Von Motoröl bis Kühlflüssigkeit

Von Motoröl bis Kühlflüssigkeit Von Motoröl bis Kühlflüssigkeit

Von Motoröl bis Kühlflüssigkeit

— 21.02.2002

Was läuft da ab?

Blau, orange oder grün - alles im Fluss unter der Motorhaube. Hier eine Anleitung, damit die Chemie stimmt.

Ohne Betriebsstoffe läuft nichts

In einem modernen Motorraum sieht es fast so aus wie in einem Chemielabor: überall Schläuche und Behälter, gefüllt mit geheimnisvollen Flüssigkeiten. Fehlt nur noch, dass es brodelt und zischt. Was läuft da eigentlich ab?

Keine Angst, es geht in den vielen Vorratsbehältern nicht halb so geheimnisvoll zu, wie es auf den ersten Blick aussieht. Öle, Säuren, Frostschutz, Reinigungszusätze - jedes Auto braucht diese Zutaten, um einwandfrei zu fahren, zu bremsen, zu heizen oder auch zu kühlen. Und für jedes Elixier gibt es im Motorraum einen Behälter. Einige müssen ständig aufgefüllt werden, andere brauchen nur ab und an eine Frischekontrolle, manche werden nie beachtet. Spätestens beim Nachfüllen geht nichts ohne Bedienungsanleitung. Obwohl die Behälter meist gekennzeichnet sind, verwirren die vielen Deckel.

Rund zehn verschiedene Nachfüll- oder Kontrollöffnungen hat ein modernes Auto. In der Bedienungsanleitung stehen neben der Füllmenge auch Hinweise auf die richtige Flüssigkeit und ihre Qualität. Tipp: Nicht nur in der Garantiezeit ist es ratsam, die Hersteller-Anforderungen zu erfüllen. Oft hat die Vorgabe, zum Beispiel eine bestimmte Ölqualität zu verwenden, einen technischen Grund. Wer falsches oder minderwertiges Öl nachgießt, riskiert einen Schaden, verbaut sich zudem die Chance auf Kulanz vom Hersteller. Gleiches gilt übrigens für die meisten anderen Betriebsstoffe auf der Details-Seite.

Was fließt da alles im Motorraum?

Motoröl Moderne Motoren brauchen moderne Öle. Obwohl der Nachfüllbedarf bei einem gesunden Motor oft gegen null geht, darf nur die vom Hersteller verlangte Qualität nachgefüllt werden. Unbedingt Bedienungsanleitung beachten. Aber: Untereinader mischbar sind Motoröle immer. Wichtig: Auch ein Überfüllen schadet.

Kühlwasser Fälschlicherweise oft so genannt. Dabei ist es eigentlich ein Hitzeerhöhungs-Frost-und-Rostschutzmittel-Mix. Deshalb empfehlen einige Hersteller (zum Beispiel BMW) den regelmäßigen Wechsel. Beim Auffüllen: neben Wasser entsprechende Menge Frostschutz-Zusatz eingeben.

Hydraulik Bei Citroën ein Sonderfall: Auch das Fahrwerk wird damit versorgt. Sonst sind häufig Lenkungen oder Niveauregulierungen hydraulisch betätigt. Ein Wechsel ist meist nicht vorgesehen, Flüssigkeitsverlust selten. Falls Nachfüllbedarf besteht: unbedingt Herstellervorgaben beachten.

Dieselfilter Auch wenn es so aussieht: Hier wird nichts nachgefüllt. Die aufgeschraubten Deckel verbergen meist nur die Filterpatrone.

Waschwasser: Hier ist immerhin alles miteinander mischbar. Doch nur Wasser einzufüllen ist falscher Geiz: Die Reinigungszusätze sind auf Straßenschmutz abgestimmt. Achtung: Bei Lampenabdeckungen aus Polycarbonat sollten die Zusätze darauf abgestimmt sein.

Bremse Der Pegel sackt ab, obwohl kein Leck da ist. Grund: Die Bremskolben wandern analog zum Belagverschleiß nach außen, Flüssigkeit drängt nach. Normalerweise sollte die Menge im Vorratsbehälter ausreichen, um auch bei abgefahrenen Belägen nicht unter die Min-Markierung zu sinken. Zur Sicherheit sollte stets soviel Bremsflüssigkeit im System sein (über Min-Marke), dass auch ein Schwappen im Behälter bei Kurvenfahrten nicht zum Luftziehen führt. Beim Nachfüllen Max-Markierung nicht überschreiten. Falls regelmäßig Bremsflüssigkeit schwindet, unbedingt nach dem Leck suchen. Bremsflüssigkeitswechsel: alle zwei Jahre. Kupplungen arbeiten mit derselben Flüssigkeit.

Getriebeöl Schaltgetriebe werden ab Werk befüllt - und dann bleibt das Öl meist ewig drin. Anders bei Automaten: Selbst die Kontrolle ist - sofern überhaupt noch möglich - kompliziert. Das Nachfüllen bedarf äußerster Sorgfalt, ist somit eher Profi-Sache. Ein Wechsel ist oft vorgeschrieben, allerdings in Intervallen von mehreren Jahren.

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