Vorschau Opel Allegra

Vorschau Opel Allegra

— 07.10.2009

Opels neue Mini-Mode

Mit neuen Produkten aus der Krise: Opel plant einen sparsamen Dreitürer in der 8000-Euro-Klasse. Der Allegra soll die Antwort auf Ford Ka, VW up! und die Kleinwagen aus Fernost sein.

Ford hat den Ka, VW legt letzte Hand an den up!, Seat und Skoda werden auf gleicher Basis nachziehen. Und was hat Opel? Gute Ideen, wenig Geld, demnächst eine neue Gesellschafter-Struktur mit Magna, GM und russischen Bankern als wichtigsten Anteilseignern – aber immer noch kein kleines Auto. Die Opel-Chefs wissen, dass sie keine Zeit verlieren dürfen. Die Marke braucht neue Motoren, neue Getriebe und neue Modelle. "Wir werden mittelfristig einen Wagen unterhalb des Agila ins Programm aufnehmen", verspricht der designierte Opel-Chef Carl-Peter Forster. "Aber wir wissen noch nicht, welche technische Basis den Zuschlag bekommt", relativiert sein Statthalter Hans Demant.

Alle News und Tests zu Opel auf der neuen Opel-Seite

Kein Agila-Klon: Der Allegra bekommt eine eigenständige Karosserie.

Aktuell stehen zwei Konzepte zur Diskussion: • ein Drei-Meter-Auto mit dem Decknamen New Small, das auf einer verkürzten Corsa-Bodengruppe aufbaut • ein ähnliches Projekt mit dem Decknamen Sub-B Opel, dessen Technik die koreanische GM-Tochter DAT (früher Daewoo) zuliefert. Das Problem: Die Konzernzentrale in Detroit favorisiert die Korea-Connection, die Rüsselsheimer machen sich dagegen stark für eine europäische Lösung. Was spricht gegen den Deal mit Fernost? "DAT ist die verlängerte Werkbank von Chevrolet, und wenn Chevrolet dieses Auto bringt, sinken die Chancen für den Opel-Ableger", antworten Forster und Demant unisono. So hängt der Kleine auch an der großen Politik. Die Amerikaner wollen über DAT auch weiterhin ihren Einfluss bei Opel sichern. Außerdem verweisen sie auf Kostenvorteile, auf den aggressiveren Zeitplan und einen günstigeren Endpreis.

Die technische Plattform für den Allegra soll der Corsa liefern

Allegra-Blaupause: 2004 stellte Opel die Studie Trixx auf dem Genfer Salon vor.

Warum favorisieren die Deutschen den Corsa-Ableger? "Weil wir Kapazitäten zu füllen haben, weil die Technik bereits im Regal liegt, weil wir statt des Weltautos eine europäische Lösung anstreben. Und weil wir für relativ kleines Geld ein voll konkurrenzfähiges Fahrzeug auf die Räder stellen können." Wir blicken zurück ins Frühjahr 2008. Opel träumt vom Premium-Modell oberhalb des Insignia, von sportlichen Nischenautos und einem Fünftürer mit Hochdach. Doch dann schlägt der Blitz ein, das Management muss umdenken. O-Ton aus der Chefetage: "Drei Dinge haben die Entscheidung für einen Dreitürer forciert: erstens die Aktivitäten der Wettbewerber, zweitens der Preisdruck und drittens die ungesunde Nähe eines Fünftürers zum Agila." Im Rahmen der neuen Magna- GM-Strategie wird Opel ab 2013 möglicherweise drei Modelle von der künftigen Corsa-Technik ableiten: • den Opel Mini, der Allegra heißen könnte • den Agila-Nachfolger • den Corsa Crossover.

Die Zukunft des Agila hängt nicht zuletzt davon ab, ob Suzuki auch im angedachten künftigen Verbund mit VW als Zulieferer für GM erhalten bleibt. Vom Opel Allegra sind nach heutigem Stand vier verschiedene Varianten geplant: • Eco, Benzin-Dreizylinder (neuer SIDI-Direkteinspritzer) • Power mit SIDI-Vierzylinder • Hybrid, SIDI-Benziner mit Doppelkupplungsgetriebe • City, reiner Elektroantrieb. Anders ausgedrückt: Es gibt keinen Diesel, weder als Drei- noch als Vierzylinder. Warum? Weil das Abgasthema nur mit teurer Nachbehandlung in den Griff zu bekommen ist. Und weil kleine Diesel am Weltmarkt kaum eine Rolle mehr spielen. Der Preis für den Basis-Allegra soll bei 8000 Euro liegen, der Verkauf Ende 2012 starten – gebaut in einem bestehenden Corsa-Werk, also in Eisenach, Gliwice oder Zaragoza. Der kleine Blitz wäre ein echter Europäer.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Besser zu spät als gar nicht. Opel denkt schon lange über einen Kleinen nach, doch bislang hat sich das Auto nicht gerechnet. Erst im Gleichteile-Verbund mit dem Corsa könnte bald ein Schuh draus wer den – vorausgesetzt, GM schießt nicht quer.

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