Der Auto-Frühling treibt die ersten Blüten. AUTO BILD sagt Ihnen, welche Stars auf dem 79. Genfer Salon Farbe in den Alltag zaubern werden. Heißester Neuzugang: der Opel Ampera.
Betrachten wir die Lage der Automobilindustrie mal als Wetterbericht: Temperatur minus fünf Grad, grauer Himmel, es herrscht Glättegefahr. Um wie viel rosiger könnten die Aussichten für den Monat März klingen: fünf Grad plus, klarer Himmel. Der Frühling kommt bestimmt, erste Boten stehen auf dem
79. Auto Salon in Genf. Hoffnungsträger, die im Sommer dann gegen alle Gewitterwolken anstrahlen werden. Da blüht uns was – neue Cabrios und Raodster stehen auf dem Programm. Grün wird es allemal, mit neuen Start-Stopp-Modellen, Hybriden aus Fernost oder
Opels Elektro-Zukunft. Kräftige Farben werden nicht fehlen, wie
Sportwagen und neue Konzeptstudien zeigen. Und für den nötigen Schuss Dünger sorgt in den kleineren Klassen die
Abwrackprämie, die generell die Kauflust in die Höhe treibt.
Der
Audi A5 tankt in Genf endlich frische Luft. Nicht mit einem festen Blechdach, sondern auf klassische Weise:
Audi macht seinen offenen Viersitzer mit weichem Stoff wetterfest. Vorteil: viel Kofferraum (320 bis 750 Liter) und umlegbare Rücksitze. Die Verwandlung vom Coupé zum Cabrio dauert nur 15 Sekunden, gelingt auch bis Tempo 50. Wem das nicht spektakulär genug ist: Audi-Veredler Abt zeigt in Genf unter anderem den AS5-R. Unter dem muskulösen Bodykit stecken 510
PS. Apropos Tempo: Hinter dem Kürzel
TT RS steckt bei Audi ein Porsche-Boxster-Gegner mit Fünfzylinder und 340 PS, der ab Juni 2009 auf die Straße darf. Beinahe zeitgleich kommt der höhergelegte
Audi A4 allroad mit Rundum-Beplankung und quattro-System für Querbeet-Exkursionen. Auch
BMW bietet einen bunten Strauß Spaßautos in Genf: Ein ungewohnter Anblick ist der
5er GT, ein Raumauto mit fast fünf Meter Länge. Sportlicher und geräumiger als der
5er Touring, hinten mit Beinfreiheit
wie im 7er. Der GT startet im Oktober 2009 zunächst mit den Sechszylinder-Motoren (Benziner ab 190 PS, Diesel ab 197 PS). Ganz neue Ansichten auch beim
BMW Z4, der statt Stoff-Kapuze nun mit Alu-Klappdach vorfährt – als Ersatz für Roadster und Coupé beim Vorgänger. Der Roadster wurde größer, geräumiger und teurer mit drei Sechszylindern (ab 9. Mai 2009): vom 23i mit 204 PS für 35.900 Euro bis zum Dreiliter-Twinturbo mit 306 PS für 47.450 Euro. Und dann hat
BMW noch die
M-Versionen von X5 und X6 im Programm, mit verfeinertem xDrive-Allradsystem, V8-Biturbo und 550 PS. Autoentwickler EDAG zeigt das
"Light Car" – einen ultraleichten Stromer mit Radnaben-Motoren.
