Großer Preis von Monaco

Großer Preis von Monaco Großer Preis von Monaco

Vorschau: Großer Preis von Monaco

— 14.05.2002

Beckenkreisen mit Bauchgrummeln

Der Startplatz entscheidet beim Seiltanz im Fürstentum. Das wichtigste Rennen des Jahres erfordert Balance, vom Auto und vom Fahrer.

Kurvenreich, verlockend, attraktiv, unwiderstehlich, klein und rund: Monaco ist die Venus unter den Rennstrecken. Die donnernde Jagd zwischen schmalen Gassen und breiten Yachten - ein Overkill der Kontraste. Auf 3,37 km ein Festschmaus für Kenner - mit Ankerplatz für die Schönen und Reichen und das Highlight des Jahres für die Piloten. Der ultimative Kick. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 146 km/h ist es die schnellste Stadtrundfahrt der Welt. Vollgas mit 300 Sachen durch den Tunnel, meist Millimeter an Mauern und Leitplanken entlang - wenn's gut geht. Das bedeutet auf 78 reizüberfluteten Runden: die Verquickung von maximaler körperlicher und psychischer Belastung auf der Fahrbahn.

Ritt durch den Plankendschungel

Der Große Preis von Monaco ist die schnellste und gefährlichste Stadtrundfahrt der Welt.

Das Adrenalin strömt im Akkord in die Blutbahn: 250 Nanogramm pro Rennminute. Ein Tropfen zu viel Aggressivität wird sofort bestraft. "Hier hast du ständig das Gefühl, durch die Barrieren fahren zu müssen", beschreibt David Coulthard den Ritt durch den Plankendschungel. Totalschäden zählen im Vorgarten des Fürsten zum Alltag. Karl Wendlinger (1994), Alexander Wurz (1998), Ralf Schumacher (2000) oder Heinz-Harald Frentzen (2001) wissen das. Selbst Ex-Medical-Car-Pilot Alex Ribeiro küsste vor zwei Jahren mit seinem Dienstwagen die Leitplanken. "Monaco ist gefährlich, macht aber Riesenspaß", sagt Weltmeister Schumacher. Die PS-Monster müssen präzise reagieren. Gut ausbalanciertes Fahrwerk, Traktion und maximaler Abtrieb sind notwendig, um 1482 Kurvenfahrten und 3042 Gangwechsel in 78 Runden zu meistern.

Die Pole birgt phänomenales Prestige: Wer hier vorn steht, hat den Speed. Und alle Chancen. Denn im Leitplankenkanal herrscht "Überholverbot". In den vergangenen zwölf Jahren gewannen acht Fahrer aus der ersten Startreihe, viermal der Trainingsbeste. Schicksal: 2001 verlor Coulthard Startplatz eins (nach Elektronikproblem) an Schumi, blieb 35 Runden auf Position 16 im überlegenen Silberpfeil hinter Bernoldi (Arrows) hängen, bevor der zum Boxenstopp abbog. Nur Regen, Unfälle oder Defekte bringen die Reihenfolge im Fürstentum in Unordnung. Wie 1996 beim Schauer-Rennen. Die Zielflagge sehen nur vier Autos. Erster: Olivier Panis im Ligier. Damals hatte Frentzen den Volltreffer auf dem Fuß, bis er von Irvine angekickt wurde. Panis zehrt noch heute von diesem Profit.

GP von Monaco und das Rennen 2001

Pech: Bei Pole-Mann David Coulthard spielt die Startautomatik des McLaren-Mercedes verrückt. Michael Schumacher überholt und gewinnt das Rennen 2001.

7. WM-Lauf - GP Monaco, 26. Mai 2002
Circuit de Monte Carlo seit 1955 im GP-Kalender • Länge: 3,370 km • Durchschnittstempo: 146,881 km/h (2001) • Runden: 78 • Distanz: 262,860 km • Ralf Schumachers Urteil: "Die schwierigste Strecke im Kalender. Ständig besteht die Gefahr, in den Gassen anzuschlagen. Monaco ist zu gefährlich, zu uneben und ohne Überholchancen."

So lief das Rennen 2001 Pech für Coulthard beim Vorstart - Schumi dominiert die schnelle Stadtrundfahrt: Schon beim Vorstart verliert Silberpfeil-Pilot David Coulthard alle Hoffnungen. Nach seiner überragenden Pole-Position spielt die Startautomatik des McLaren-Mercedes verrückt, bereits zum vierten Mal 2001. Michael Schumacher dankt und fährt vorn ein einsames Rennen, verliert seine Führung nur für vier Runden wegen Boxenstopp an Teampartner Barrichello. Bei Ralf Schumacher streikt 20 Runden vor Schluss die Servolenkung, alle Lichter blinken im BMW-Williams-Cockpit. Aus in der Box. Damit erbt Eddie Irvine Platz drei. Das beste Jaguar-Resultat bis heute. Schon im Training überzeugt Irvine mit Startposition sechs. Im Rennen überrundet der Jaguar-Mann sogar Coulthard. Vom letzten Platz aus arbeitet sich der McLaren-Pechvogel als Fünfter in die Punkte.

Sieger 2001: Michael Schumacher (Ferrari) 1:47.22,561 h • 2000: David Coulthard (McLaren-Mercedes) 1:49.28,213 h • 1999: M. Schumacher (Ferrari) 1:49.31,812 h Schnellste Runden 2001: D. Coulthard (McLaren-Mercedes) 1.19,424 Min. • 2000: Mika Hakkinen (McLaren-Mercedes) 1.21,571 Min. • 1999: M. Schumacher (Ferrari) 1.22,259 Min. Pole-Positionen 2001: D. Coulthard (McLaren-Mercedes) 1.17,430 Min. • 2000: M. Schumacher (Ferrari) 1.19,475 Min. • 1999: M. Hakkinen (McLaren-Mercedes) 1.20,547 Min.

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