wobei die Automatik zügig die Gänge wechselt. Während der Fahrt fallen vor allem die verschiedenen Charakterzüge des XC60 auf. Zwischen den Modi "Comfort" und "Dynamik" liegen Welten: Während der Schwede im Comfort-Modus entspannt über die Landstraße gleitet, wirkt er im Dynamik-Modus deutlich angespannt. Die Gasannahme ist sehr direkt, fast schon unangenehm nervös. Schade, aber auch kein wirklicher Minuspunkt, denn seine wirklichen Stärken spielt der Volvo sowieso komfortabel abgestimmt aus. Das per Tastendruck höhergelegte SUV lädt zur Landstraßentour ein. Die Lenkung ist angenehm direkt und vermittelt eine gute Rückmeldung. Im Offroad-Modus pumpt sich das SUV dank der Luftfederung noch mal deutlich nach oben.

Fahrbericht Volvo XC60 D5:

Der Volvo XC60 ist kein Dynamiker à la BMW und auch kein Perfektionist wie der Audi Q5. Das will er auch gar nicht sein: Er will es zart, nicht hart. Im Komfort-Modus schaukelt er Fahrbahnunebenheiten nur so weg, dann werden 100 Kilometer Autobahn zur Wellness-Kur. Im Dynamik-Modus wankt er nicht mehr ganz so stark in schnellen Kurven, er wird aber auch kein Dynamiker. Zu ungenau ist seine Lenkung abgestimmt, zu komfortabel das Fahrwerk. Wer glaubt, mit diesem Volvo Kurven schnippeln zu können, der hält auch Ikea für einen Klamottenladen! Schließlich liegen wir nicht in einem Sportwagen-Fliegengewicht, sondern thronen in einem Zweitonnen-SUV. AUTO BILD war mit dem 235-PS-Vierzylinder-Diesel unterwegs. Fein gedämmt, guter Punch, schnelle Achtstufen-Automatik. Bei flotter Fahrweise standen 9,3 Liter Diesel auf dem Bordcomputer, Volvo sagt 5,5 Liter, in der Mitte dürfte die Wahrheit liegen. 52.600 Euro kostet der Wellness-Trip, mit 190 Diesel-PS geht's ab 48.050 Euro los. Dafür haben alle Varianten Allrad und Automatik Serie. Die kleinen Motoren mit Vorderradantrieb und Handschaltung kommen später.

Fahrbericht Volvo XC60 D4:

Günstigster XC60 ist der D4 mit 190 Diesel-PS. Wer denkt, dass diese Motorisierung nicht ausreicht, um das fast zwei Tonnen schwere SUV angemessen fortzubewegen, der täuscht sich: Zügig schreitet der D4 beim Tritt auf das Gaspedal voran. Das Ansprechverhalten ist dabei in allen Fahrmodi ausreichend. In keinem Moment kommt der Wunsch nach mehr Durchzug auf. Schön: Auch bei der Beschleunigung aus unteren Drehzahlbereichen heraus lässt sich kein Turboloch ausmachen. Das Getriebe harmoniert gut mit dem 190 PS und 400 Nm starken Selbstzünder. Auch bei plötzlicher Gaswegnahme regelt die Automatik sanft herunter. Die Fahrwerkabstimmung gleicht der der anderen Modelle mit Luftfederung. Am besten passt zum Schweden-SUV aber auch hier der "Comfort"-Modus. Was im direkten Vergleich spürbar auffällt, sind die kleineren 19-Zoll-Felgen. Mit ihnen erhält der XC60 noch mal ein Plus an Fahrkomfort – die optionalen 20-Zöller sind deutlich härter.

Ausstattung: Im Notfall lenkt der XC60 selber

Der neue XC60 ist knappe 4,69 Meter lang, 1,66 Meter hoch und 1,90 Meter breit.

Volvo hat die Assistenzsysteme im neuen XC60 noch einmal weiterentwickelt. Die Schweden kombinieren dabei Systeme zur Kollisionsvermeidung mit einer Lenkunterstützung. Gezielte Lenkimpulse sollen den Fahrer darauf hinweisen, dass er möglicherweise in den Gegenverkehr geraten kann oder Autos im toten Winkel übersieht. Das bedeutet: Im Notfall unterstützt der XC60 den Fahrer beim Ausweichen, wenn die automatische Notbremsung nicht mehr genügt. Diese neue Funktion des City Safety Systems ist im Geschwindigkeitsbereich zwischen 50 km/h und 100 km/h aktiv. Neben den neuen Zusatzfunktionen sind natürlich auch alle Assistenz- und Sicherheitssysteme aus der Volvo 90er-Baureihe im kleineren XC60 erhältlich.

