Vorschau: Großer Preis von Ungarn

Vorschau: Großer Preis von Ungarn

Vorschau: Großer Preis von Ungarn

— 06.08.2002

Mercedes in Puszta-Monaco Spitze?

Oder schlägt BMW den Dauersiegern Ferrari endlich ein Schnippchen? Der Erfolg hängt im Heizkessel von Budapest extrem von den Reifen ab.

Heiße Reifen in Puszta-Monaco

Nur zwei von bisher zwölf Rennen hat Ferrari in dieser Saison nicht gewonnen: Die Hitzeschlacht in Malaysia verließ BMW-Williams (Ralf Schumacher) als Sieger, das Reifenroulette in Monaco McLaren-Mercedes (David Coulthard). Nun also Ungarn, nun also Budapest. Wo der Asphalt so glüht wie in Kuala Lumpur und die Kurven so eng sind wie in Monte Carlo.

Aerodynamik und Fahrwerk der Ferrari sind einsame Spitze, die Reifen Marke Bridgestone eigentlich auch. Doch Gummi-Konkurrent Michelin gilt bei Tropenwetter nach wie vor als der heißere Siegkandidat. Wenn denn die schwarzen Socken aus Clermont-Ferrand so ideal weich sind wie in Monte Carlo. Da kamen Schumi und Barrichello auf Bridgestones der weichen Sorte weder im Qualifying noch im Rennen mit. Und McLaren-Mercedes war am Ende der große Gewinner im Fürstentum. Für solche Überraschungen war auch der Hungaroring schon immer gut. So wie 1997: als der amtierende Weltmeister Damon Hill im sonst völlig unterlegenen Arrows-Yamaha bis zur allerletzten Runde führte. Und nur wenige Kilometer vorm Ziel von Jacques Villeneuve im Williams-Renault abgefangen wurde.

Williams war übrigens bei den bisherigen 16 Ungarn-Grand-Prix seit 1986 am erfolgreichsten: sieben Siege; gefolgt von McLaren (fünf; drei mit Honda-, zwei mit Mercedes-Motor), Ferrari (drei) und Benetton (ein Sieg). Wobei in den letzten vier Jahren Rot und Silber die heiße Puszta-Kiste unter sich ausmachten. Unvergessen 1998: als Michael Schumacher und sein Technikchef Ross Brawn das doppelte McLaren-Mercedes-Bollwerk Hakkinen/Coulthard mit dem fixen Wechsel zur Drei- statt Zwei-Stopp-Strategie knackten. Oder 1999: als Schumi wegen seines Beinbruchs fehlte, Ferrari gnadenlos abschmierte und Hakkinen den größten Pokal abgriff. Und dies ein Jahr später – mit Schumi, den er knallhart am Start überholte – wiederholte. Notiz für Statistikfreaks: Nur ein Budapest-Sieger war oder wurde nie Weltmeister – Thierry Boutsen (Williams), der Erstplatzierte von 1990.

So lief das Rennen 2001

Fassungslos sind am Anfang die Gegner: Anders als 2000 lässt sich Schumi diesmal am Start nicht von McLaren-Mercedes überrumpeln. Er geht von der Pole-Position locker an die Spitze. Dahinter überrumpelt indes Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello Silberpfeil-Mann David Coulthard. Der "rennt" zwischen erstem und zweitem Boxenstopp auf Rang zwei, muss den aber nach dem letzten Mal Sprit- und Reifenfassen wieder an Barrichello abtreten. Der rote Doppelsieg sichert Michael Schumacher schon vier Rennen vor Saisonende seinen vierten Fahrer-WM-Titel und Ferrari seinen elften in der Konstrukteurswertung. Am Ende sind dann die Doppel-Weltmeister fassungslos. "Welch ein Team, welch eine Freude, mit euch zu arbeiten. Ich liebe euch alle!", funkt Schumi auf der Ehrenrunde aus dem Cockpit zur Box. Wo wieder nicht wenige Freudentränchen kullern.

Für Heinz-Harald Frentzen beginnt mit dem Budapest-Rennen ein neues Formel-1-Leben: Nach dem Rausschmiss bei Jordan-Honda hat er sein Heimrennen in Hockenheim nur vorm Fernseher verfolgt. Nun ist er bei Prost-Acer wieder im schnellen Geschäft. "HHF" ersetzt bei Prost Jean Alesi, der ab Ungarn seinen Jordan-Sitz übernimmt. Mit einem Dreher endet Frentzens erster Ausflug in Blau. Sein Fazit ist trotz des Abstiegs ins Hinterfeld positiv: "Ich liebe meinen Job, also fahre ich."

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