Vorgetäuschte Unfälle

Vorgetäuschte Unfälle

Vorgetäuschte Unfälle

— 21.02.2002

Die Crash-Kassierer

Jeder zehnte Unfall ist fingiert. Das Computersystem "Uniwagnis" soll den Betrügern das Handwerk legen.

Vorsicht Falle!

Nicht jeder Unfall auf unseren Straßen passiert rein zufällig. Die deutschen Autoversicherer glauben, dass jeder zehnte der rund 4,2 Millionen jährlichen Crashs fingiert ist: von Betrügern provozierte oder auf dem Papier erfundene Zusammenstöße. Manchmal helfen bei der Abrechnung mit der Versicherung sogar bestochene Gutachter: Da werden Vorschäden verschwiegen, Verletzungen erfunden oder überhöhte Schmerzensgelder kassiert. Schaden: mehr als zwei Milliarden Mark pro Jahr. Allein in Köln soll eine Bande mit 900 Mitgliedern so acht Millionen Mark ergaunert haben. Zahlen müssen wir das alle - mit höheren Beiträgen.

Die Betrugsmaschen sind so alt wie die Autoversicherung selbst: Meist organisieren sich die Autobumser in Banden, versehen Nobelkarossen mit Papieren von Schrottautos und provozieren dann Zusammenstöße. Oder sie nehmen alte, schrottreife Unfallwagen und verwickeln sich damit gegenseitig oder auch unbeteiligte Dritte in Unfälle. Oft werden die Unfallwagen nur notdürftig oder gar nicht repariert und sind schon kurz darauf erneut im Einsatz.

Die fiesesten Tricks

Der Zebrastreifen-Trick Ein Autobumser fährt auf einen Zebrastreifen zu. Plötzlich tritt ein Komplize auf den Überweg. Der Betrüger bremst. Der nachfolgende Wagen fährt auf.

Der Ampel-Trick Wie beim Zebrastreifen-Trick wird vor der Ampel beschleunigt, um angeblich kurz vor Ende der Grünphase noch durchzufahren. Der Täter macht dann jedoch eine Vollbremsung, und der Hintermann fährt auf.

Der Vorfahrt-Trick Ein Bandenmitglied verstellt den Blick auf eine Vorfahrtstraße mit einem Lkw oder Container. Das herankommende Opfer kann die Kreuzung nicht einsehen. Auf ein Zeichen seines Komplizen fährt ein Autobumser aus der Vorfahrtstraße und lässt sich rammen. In allen Fällen ist das Betrugs-Opfer scheinbar schuld am Unfall. Die Versicherung muss zahlen. Zu Unrecht! Deshalb arbeiten die Versicherer jetzt mit dem Computersystem "Uniwagnis". Codierte Verdachtsfälle werden gesammelt und ausgetauscht. Bei einem konkreten Hinweis kann der echte Name angefordert werden.

So können sich Autofahrer schützen: Nicht zu dicht auffahren. Wer es eilig hat oder drängelt, ist ein ideales Opfer. Beim Fahren nicht ablenken lassen. Wurde Ihnen die Sicht versperrt, etwa durch ein Fahrzeug oder einen Container, notieren Sie die Nummer vom Hindernis und melden Sie dies der Polizei. Bei unklarer Lage oder Verdacht auf Betrug immer die Polizei rufen. Niemals ein Schuldanerkenntnis unterschreiben - dann haben Betrüger weniger Chancen.

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