Vorschau Großer Preis von Japan 2006

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— 05.10.2006

Schumi ist scharf auf Suzuka

Michael Schumacher und Fernando Alonso gehen punktgleich in die beiden letzen WM-Rennen. Doch Schumi ist der klare Favorit.

Drei Jumbojets brachten die teure Fracht am 3. Oktober nach Nagoya, anschließend wurde sie auf Lastwagen verladen und ins 60 Kilometer südliche Suzuka transportiert: 33 Formel-1-Autos, Ersatzteile und Ausrüstung für die Boxencrew. Zum letzten Mal wird der japanische Formel-1-Grand-Prix auf dem spektakulären Kurs inmitten eines Vergnügungsparks mit Achterbahn ausgetragen, nächstes Jahr gehört Mount Fuji nahe Tokio zum Rennkalender.

Zum letzten Mal Suzuka, zum vorletzten Mal Michael Schumacher. Suzuka ist ein Schumacher-Kurs. 1995, 1997, 2000, 2001, 2002 und 2004 hat Schumacher hier gewonnen, 2000 und 2003 den WM-Titel gefeiert. "Der Kurs ist ein Traum, vor allem der erste Sektor. Den zu fahren ist einfach klasse: die S-Kurven, der Rhythmus – geil", jubilierte Schumi ungewohnt überschwänglich: "Jetzt beginnt die WM bei null, mehr kann man doch nicht wollen."

Im Schatten des Riesenrades: Michael Schumacher freut sich auf seinen Lieblings-Kurs in Suzuka.

Fernando Alonso ging nach seinen schweren Vorwürfen ans eigene Team erstmal in Deckung. Der spanische Renault-Pilot bereitete sich an einem geheimen Ort auf das Rennen vor. Derweil bemühte sich Renault-Sprecher Bradley Lord, die Verratsvorwürfe des Piloten zu entkräften. "Wir stehen zu 150 Prozent hinter Fernando und seinem Kampf um die Weltmeisterschaft. Die Punktesituation ist momentan so eng, dass man die Fahrer-WM wahrscheinlich gewinnen muss, wenn man auch die Konstrukteurs-WM gewinnen möchte – und umgekehrt. Es gibt kein Problem in der Beziehung zwischen Fernando und dem Team."

Michael Schumacher und Ferrari gehen als Favoriten ins große WM-Finale. Vier Punkte sprechen für den Rekordweltmeister:
• Motivation/Teamgeist: Schumacher hat in dreieinhalb Monaten 25 Punkte Rückstand aufgeholt. Seitdem der Deutsche seine Zukunftspläne sortiert hat, wirkt er wie befreit. Er verhält sich absolut loyal zu seinem Team und lässt keine Gelegenheit aus, seine Mannschaft zu loben. Zuletzt in Shanghai: "Dies ist einfach eine ganz besondere Truppe."
• Auto: Chassis, Aerodynamik und Radaufhängung wurden bei Tests vor dem China-Grand-Prix überarbeitet. Neueste Clous sind ein sichelförmiger Zusatzflügel an den Seitenkästen und ein Rotationsdämpfer an der Hinterachse.
• Zuverlässigkeit: Schumacher hatte nur einen Motorschaden in Malaysia, Alonso blieb in Monza mit Kurbelwellenschaden liegen. In Budapest schied er wegen einer nicht angezogenen Radmutter aus.
• Strategie: Bis auf eine falsche Reifenwahl in Bahrain gab Ferrari Schumacher in jedem Rennen die richtige Taktik mit auf den Weg. Wegen einer fehlerhaften Strategie gelang es dem schnelleren Alonso in Imola nicht, Vordermann Schumacher zu überholen. In Shanghai wähnte sich Alonso von Teamkollege Fisichella im Stich gelassen.

Doch keiner der Faktoren fällt so sehr ins Gewicht wie die Reifen. Sie haben einen erheblichen Einfluss auf die vergangenen Rennen gehabt, und sie werden die Titelvergabe entscheiden. Auch in Suzuka (Sonntag, 8. Oktober 2006, 7:00 Uhr, live im autobild.de-Ticker) könnte – wie schon in Schanghai – durch Wetterkapriolen das Klassement durcheinander gewirbelt werden. Es gelten folgende Faustregeln: Auf sehr nasser Strecke ist der Bridgestone-Reifen von Ferrari stärker. Auf feuchter Strecke laufen die Michelin-Intermediates von Renault besser, bei abtrocknender Strecke sind wieder die Bridgestone-Reifen im Vorteil. Michael Schumacher kann also nur leichter Dauerregen vom Titelkurs abbringen.

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