Volvo-Front

Volvo zu Geely

— 26.03.2010

Übernahme von Volvo fast perfekt

Es fehlt nur noch die Unterschrift: Laut übereinstimmenden Medienberichten steht die Übernahme von Volvo durch die Chinesen von Geely kurz vor dem Abschluss. Gewerkschaften haben Zweifel an Volvos Überleben.

(dpa) Die Übernahme des schwedischen Autoherstellers Volvo durch den chinesischen Konzern Geely ist endgültig unterschriftsreif: Vertreter des US-Unternehmens Ford und von Geely wollten am Sonntag in Göteborg den Kaufvertrag unterzeichnen, berichteten Medien in Schweden und den USA am Freitag, den 26. März 2010, übereinstimmend. Als Kaufpreis wurden 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro) genannt. Ford hatte seine schwedische Tochter im Gefolge der Finanzkrise zum Verkauf angeboten und sich im Dezember mit Geely grundsätzlich geeinigt.

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Kurz vor der Unterschrift zogen mehrere Gewerkschaften bei Volvo ihre bisherige Unterstützung für den Verkauf an die chinesischen Interessenten zurück. Als Grund nannte ein Sprecher in der Zeitung "Göteborgs-Posten" Unklarheiten über die geplante Finanzierung des Kaufes. In Medienberichten waren zunehmend Zweifel laut geworden, ob Geely die nötige Finanzkraft aufbringen kann, um Volvo mit einer Jahresproduktion von 300.000 Wagen wieder in die Gewinnzone zu bringen. Volvo Cars wird seit der Übernahme durch Ford 1999 unabhängig vom Nutzfahrzeugkonzern Volvo betrieben.

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Nach der grundsätzlichen Einigung zwischen Geely und dem US-Konzern im Dezember 2009 hatten sich Betriebsräte und Gewerkschaften einhellig hinter die Übernahme aus China gestellt. Geelys Haupteigner Li Shufu bezeichnete die gewerkschaftliche Unterstützung als unverzichtbare Bedingung für das Geschäft mit Ford. Nach einem Bericht des New Yorker "Wall Street Journal" will Li Shufu selbst am Wochenende nach Schweden reisen. Noch offen ist, ob und unter welchen Auflagen ein Kredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Volvo über 445 Millionen Euro an die neuen chinesischen Eigner ausgezahlt wird. Er war bereits bewilligt worden, als Geely bei Volvo noch keine Rolle spielte. Als Problem gelten vor allem die hohen staatlichen Subventionen aus Peking.

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