Rallye-WM: Alle Fahrer der WRC-Klasse 2017

Vorschau Rallye Finnland

— 26.07.2017

Comeback für schnellsten Sieger aller Zeiten

Nach einem WM-Lauf Pause ist Citroën-Werksfahrer Kris Meeke wieder mit dabei. Kommt der angekündigte Regen, ist diesmal Sébastien Ogier Favorit.

Wird der Rekord geknackt? Seit 2016 hält der damalige Rallye-Finnland-Sieger Kris Meeke (38) die Bestmarke für die höchste jemals in der Weltmeisterschaft erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit im Mittel knapp 127 km/h driftete der Citroën-Werksfahrer durch die Wälder rund um Jyväskylä. Der innoffizielle „Große Preis von Finnland“ belegt unter den Top-10 der schnellsten WM-Rallyes aller Zeiten schon jetzt neun Plätze. Nur die – nicht mehr stattfindende – Safari-Rallye in Kenia war ähnlich schnell und wird auf Rang sechs geführt.

Die Rallye Finnland 2016 war also schon unvorstellbar schnell. Doch die World Rally Cars (WRC), die am kommenden Wochenende in der mittelfinnischen Universitätsstadt über die Startrampe rollen, haben noch einmal fast 100 PS mehr als letztes Jahr unter der Haube und dazu eine wesentlich effizientere Aerodynamik. Weil aber die Motorsportbehörde FIA mehr als 130 km/h Durchschnitt nicht sehen möchte, hat der Veranstalter an passenden Stellen Schikanen aufgebaut. Eine Alibi-Maßnahme. Denn die WRC erreichen immer noch einen Topspeed von mehr als 200 km/h und springen auf den unzähligen Kuppen mehr als 50 Meter weit. Nur die – wenig aussagekräftige – Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt.

Kris Meeke hält den Durchschnittsgeschwindigkeitsrekord in der WRC

Was passiert, wenn bei diesem Tempo etwas schiefgeht, erlebte Weltmeister Sébastien Ogier (33) bei Testfahrten vergangene Woche. Der Ford-Pilot erwischte einen Stein ungünstig, den er selbst Minuten vorher aus dem Boden gerissen hatte. Die Aufhängung des Fiesta WRC brach, Ogier landete im Wald, blieb ebenso wie der Ingenieur auf dem Beifahrersitz zum Glück unverletzt. Das Auto wurde aber so stark beschädigt, dass der Test beendet war.

„Finnland ist in den letzten Jahren kein gutes Pflaster für mich“, meinte der Tabellenführer, der immerhin als einer von nur fünf Nicht-Skandinaviern die Rallye  bereits gewinnen konnte. Fürs Wochenende hofft Ogier auf das Eintreffen des vorhergesagten Regens. Dann wäre seine Startposition eins sogar ein Vorteil, weil die Schotterstrecken mit jedem Teilnehmer weicher und dadurch langsamer werden.

Vorjahressieger Kris Meeke betet dagegen für Sonnenschein. Dann würde er – ähnlich wie 2016 – als Zehnter in der Startreihenfolge von neun Straßenfegern vor ihm profitieren. Doch der Nordire lief zuletzt seiner Form vom vergangenen Jahr weit hinterher. Beim letzten WM-Lauf in Polen wurde er von Citroën-Teamchef Yves Matton (50) sogar aus der Mannschaft geworfen. „Der finnische WM-Lauf gehört zu meinen Lieblingsrallyes“, sagt Meeke vor dem Comeback, bei dem er zum ersten Mal den technisch überarbeiteten C3 WRC (geänderte Kraftverteilung, andere Stoßdämpfer) im Wettbewerb fahren wird.

Jari-Matti Latvala hat am Wochenende Heimspiel

Auch Toyota kommt mit Neuerungen zum Heimspiel. Das in der Nähe von Jyväskylä beheimatete Team, in dessen Diensten drei Finnen stehen, hat dem Yaris WRC einen stärkeren Motor verpasst. Die Mannschaft profitiert ohnehin von der weitgehend auf finnischen Waldwegen erfolgten Entwicklungsarbeit. Auch  wegen seiner drei Siege (2010, 2014, 2015) gehört Jari-Matti Latvala (32) erneut zu den Favoriten. „Wir Finnen haben hier immer einen ganz besonderen Druck“, gibt Latvala zu, der als Tabellendritter bereits einen deutlichen Rückstand auf Ogier und Verfolger Thierry Neuville (29) hat. „Aber ich sehe diesen Druck positiv. Mein Ziel ist der Sieg.“

Neuville konnte als Einziger in der laufenden Saison bereits drei Rallyes gewinnen (Frankreich, Argentinien, Polen), hat nur noch elf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Ogier. Aber der Sieg in Finnland fehlt ihm als Einzigem innerhalb des Spitzentrios noch in der eigenen Sammlung. Auch schaffte Hyundai in Finnland noch nie den Sprung aufs Podium. „Das Tempo in Finnland ist so hoch, dass man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben darf“, beschreibt Latvala. „Entweder landest du gleich im Wald. Oder du verlierst mindestens ein paar Zehntelsekunden, die hier schon über Sieg oder Niederlage entscheiden können.“

Der neunte von 13 WM-Läufen wird am Donnerstag (27. Juli) mit einer Showprüfung im Stadtzentrum von Jyväskylä gestartet. Bis Sonntag folgen weitere 24 Prüfungen mit einer Gesamtlänge von 314 Kilometer. 
Einziger deutscher Teilnehmer ist Julius Tannert (27), der zusammen mit seinem österreichischen Beifahrer Jürgen Heigl mit der Junior-WM zum ersten Mal in Finnland startet. „Auf den schnellen Schotterprüfungen mit ihren zahlreichen Sprungkuppen ist Erfahrung und Streckenkenntnis natürlich von großem Vorteil“, ist sich Tannert bewusst, der wie alle Konkurrenten einen Ford Fiesta fährt (Dreizylinder-Turbomotor, rund 190 PS, Vorderradantrieb). „Aber wir sehen es als Chance und nehmen erneut eine Podiumsplatzierung ins Visier.“ In der Gesamtwertung der Junior-WM ist Tannert derzeit Sechster.

Die Rallye Finnland im Internet-TV

Donnerstag, 27. Juli 2017
19:00 Uhr      WRC plus    Wertungsprüfung 1 live

Freitag, 28. Juli 2017
19:30 Uhr      WRC plus    Wertungsprüfung 13 live
21:00 Uhr      Red Bull TV Highlights 1. Tag
23:00 Uhr      WRC Plus    Highlights 1. Tag

Samstag, 29. Juli 2017
14:50 Uhr      Red Bull TV Wertungsprüfung 19 live
15:00 Uhr      WRC plus    Wertungsprüfung 19 live
21:00 Uhr      Red Bull TV Highlights 2. Tag
22:00 Uhr      WRC plus    Highlights 2. Tag

Sonntag, 30. Juli 2017
9:00 Uhr        WRC plus    Wertungsprüfung 23 live
12:00 Uhr      WRC plus    Wertungsprüfung 25 live
20:00 Uhr      WRC plus    Highlights 3. Tag
21:00 Uhr      Red Bull TV Highlights 3. Tag
23:00 Uhr      WRC plus    Highlights komplett

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance / Hersteller

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