Mercedes baut auf die E-Klasse, Opel auf E-Antrieb, Ford auf Sport
Die schönsten Frühlingsblüten bei Mercedes tragen ein E. Erstmals rollt die
E-Klasse-Limousine (204 bis 388 PS) vors Publikum, seine Premiere erlebt auch das
E-Klasse-Coupé. Dieser Zweitürer hat gegenüber dem
Vorgänger CLK an Eleganz und Format gewonnen – von der Limousine hebt sich das Coupé durch einen eigenen Grill und das flachere Dach ab, innen bekam es eine sportlichere Mittelkonsole und zwei Einzelsitze hinten. Zum Verkaufsstart im Mai rücken die Stuttgarter nur die Sechszylinder im E 350 heraus (231 PS Diesel, 292 PS Benziner). Aus Zuffenhausen fährt eine kleine Revolution zum Auto-Salon: In Genf steht der
Diesel-Cayenne mit dem Motor von Audi – sparsamer und teurer als der Benziner. Und sicher öfter gekauft als der
Extrem-Sportler GT3. Den hat
Porsche mit einem 3,8-Liter und jetzt 435 PS nachgeschärft. Noch ein gutes Stück davon entfernt ist
Ford mit seinem
Focus RS, der beachtliche 305 PS aus einem 2,5 Liter großen Turbomotor schöpft. Gut für 5,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 263 km/h Spitze. Aber wo bleiben eigentlich Hybrid-Modelle oder moderne Motoren-Konzepte von Ford? Die gibt es beim schweizer Visionär Frank Rinderknecht. Mr. Rinspeed bringt den Elektro-Renner
iChange und einen
Fiat 500 mit dem Namen
E2 , dessen Turbo-Motor zwischen 60 und 160 PS leistet.
Opel hat so etwas im Gepäck: Auf dem Stand der Rüsselsheimer heißt der Star
Ampera. 2011 soll er in Serie gehen. Wie das Schwestermodell
Chevrolet Volt kombiniert er einen 151 PS starken E-Motor mit einem kleinen Verbrennungsaggregat, das bei Bedarf die Lithium-Ionen-Akkus nachlädt. Im Idealfall läuft der Ampera rein elektrisch und wird nachts an der Steckdose geladen. Erlkönig-Fotos vom enttarnten Ampera gibt es
übrigens hier . Zweiter Messehöhepunkt ist der
Insignia Sports Tourer. Mit dem Kombi wollen die Rüsselsheimer wieder Premiumkunden ködern. Neuheiten-Monokultur dagegen bei
VW: In Genf steht der Polo. Und der Polo. Und der Polo ... Warum nicht, schließlich passt der Kleine bestens zur Stimmung. Keine vier Meter lang, keinen Euro teurer als der magere Vorgänger (rund 12.000 Euro) und beflügelt von den sparsamsten Motoren, die derzeit in Wolfsburg wachsen. Dazu zählen ein neuer 1.2-TSI-Benziner (80 bis 105 PS) und ein genauso frischer 1.2
TDI, der wohl weniger als vier Liter verbrauchen wird. BlueMotion-Modelle kommen auf breiter Front, also auch als Benziner mit Start-Stopp-Automatik. Auf den Dreitürer müssen wir noch bis Oktober 2009 warten, auf der IAA im Herbst zeigt uns VW dann auch den Golf
GTI mit 170 PS.
Die Mercedes-Marke
Maybach will das luxuriöseste Auto der Welt bauen – und präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon vom 5. bis 15. März den
Maybach Zeppelin. Preis: ab 483.150 Euro. Eine Beduftungsanlage ist aufpreispflichtig. Beim nächsten
Mini John Cooper Works Cabrio gibt es viel frische Luft gratis, aber auch nicht ganz umsonst. Das 211 PS starke Cabrio zeigt sich erstmals am Lac Léman, ist im Anschluss ab 31.350 Euro zu haben. Viel sportlicher und noch viel teurer sind der
V12 Vantage mit zwölf Zylindern und 517 PS (305 km/h Spitze) und der
DBS Volante, den
Aston Martin auf den Drehteller rollt.
Saab ist mit dem Allradler
9-3X dabei – ein
Crossover im Kombi-Look. Und wo wir gerade beim Thema sind: Den
Seat Exeo Kombi kennen wir schon – es ist der alte Audi A4 Avant. Ansonsten frischen die Spanier den Léon und den Altea auf – und packen Diesel-Motoren mit Common- Rail-Technik unter die Haube. VWs Edel-Ableger
Bentley zeigt mit dem
Continental Supersports den schnellsten
Bentley aller Zeiten – der zudem auch noch Biosprit verträgt.
