Gebrauchtwagen-Test Volvo XC60

Volvo XC60 Volvo XC60 Volvo XC60

Volvo XC60: Gebrauchtwagen-Test

— 06.10.2017

Alter Schwede, bist du gut!

Volvos schickes Kompakt-SUV XC60 kommt in die Jahre. Weil die Langzeitqualität stimmt, merken Käufer das nur beim Preis.

Ob Amazon, Buckel oder ein 240 Kombi – beim Gedanken an alte Volvo fallen einem viele Modelle ein. Der XC60 dürfte dagegen in den wenigsten Fällen dabei sein. Aber tatsächlich ist es acht Jahre her, seit die Schweden mit dem Kompakt-SUV ihre Modellpalette abrundeten und auf Neukundenfang gingen. Es wäre verstaubt, bei der äußeren Betrachtung wieder die Kanten der Vergangenheit zum Vergleich heranzuziehen. Spätestens seit dem Debüt des sportlichen 850 vor 26 Jahren und dem Start des runden V40 1996 wird die schwedische Marke wegen, nicht trotz ihres Designs gekauft.

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Das Fahrwerk geriet unerwartet straff

Auch wenn BMW X3 und Audi Q5 sportlicher sind, kann der XC60 durchaus dynamisch. Ausgeschlagene Buchsen sind die Folge.

Da macht auch der XC60 keine Ausnahme. Die steil ansteigende Seitenlinie verströmt Dynamik und Geborgenheit. Der Preis dafür ist die höchstens durchschnittliche Übersichtlichkeit. Hoch ins Dach gezogene Heckleuchten sind schon lange markentypisch und verstärken den Wiedererkennungsfaktor. Nur die Front geriet etwas beliebig. Das riesige Markenemblem muss es richten. Daran konnte auch die behutsame Modellpflege 2014 nicht viel ändern. Neben LED-Tagfahrlicht und dezenter Chromkosmetik wurde vor allem an der Detailqualität gefeilt. So oder so überzeugt der XC60 mit großem Wohlfühlfaktor, punktet mit großen Sitzen, guter Geräuschdämmung und wertigen Materialien. Abstriche müssen beim Fahrwerk gemacht werden. Es geriet unerwartet straff. Wer es optisch aushalten kann, sollte auf großes Räderwerk, das es nur noch schlimmer macht, lieber verzichten.
Überblick: Alles zum Volvo XC60

Im AUTO BILD-Dauertest bekam der XC60 eine glatte Eins

Cockpit im typischen Volvo-Stil. Edle Optik und feine Materialien treffen auf eine fummelige Bedienung.

Ein Eindruck, den der XC60 auch im AUTO BILD-Dauertest vermittelte. Hochgerüstet in der edlen "Summum"-Ausstattung, angefeuert vom 181 PS starken D4, stand er als Begleiter für Dienstreisen bei den Kollegen hoch im Kurs. Nur die übereifrigen Assistenzsysteme sowie die fummelige Navi-Bedienung nervten. Hier wäre weniger mehr. Das gilt auch für die schicke, mit zahlreichen Taschenrechnerknöpfen aber völlig überfrachtete Mittelkonsole. Vorbei die Zeiten, als ein Volvo sich noch mit Handschuhen bedienen ließ. Nur 2,3 Prozent der Käufer griffen zu den am Ende verfügbaren Benzinern T5 (245 PS) und T6 (306 PS). Die Zweiliter-Turbos passen mit ihrem hektischen Naturell nicht zum gemütlichen Charakter des XC60. Zudem sorgte die Kombination aus großer Stirnfläche und hohem Gewicht für heftigen Durst. Die Werksangaben von 6,7 bzw. 7,3 Litern werden spätestens auf der Autobahn endgültig zur Farce, das Doppelte zur Realität. Kein Wunder, dass die meisten Kunden zum Selbstzünder griffen. Die Vier- und Fünfzylinder laufen ruhig und kultiviert und liefern mit ihrem großen Drehmoment viel Kraft aus dem Keller. Ärgerlich nur, dass sie frühestens seit November 2013 (D4) die Euro-6-Norm erfüllen, ein SCR-Kat nie zu haben war. So ist auch unser 2013er Fotowagen vom Autohus in Bockel mit dem 136-PS-Fünfzylinder nicht vor eventuell drohenden Fahrverboten gefeit.
Technische Daten: Volvo XC60
Motor Fünfzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1984 cm³
Leistung 100 kW (136 PS) bei 3500/min
Drehmoment 350 Nm bei 1500–2250/min
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
0–100 km/h 11,2 s
Tank/Kraftstoff 70 l/Diesel
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4628/1891/1713 mm
Kofferraumvolumen 495-1455 l
Leergewicht/Zuladung 1847/658 kg

Gravierende Probleme kennt der XC60 nicht

Schade, denn ansonsten ist der XC60 als Gebrauchtwagen eine sichere Bank. Ob Frontantrieb oder Allrad, Schaltung oder Automatik, Vor- oder Nach-Facelift: Gravierende Probleme bereitet er nie. Auch im neuen AUTO BILD-TÜV-Report (ab 10. November 2017 im Handel) leistet er sich kaum Schwächen. Einzig im Fahrwerks- und Lenkungsbereich notieren die Prüfer geringfügig mehr Mängel als beim Durchschnitt der geprüften Fahrzeuge. So bleibt das größte Manko des ersten XC60 der hohe Preis. Genau den könnten die Dieselunsicherheit und der Nachfolger jetzt schmelzen lassen.

Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Volvo XC60 außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Gebrauchtwagen-Test Volvo XC60

Volvo XC60 Volvo XC60 Volvo XC60


Autor:

Malte Büttner

Fazit

Der XC60 wirkt wie ein schicker Modeartikel, produziert in Gent, Belgien. Mit seiner hohen Langzeitqualität aber erfüllt er höchste Volvo-Ansprüche. Gebrauchtkäufer sollten nach einem späten Modell mit Euro 6 suchen.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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