Neue Volvo/Polestar (bis 2021)

Alle News und Tests zu Volvo

Connectivity: Update für Infotainment und On Call App

Der XC60 profitiert von einem Update des Volvo-Infotainmentsystems Sensus Connect. Die neu gestaltete Oberfläche stellt die jeweils wichtige Funktion in den Fokus. Andere Farben und Symbole sollen dafür sorgen, dass man das System einfacher bedienen kann, außerdem ist die Navi-Karte nun größer. Auch die Volvo On Call App wurde überarbeitet: Man kann nun Reiseziele direkt aus dem Handy-Kalender an das Navi des XC60 senden, sich die nächste Tankstelle anzeigen lassen und das Auto im Parkhaus oder in einer unbekannten Gegend orten. Wie die Autos der 90er-Reihe beherrscht das Volvo-SUV Apple CarPlay genauso wie Android Auto.

Motoren: Immer Allrad und Automatik, später als Polestar

Zum Marktstart am 15. Juli 2017 bietet Volvo für den XC60 vier Motoren an. Die Basismotorisierung ist der 190 PS starke D4-Diesel. Darüber rangiert der 235 PS leistende D5-Selbstzünder. Auf der Liste der Benzinmotoren stehen zunächst der T5 mit 254 PS und der T6 mit Turbo- und Kompressoraufladung, der es auf 320 PS und 400 Nm maximales Drehmoment bringt. Die Topmotorisierung bildet der T8-Plug-in-Hybrid mit 407 PS. Für ihn gibt Volvo bereits die 0-auf-100-Beschleunigung an: Nach 5,3 Sekunden stößt die Tachonadel in dreistellige Regionen vor. Der XC60 hat stets Allradantrieb und eine Achtgangautomatik an Bord.

Haustuner Polestar kitzelt bis zu 421 PS aus dem XC60. Damit ist das kleine SUV genauso stark wie der große XC90 von Polestar.

Wer mehr Leistung möchte, der kann auf die Polestar-Version des Plug-in-Hybrids zurückgreifen. Das Leistungs-Upgrade verhilft dem T8-Motor zu 421 PS – das sind 14 PS mehr Leistung und 40 Nm mehr Drehmoment. Damit soll die 100 km/h Marke schon nach 5,2 Sekunden fallen. Vor allem der bessere Durchzug soll spürbar sein, denn die Automatik schaltet später. Das Plus an Leistung ist zum Marktstart noch nicht erhältlich. Erst im Spätsommer 2017 soll der T8 als Polestar beim Händler stehen. Insgesamt werden für den XC60 die fünf Polestar-Modelle T8, T6, T5, D5 und D4 angeboten. Wann alle Motoren verfügbar sind, ist aber noch offen.

Volvo XC60 (2017): Test

Preise: Bei rund 48.000 Euro geht es los

Der Basispreis für den 190 PS-Diesel-XC60 in der günstigsten Ausstattungslinie "Momentum" liegt bei 48.050 Euro. Für den stärksten Motor, den T8 Twin Engine AWD, verlangt Volvo mindestens 69.270 Euro.

Den Volvo XC60 ab 17.000 Euro gebraucht kaufen

Als Gebrauchter eine gute Wahl: der Volvo XC60.

Der Volvo XC60 ist seit 2008 auf dem Markt und gehört zu den beliebtesten SUVs in Europa. Die Preise für einen gebrauchten XC60 starten bei rund 17.000 Euro. Dafür bekommt man gepflegte Exemplare mit einer Laufleistung unter 100.000 Kilometern und mit dem zuverlässigen Fünfzylinder-Diesel (163 PS) unter der Haube. Wer noch mehr Dampf benötigt, der muss 21.000 Euro einplanen – dafür gibt es den D5 mit 205 PS oder den T6 mit 285 PS. Noch stärker ist nur noch der 305 PS starke Turbo-Vierzylinder-Benziner, für den mindestens 30.000 Euro fällig werden. Was gibt es bei einem gebrauchten XC60 zu beachten? Die erste Hauptuntersuchung absolviert das Schweden-SUV mit blütenweißer Weste. Besondere Beachtung gilt den Bremsen, die durch das hohe Gewicht schnell verschleißen und finanziell ordentlich ins Kontor schlagen. Alles auf einen Blick: Gebrauchte Volvo XC60

Neue SUVs: Kompaktklasse (bis 2020)

Autor:

Andreas Huber

Fazit

Der XC60 ist mit dem starken Benziner ein Cruiser mit ordentlich Durchzug. Sportliches Fahren liegt dem Schweden nicht besonders, das macht er aber mit seiner komfortablen Auslegung allemal wieder wett!

Autoren: Peter R. Fischer, Andreas May, Andreas Huber

Stichworte:

Kompakt-SUV

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung