Vorstellung Ferrari F2008

— 07.01.2008

Die neue rote Göttin

Ferrari hat als erstes Team seinen 2008er F1-Boliden vorgestellt. Ohne großes Brimborium erblickte die neue rote Göttin in Maranello das Licht der Öffentlichkeit.
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Die Formel-1-Saison 2008 begann in Maranello. Wie es sich für einen Weltmeister gehört, präsentierte Ferrari am Sonntag (6. Januar) als erstes Team sein neues Auto. Entgegen den Planungen war Berater Michael Schumacher nicht dabei. Er wird den neuen F2008 dafür am Montag  (7. Januar) beim Rollout auf der Hausstrecke in Fiorano erleben. Die Jungfernfahrt macht Weltmeister Kimi Räikkönen. Ohne große Show und ohne Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sowie Generaldirektor Jean Todt wurde die neue "rote Göttin" F2008 im Blitzlichtgewitter der Fotografen enthüllt. Das Auto erinnert zwar in manchen Details an das erfolgreiche Vorgängermodell F2007, mit dem der Finne Kimi Räikkönen seine erste Fahrer-Krone gewann – es wartet aber auch mit einigen optischen Änderungen auf. So wurde beim Frontflügel am bewährten Doppeldecker-Konzept festgehalten. Auch diverse aerodynamische Zusatzflügel wurden weiter verfeinert, und auf Höhe des Motors sind die Seitenkästen besonders tief und schlank gehalten, was Vorteile für die Anströmung des Heckflügels haben sollte.

Wehe, wer sich da verdrückt: 23 Schalter und Knöpfe sollen dem Piloten helfen, das Auto im Griff zu halten.
Wehe, wer sich da verdrückt: 23 Schalter und Knöpfe sollen dem Piloten helfen, das Auto im Griff zu halten.
Ebenfalls verändert ist aufgrund diverser Regeländerungen die Elektronik. So ist in diesem Jahr die Traktionskontrolle, die ein Durchdrehen der Räder verhindern soll, verboten. Außerdem haben die Ferrari-Ingenieure den Radstand zu Gunsten der Agilität um 5 Zentimeter verkürzt und die Gewichtsverteilung den neuen Gegebenheiten angepasst. Das Getriebe besteht aus Karbon und ist der Länge nach eingebaut. Ferrari-Vizepräsident Piero Ferrari, einziger noch lebender Sohn von Firmengründer Enzo Ferrari, glaubt, dass Räikkönen auch 2008 einer der heißesten Titelanwärter sein wird. "Ich glaube fest daran", sagte der Italiener der Gazzetta dello Sport. "In seiner ersten Saison hat Kimi das Eis gebrochen und Vertrauen zum Team und zum Auto aufgebaut. Das neue Auto wird besser zu seinem Fahrstil passen."
Montezemolo und Schumi waren nicht dabei
Montezemolo und Todt erschienen wie Schumacher nicht zur Präsentation, um den Wandel im Team zu dokumentieren. So standen diesmal der neue Teamchef Stefano Domenicali, der Technische Direktor Aldo Costa, Motorenbauer Gilles Simon und Teammanager Mario Almondo im Rampenlicht. Durch den Rückzug von Jean Todt als Teamchef und die Übernahme dieses Postens durch Stefano Domenicali sieht Piero Ferrari keine großen Veränderungen auf das Team zukommen: "Jeder hat seine Art, mit bestimmten Dingen umzugehen. An der Spitze gibt es solide Strukturen, wie man vergangenes Jahr sehen konnte. 2008 gibt es weniger neue Leute, also wird es keine großen Probleme geben."
Das Team von autobild.tv war dabei als in Maranello die Hüllen fielen und nahm die den 2008er Boliden von Ferrari genau unter die Lupe. In unserem Video können Sie die ersten Bilder der roten Göttin erleben. Nach wie vor ist der F2008 eine Augenweide und auch die Fahrer sind begeistert. Felipe Massa schildert seine ersten Eindrücke und gibt einen Ausblick auf die Fähigkeiten seines neuen Arbeitsgerätes. Die Faszination Ferrari lebt auch in diesen Bildern.
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Die Göttin im Detail
Monocoque Kohlefaser-Honigwaben-Struktur • Getriebe Kohlefasergehäuse, längs eingebaut, semiautomatisch, sequenziell, sieben Gänge plus Rückwärtsgang, keine Zugkraftunterbrechung beim Schalten • Bremsen belüftete Kohlefaser-Scheibenbremsen • Gewicht 605 Kilogramm (mit Fahrer und Flüssigkeiten) • Räder BBS-Felgen • Motor Typ 056, acht Zylinder in 90-Grad-V-Anordnung, 32 Ventile, 2398 ccm Hubraum, 98 Millimeter Bohrung, Gewicht unter 95 Kilogramm • Elektronik Microsoft/MES • Benzin Shell V-Power ULG 64 • Motoröl: Shell SL-1098
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