Vor dem GP von China 2005

Showdown in Schanghai

Vor dem GP von China 2005

— 12.10.2005

Showdown in Schanghai

Spannung ist garantiert: Renault und McLaren-Mercedes wollen die Konstrukteurs-WM. Schumi will nur noch nach Hause.

Wer steht bald vorn im Fahrerlage?

Totaler Triumph für Renault oder Trostpreis für McLaren-Mercedes? Standesgemäß beim großen Saisonfinale in Schanghai wird am Sonntag (8.00 Uhr/Premiere und RTL) die letzte noch offene Frage des laufenden Formel-1-Jahres geklärt. Geht nach dem Fahrer- auch der Konstrukteurs-Titel nach Frankreich? Oder hat beim Großen Preis von China die britisch-schwäbische Koalition die nötige Richtlinienkompetenz?

Schade eigentlich, daß ab Montag die Motoren erstmal ein paar Wochen schweigen werden. Machte doch das Jahrhundertrennen in Suzuka am vergangenen Sonntag Appetit auf mehr. Glücklicherweise verspricht der Showdown in Schanghai zum Saisonausklang nochmal Spannung – trennen die beiden dominierenden Teams der Saison doch nur zwei Pünktchen (176:174 für Renault). Nach zehn Siegen in 13 Rennen sind Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und seine Crew heiß auf den letzten zu vergebenden Titel: "Das wäre die schönste Belohnung für alle Teammitglieder."

Der Ehrgeiz ist verständlich. Geht es doch auch um viel Geld. Geschätzte 30 bis 40 Millionen Euro winken als Prämie. Außerdem steht das siegreiche Team im kommenden Jahr mit seinem Motorhome ganz vorn im Fahrlager. Daß McLaren-Mercedes derzeit das schnellste Auto stellt, bewies Vizeweltmeister Kimi Räikkönen mit seinem Husarenritt zum Japan-Sieg gerade erst erneut. Jetzt wäre dem "Iceman" eine ruhigere Fahrt lieber: "Ich hoffe auf ein wenig ereignisreiches Rennen. Ich bin aber darauf vorbereitet, mit dem Team genau wie in Japan – und sogar noch mehr – zu kämpfen."

Von PS-Fieber wenig zu spüren

Der ultimative Kampfgeist dürfte bei Michael Schumacher erloschen sein. Dennoch will der entthronte Weltmeister in der modernsten Rennmanege der Formel 1 sein schwierigstes Ferrari-Jahr versöhnlich beenden. Und Platz drei in der Fahrerwertung verteidigen. Zwei Punkte trennen den 36jährigen noch von Silberpfeil-Pilot Juan Pablo Montoya (60). "Ein Podium zum Abschluß dieser Saison wäre wunderschön", meinte der Rekord-Weltmeister. "Aber um ehrlich zu sein, ist die Wahrscheinlichkeit nicht sonderlich hoch, daß wir das schaffen."

Trotz seines abhanden gekommenen Titels ist Schumi in Schanghai noch immer das Zugpferd. Sponsorentermine und Treffen mit der heimischen Presse füllten sein Programm. Ansonsten ist in China, dem weltweit viertgrößten Automarkt, ein Jahr nach der Formel-1-Premiere von PS-Fieber nicht viel zu spüren. Weder im staatlichen Fernsehen CCTV noch in den Zeitungen waren Schumacher & Co am Mittwoch ein Thema – ganz im Gegensatz zum Fußball-Länderspiel gegen Deutschland am Mittwochabend in Hamburg. Selbst auf der Autobahn zur 260 Millionen Euro teuren Strecke (40 Kilometer außerhalb der ostchinesischen 15-Millionen-Metropole, im Sumpfgebiet des Jiading-Distrikts liegend) waren kaum Hinweise auf das Spektakel zu entdecken.

Im Vorjahr bevölkerten immerhin 200.000 Zuschauer den "Shanghai International Circuit" am Rennwochenende. Die meisten von ihnen sahen am Sonntag den Sieg von Rubens Barrichello und die Herren Räikkönen und Alonso auf Platz drei und vier fahren. Ein Einlauf, der diesmal Renault zum Konstrukteursweltmeister machen würde.

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