Rallye-WM: Alle Fahrer der WRC-Klasse 2017

Vorschau Rallye Großbritannien

Matchball für Sébastien Ogier

Der Titelverteidiger aus dem Ford-Team M-Sport kann in Wales vorzeitig zum fünften Mal Weltmeister werden. Hyundai setzt als Gegenmaßnahme erstmals vier Werksautos ein.
Macht Sébastien Ogier (33, Ford) am Wochenende in Wales den Sack zu? Schon beim vorletzten WM-Lauf in Großbritannien, der am Donnerstag in Conwy gestartet wird, kann der Titelverteidiger zum fünften Mal in Folge Weltmeister werden. „Am einfachsten ist es, wenn ich gewinne“, sagt Ogier, der bei der Schotter-Rallye bereits vier Siege feiern konnte. Dann hätten die Verfolger Ott Tänak (29, Ford) und Thierry Neuville (29, Hyundai) auch rechnerisch keine Chance mehr, den Franzosen beim Saisonfinale in Australien noch abzufangen. Beide müssten dagegen auf jeden Fall siegen, um die Titelentscheidung möglicherweise noch offen zu halten.
Da es in den letzten Tagen in Wales geregnet hat und die Wertungsprüfungen in den dunklen Wäldern entsprechend aufgeweicht sind, ist die Startposition 1 für Tabellenführer Ogier ausnahmsweise kein Nachteil. „Mit jedem Fahrzeug bricht die Fahrbahnoberfläche mehr auf und bremst dadurch das Tempo“, beschreibt Ogier, der zum ersten Mal seit vier Jahren nicht als vorzeitiger Weltmeister nach Großbritannien kommt.

Tänak hat noch rechnerisch Chancen auf den WRC-Titel

„Bei dieser Rallye kann viel passieren, die Prüfungen sind extrem anspruchsvoll. Ich werde bis zum Ende kämpfen“, macht sich Tänak selbst Mut, der bereits 37 Punkte Rückstand auf Teamkollege Ogier hat. Der Este wechselt für 2018 zu Toyota und will sich mit einem besonderen Geschenk von M-Sport verabschieden – dem Titel in der Teamwertung. Den hat die private Mannschaft aus dem nordenglischen Cockermouth schon so gut wie sicher. Dazu müssen entweder Ogier, Tänak oder der dritte M-Sport-Fahrer Elfyn Evans (30) lediglich das Ziel erreichen. Es wäre der erste WM-Titel für ein Privatteam seit 2006 (Kronos-Citroën mit Sébastien Loeb).
Um die winzige Chance auf den Fahrertitel doch noch zu wahren, schickt Hyundai erstmals vier Werksautos an den Start. Neuzugang Andreas Mikkelsen (28) sowie
Hayden Paddon (30) und Dani Sordo (34) sollen Neuville unterstützen, indem sie Ogier Punkte wegnehmen. Willkommene Schützenhilfe könnte dabei von Jari-Matti Latvala (32, Toyota) und Kris Meeke (38, Citroën) kommen, der mit dem Sieg bei der zurückliegenden Rallye Spanien seine Formkrise offenbar überwunden hat.
Die Rallye Großbritannien gehört zu den wenigen WM-Rallyes, bei denen auch bei Dunkelheit gefahren wird. Besonders der Samstag ist lang, wenn es um 6:10 Uhr morgens losgeht und das Etappenziel erst um 22:26 Uhr erreicht wird. Insgesamt stehen bis Sonntag 21 Wertungsprüfungen über knapp 305 Kilometer auf dem Programm. Unter den 77 Teilnehmern sind 14 World Rally Cars (WRC) der 2017er Generation (1,6-Liter-Turbomotor, rund 380 PS, Allradantrieb) – ein neuer Rekord. Deutsche Fahrer sind dagegen nicht am Start.

Autor: Christian Schön

Fotos: Red Bull Content Pool

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