Die spannendste Neuheit der Franzosen ist die Studie Citroën DS3 Inside

Mehr als nur ein Messetraum: Citroën räumt der Studie DS3 Inside gute Serienchancen ein.
In Genf zeigt Citroën die Studie
DS3 Inside, einen Dreitürer (3,94 Meter) in Größe des
Mini Clubman, der Anfang 2010 in Serie gehen soll. Seine Technik stammt vom C3, die Karosserie ist mattschwarz lackiert mit einem silbernen Dach und nur als Dreitürer angedacht. Seitlich ragt eine Haifischflosse in Höhe der B-Säule hoch, das Dach fällt am Heck beinahe senkrecht ab. Vorn erschreckt der Fünfsitzer mit einem für
Citroën untypisch weit aufgerissenen Maul in Trapezform. Seitlich strahlt eine Lichterkette hellen Tagfahrlichts aus den Finnen. Das Cockpit hält Citroën noch verschlossen, verspricht aber eine niedrige Sitzposition wie im Mini und farbige Details, zum Beispiel am Schaltknauf. Bei den Motoren haben Sparsamkeit und geringer
C02-Ausstoß Vorrang, ökonomische Diesel- und Benzinmotoren (90 bis 155 PS) werden kombiniert mit einem Start-Stopp- System.
Renault präsentiert setzt bei seinen drei Neuheiten auf hohen Nutzwert: Die beiden Vans Scénic und Grand Scénic sowie der Kombi
Mégane Grandtour sind in erster Linie praktische Familienautos, die gut in die Zeit passen. Zudem gibt es ein
Facelift für den Clio.
Peugeot schickt den
308 CC nach Genf, der wie sein Vorgänger durch ein eigenwilliges Heck auffällt. Italien dagegen setzt voll auf südländische Emotionen. Das
Cabrio des Fiat 500, 500C getauft, der
Alfa MiTo GTA und der
Lamborghini Murciélago SV gehören definitiv zu den kräftigsten Blüten – beim Lambo mit 670 PS.
Asiaten und Amerikaner zeigen in Genf reichlich Hybrid- und Elektro-Technik

Amerika wagt den Neuanfang: Chrysler will mit dem 200C EV und Elektroantrieb punkten.
Hybrid, was sonst? So lautet die Devise bei den Japanern. Mit
Toyota Prius III,
Honda Insight sowie
Lexus 450h feiern gleich drei wichtige Öko-Modelle in Genf Europapremiere. Mehr was fürs Herz bietet Infiniti. Nissans Luxusableger plant seinen europäischen Marktstart von langer Hand und zeigt das G 37 Cabrio in Serienausführung. Noch ein Showcar ist der neue
Subaru Legacy. Seine künftige Linie lässt sich aber schon gut erkennen.
Mazda dagegen macht auf sportlich und präsentiert Golf-GTI-Gegner
Mazda 3 MPS mit 260 PS. Kia zeigt die
Studie No 3 – einen Minivan mit riesigem Panorama-Dach. Noch etwas exotisch, gehören sie künftig aber sicher zu den Stammgästen:
Brilliance aus China und Tata aus Indien. Die Kompaktmodelle Brilliance BS2 und
BS4 Wagon werben mit Discountpreisen und sehen schon recht europäisch aus. Was man vom
Tata Safari nicht gerade behaupten kann. Sehr viel moderner kommen die Modelle vom anderen Ufer des Atlantiks in die Schweiz: Die Amis haben auf der
Detroit Motor Show ihre Zukunft gesät – dieses Beet zeigen sie uns auch in Genf. Der
Chrysler 200C mit 272 PS starkem Elektroantrieb unterstreicht Chryslers Ambitionen, bis 2012 eine komplette Flotte Elektroautos zu etablieren.
Dodge nimmt das E-Thema dagegen sportlich, kreuzt beim
Circuit EV einen
Lotus Europa mit 272 PS. Der
Chevrolet Spark ist kein Blütentraum, kommt bereits 2010 zu uns, löst dann den Matiz ab.