Vorschau NAIAS 2010 — 06.01.2010
Die Stars von Detroit
Nach dem automobilen Pleitejahr 2009 wollen die Amerikaner auf ihrer wichtigsten Messe in Detroit 2010 wieder dick auftragen. Auch die deutschen Hersteller sind für einige Überraschungen gut.
Wenn sich die düsteren Prognosen bewahrheiten sollten, dann wurden 2009 in den USA nur knapp zehn Millionen
Neuwagen verkauft. Zwischen den Jahren 2000 und 2007 waren es durchschnittlich noch weit über 16 Millionen Autos. Das automobile Amerika wurde 2008 und 2009 schwer durch die Wirtschaftskrise gebeutelt. Doch schon bald soll alles anders werden. Analysten prophezeien für 2010 einen Anstieg der
Neuzulassungen auf insgesamt 11,5 Millionen Fahrzeuge. Das klingt immerhin ein wenig ermutigend. Und da Trübsal blasen den meisten Amerikanern ohnehin fremd ist, zeigen sich die US-Hersteller auf der
NAIAS 2010 (11. bis 24. Januar) mit breiter Brust und diversen Premieren. Natürlich dürfen – zeitgemäß – einige kleinkalibrige
Öko-Studien nicht fehlen, doch das Gros der US-Exponate trägt auch 2010 mächtig Muskeln und ordentlich Dampf unter der Haube zur Schau.
Doppelrohr statt E-Motor: Cadillac rauscht mit dem CTS-V Coupé mit 6,2-Liter-V8 und 564 PS nach Detroit.
GM-Tochter
GMC schleppt voller Stolz den bulligen Crossover Acadia Denali aufs Messeparkett,
Cadillac präsentiert das neue
CTS-V Coupé,
Chevrolet verleiht seinem Kleinwagen
Aveo mit der Sportversion RS Flügel. Auch
Ford macht eher auf dicke Hose denn auf schlanke Linie und schickt den
Ford Mustang GT mit neuem 5,0-Liter-V8 und die Rennversion Ford Racing
Mustang Boss 302R auf die Reise von Dearborn ins benachbarte Detroit. Bei dieser geballten Power-Parade gerät der nagelneue
Ford Focus, der seine Weltpremiere feiert, schon fast in den Hintergerund. Erschütternde Kunde kommt aus dem Hause Chrysler: Der marode Autobauer verzichtet bei seinem Heimspiel auf eine Pressekonferenz und teilt sich den Messestand mit dem neuen Partner
Fiat. Da scheint wirklich der letzte Penny aus der Unternehmenskasse geflossen zu sein. Bewegendes hat
Chrysler nicht zu bieten, "Highlights" sind eine müde Fließheck-Studie auf Basis des
Lancia Delta sowie einen Elektro-Kleinwagen auf Basis des
Fiat 500. Weitere Neuheiten made in USA sind ein Konzept des Cadillac XTS, der den DTS ersetzen soll, der GMC Granite auf Basis des
Chevrolet Orlando und eine Sportversion des
Buick Regal (Basis
Opel Insignia OPC).
Frische Luft in der Mittelklasse: Das E-Klasse Cabrio zeigt sich in Detroit erstmals dem Messepublikum.
Die deutschen Premium-Hersteller nutzen die NAIAS auch 2010 wieder als willkommene Premieren-Bühne für extravagante und in den USA gut verkäufliche Premiummodelle sowie für einige freakige Öko-Studien. Mercedes präsentiert sein neues
E-Klasse Cabrio,
Audi und
VW haben jeweils eine neue Studie im Messegepäck, die ebenfalls am 11. Januar 2010 in Detroit enthüllt wird, und Volkswagen ließ verlauten, dass es sich um ein Hybrid-Coupé handelt. Audi hüllt sich (noch) in Schweigen. Außerdem feiert der
Audi A8 seine Messepremiere und der auf der
Los Angeles Auto Show 2009 zum
Green Car of the Year 2010 premierte
Audi A3 2.0 TDI dreht auch nochmal eine Ehrenrunde. Ebenfalls zum ersten Mal auf einer Automesse stehen das
Concept ActiveE und der rassige
Z4 sDrive 35is von
BMW, Mini lässt gleich nebenan sein flippiges
Beachcomber Concept auf das amerikanische Publikum los.
Kollektives Surren
Die japanischen Hersteller reisen mit einer Armada von Hybrid- und Elektrofahrzeugen an. Erwartet werden die Serienversion des
Honda CR-Z Hybrid, die Vollhybrid-Studie LF-Ch Concept von
Lexus (tritt gegen
BMW 1er und
Audi A3 an) sowie die schon bekannten
Nissan Leaf und der
Mitsubishi i-MiEV. Messe-Star aus Fernost wird aber mit Sicherheit eine hybride Kleinwagen-Studie von
Toyota, von der die Japaner am 11. Januar das Tuch lüpfen.
Volvo zeigt einen elektrischen
C30, der chinesische Autobauer
BYD hat die Serienversion des
e6 dabei. In der "Electric Avenue" dürfen zudem diverse Kleinhersteller ihre E-Autos zur Schau stellen. Insgesamt erwarten die Veranstalter rund 20 reine Elektrofahrzeuge. Es ist somit alles angerichtet zum kollektiven Surren und Summen im Cobo Center von Detroit.
Besuchen Sie uns auf unserer Sonderseite zur Live-Berichterstattung von der NAIAS 2010!
Kommentare zum Artikel (19)
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öko hin und her ..... der Granite ist genial und muß auf jeden fall her (gestellt ) werden .sabber sabber . schlurz . Aber meistens sind die veränderungen bis zum serienstart erschrekent. Ok ne B säule darf es dan schon noch sein . wegen der sicherheit und so . auserdem werden ja dan kosten und gewicht gespart.
Der Aveo Rs ist auf jeden fall mal endlich ein auto für Männer . Ja eindeutisch , kleinwagen für Echte Männer , unwarscheinlich das dieses model bei Frauen ankommt .Oder doch ?egal !! her damit und weg mit europäischen lange weile .
Achja dieses elende Umweltgeseier und Ökobilanzgelatsche, einfach nur nervend und spaßraubend... Aber lasst uns die Welt ruhig durch Ökoautos retten .:ROFL:.
zum Chevrolet Aveo RS: Recht hübsches Concept-Car aber von vorn finde ich, sieht er doch etwas sehr nach VW Scirocco aus, das im Innenraum Opel-ähnliches Design zur Anwendung kommt ist hingegen logisch.
Die Quelle von Konstantin wird die populistische Studie Hummer vs. Prius sein. Dort wurden zB. Transport kosten für den Prius eingerechnet, wo hingegen beim Hummer da "made in USA" keine gezählt haben. Natürlich wird die Suche, Förderung, Transport, Herstellung von Kraftstoff auch nicht beobachtet.
@hans2: Nicht zu vergessen das ein Kraftwerk deutlich effizienter arbeitet, als die kleinen Feuerstellen im Auto. Bei den Lösungen mit Range-Extender sieht man sogar das beim konventionellen Antrieb deutliche Verbesserungen noch möglich sind. Wenn der Motor als Generator in optimalen Leistungsbereich betrieben wird, sind erhebliche Senkungen möglich.
Ja Konstantin, das will ich auch wissen. Wo sind die Quellen die deine Argumente belegen?