Vorschau Großer Preis von Frankreich

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— 09.07.2002

Stechen in der Haarnadel

Noch eine Art Heimrennen für Schumi, aber historisch auch für andere Deutsche bedeutend.

Elf Rennen in der französischen Provinz, davon sieben Siege mit deutscher Beteiligung, eine beachtliche Bilanz. Schumi ist der heimliche König des Circuit de Nevers Magny-Cours, 250 Kilometer südlich von Paris gelegen. 50 Prozent seiner zehn Rennen in Burgund hat der Weltmeister gewonnen (1994, 1995, 1997, 1998, 2001). 1996 wir sein erster Versuch im Ferrari allerdings zum Desaster. Grandiose Pole-Position am samstag – unfreiwillige Kurzarbeit am Rennsonntag: Noch in der Einführungsrunde platzt der Motor. Ungläubig starrt Schumi in den Rückspiegel und sieht die Rauchsäule aus seinem F 310 aufsteigen. Damon Hill gewinnt. Ferrari verstärkt die Qualitätskontrolle um 50 Mitarbeiter.

Ein Jahr später rasen in der Qualifikation drei deutsche Piloten unter die ersten drei – ein historisches Highlight. Schumi vor Frentzen und Bruder Ralf. Das folgende Rennen 1998 beweist die Ausnahmestellung der ersten Startreihe: Schumi/Frentzen eilen dem Feld in einem eigenen Prestige-Rennen um eine Minute voraus. Wieder einmal kursiert das böse Wort von der Traktionskontrolle am siegreichen Ferrari. Der Verdacht wird bestätigt, als die FIA (rückwirkend) gegen den Geist des eigenen Reglements den Einsatz elektronischer Fahrhilfen (etwa durch Drehmoment-Programmierung) gestattet. Frust bei Frentzen.

1999 darf er dann selbst jubeln, als er im Regen als einziger Toppilot mit Einstoppstrategie – anfangs mit 140 Kilo Sprit bepackt – von einer Gelbphase profitiert, im Regen unwiderstehlich davonfährt. Während aufgrund des extremen Aquaplanings (Wasser fließt nicht ab) Alesi, Gene, Wurz, Villeneuve, Zanardi (nacheinander) in den Kies kreiseln. Denn Frankreich ist schnell: Auf dem ebenen Belag können die Autos mit einem Minimum an Bodenfreiheit fahren, um ihren Abtrieb zu erhöhen. Die Kurven sind schwierig, teils "blind" anzufahren. Das Highlight: Die ultraschnelle Kombination Grande Courbe/Estoril/Golf geht mit entsprechender Abstimmung fast voll – bis zur An- und Ausbremszone vor der Adelaide-Haarnadel, wo es alljährlich zum großen Stechen kommt. Unvergessen, wie Schumi dort 2000 knallhart, aber gewohnheitsmäßig Coulthard blockte. Bis der Schotte (McLaren-Mercedes) den Mittelfinger rausreckte und gewann.

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