Volvos erster Geländewagen

Volvo XC 90 Volvo XC 90

Volvos erster Geländewagen

— 14.02.2002

Hoch im Norden

Die Schweden kommen: Mit dem XC 90 klettert nun auch Volvo ins Revier der schicken Allradler - und schießt dort vor allem gegen BMW und Mercedes.

Kernig-rustikaler Charme

Freiheit, Abenteuer, Lifestyle - das ist der Stoff, aus dem die so genannten SUV, die Sport Utility Vehicles, gemacht werden. Auch wenn Papi damit nur zum Biobauernhof fährt, sind diese Autos absolut angesagt. In den USA sowieso, immer mehr aber auch bei uns. Mercedes und BMW sind mit ihren Dickschiffen bereits groß im Geschäft, die Sportwagenschmiede Porsche und auch VW kommen demnächst dazu. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ein Vertreter aus Schweden auf diese Idee abfährt. Und tatsächlich: Der Norden taut auf.

Hochbeinig wie ein Elch aus den skandinavischen Wäldern rollt jetzt als erstes Nordlicht Volvo auf neuen Wegen. Und mal ehrlich: Zu wem passt ein SUV besser als zu Volvo, der Marke mit dem kernig-rustikalen Charme und dem lifestyligen Design? Zudem gehört Allradtechnik in dieser Firma seit gut einem Jahrzehnt zum Alltag. Und die SUV-Idee steckte im Prinzip ja schon im Kombi V70 XC, was für Cross Country steht. Nun hat Volvo dieses Strickmuster halt noch ein Stück höher gelegt.

Der neue Luxus-Offroader, der im September 2002 auf den deutschen Markt kommt, zielt auf die gleiche Klientel und trägt den Namen XC 90 (womit der Cross Country dann passend in XC 70 umgetauft wird). Erstmals der Öffentlichkeit zeigt sich der große Schwede auf der Detroiter Auto Show Anfang Januar.

Laut Volvo ist der XC 90 ein "SUV der nächsten Generation", denn er basiert nicht wie viele Geländemodelle auf einem schweren, Lkw-ähnlichen Leiterrahmen, sondern besitzt wie ein Pkw eine selbsttragende Karosserie. Sie basiert auf der intern P2 genannten Plattform, auf der in Torslanda (nahe Göteborg) auch der S60, V70 und S80 gebaut werden.

Hohe Variabilität im Innenraum

Diese Konstruktion spart natürlich zum einen Gewicht, zum anderen, und dies ist viel wichtiger, verhält sich diese Karosseriestruktur im Falle einer Kollision wesentlich gutmütiger zu den Unfallgegnern. Dennoch: Ein Weichling ist der XC 90 garantiert nicht. Dagegen spricht schon seine bullige Optik. Die V-förmige Motorhaube, die markanten Schultern entlang der Fensterkante sowie die großen 18-Zoll-Räder geben dem Offroader eine maskuline Ausstrahlung, ohne jedoch aggressiv zu wirken.

"Das Fahrzeug soll trotz allem vertrauenerweckend aussehen", erklärt Volvo-Chef-Designer Peter Horbury, und vergisst dabei natürlich nicht, besonders die praktischen Seiten zu erwähnen: effiziente Raumausnutzung durch quer eingebaute Motoren (das hat kein anderer SUV dieser Klasse) und hohe Variabilität im Innenraum.

Im XC 90 sollen bis zu sieben Personen bequem reisen können. Die Bestuhlung teilt sich folglich in die Formation 2-3-2 auf, wobei die dritte Reihe nicht gegen, sondern ganz konventionell in Fahrtrichtung montiert ist. Alle fünf hinteren Sitzplätze lassen sich komplett zu einer ebenen Ladefläche umlegen. Eine Vielzahl von Fächern und Ablagen sorgt für weitere Variabilität. Schon der Cross Country schluckt bis zu 1641 Liter Gepäck, der XC 90 wird darüber liegen.

Die Zuladung, bedienerfreundlich über eine zweigeteilte Heckklappe, liegt bei rund 600 Kilo, Besitzer von Pferde- und Bootsanhängern dürfen sich auf über zwei Tonnen Anhängelast freuen. Eine solche Nutzung verlangt nach Leistung, vor allem aber nach Drehmoment. Die Antriebseinheiten nimmt Volvo aus dem Regal. Wie zum Beispiel den Fünfzylinder-Turbomotor mit 2,5 Liter Hubraum und 200 PS. Sein Drehmoment beträgt 285 Newtonmeter.

Vier Autos in einem

Beim Thema Souveränität kann der neue 2,4-Liter-Diesel, den Volvo bereits in seine Baureihen S60, V70 und S80 einbaut, ein gewichtiges Wort mitreden. 340 Newtonmeter stehen 163 PS gegenüber, und das bei Verbräuchen von unter zehn Litern. Die wohl interessanteste (nordische) Kombination. Die teuerste Variante dürfte die mit dem Dreiliter-Sechszylinder-Turbo und 272 PS werden. Ihr Preis: vermutlich nicht unter 120.000 Mark. Zur Beruhigung: Der Einstieg in den XC 90 soll bei rund 72.000 Mark beginnen und liegt damit deutlich unter einem BMW X5 (ab 81.363 Mark). Dafür erhält der Kunde eine umfangreiche Komfortausstattung (Klimaautomatik, Audioanlage, elektrische Lenkradverstellung, automatische Niveauregulierung) und das komplette Volvo-Sicherheitspaket inklusive SIPSund WHIPS.

Bei Cockpit und Innenraum bedient sich Volvo nicht aus dem Fundus. Es wird sich deutlich vom S80 und V70 unterscheiden, vor allem im Bereich der waagerechten Mittelkonsole. Horbury spricht von einem "Insel-Look", was so viel bedeutet, dass man auf alle Bedienelemente von oben herabschaut. Die meisten von ihnen sind als Gruppe zusammengefasst. Aluminium-Applikationen geben dem Ganzen einen sportlich-eleganten Anstrich.

Rund 65.000 XC 90 will Volvo jenseits von Schweden verkaufen, gut die Hälfte der Produktion geht in die USA. Die Chancen auf Erfolg stehen nicht schlecht. Denn Aussehen und Image stimmen. Und wenn es um Lifestyle geht, ist das bereits die halbe Miete.

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