Vorstellung Lancia Delta

Lancia Delta Lancia Delta

Vorstellung Lancia Delta

— 05.05.2008

Hoffnungsträger mit Historie

Der HF Integrale setzte Anfang der 90er mit bis zu 211 PS Zeichen, der neue Delta will eher mit Luxus und Stil punkten. Im September 2008 kommt der Neue. Jetzt gibt es die ersten Fahrbilder.

Noch 2008 will Lancia durchstarten. Der neue Delta übernimmt den Job des Hoffnungsträgers: Sein ambitioniertes Design soll der Marke wieder ein markantes Profil verleihen. Retro ist dabei nicht sein Thema, mit Ausnahme des Namens. Delta klingt eben immer noch nach ganz großem Sport und mächtig Ruhm (siehe unten). Und den braucht Lancia. Mit starkem Charakter soll der Delta edel und unverwechselbar auftreten. Grill und Scheinwerfer-Grafik wirken zwar etwas beliebig, dem Heck jedoch lässt sich das nicht vorwerfen. Hier regieren Eleganz und Leichtigkeit. Das Dach fliegt in einem flachen Bogen weit nach hinten, wo es sich sanft auf den Unterbau legt. Gemeinsam mit der aufwendigen Zweifarben-Lackierung unterstreicht diese Geste die Delta-Avantgarde. Nur die tief platzierten Türgriffe wirken klobig.

Die Motoren leiht sich der Delta vom Bravo

Bei so viel Optik muss die Technik mithalten. Aus dem Fiat Bravo bekannt ist der Basismotor, immerhin ein 1,4-Liter-Turbo mit 120 PS. Dazu kommt ein 1,8 Liter großer Turbo-Benzin-Direkteinspritzer, der mit einem Sechsstufen-Automatikgetriebe kombiniert wird und 200 PS leistet. Die Diesel-Palette startet mit einem 1,6-Liter (120 PS) und wird von einem 1,9-Liter-Registerturbo gekrönt – seine 190 PS und 400 Nm Drehmoment werden dem Delta gehörig Beine machen. Vorerst bleibt es beim Frontantrieb. Doch ein klares Nein zum Allrad kommt von Lancia nicht. Warum auch? Nur zu gern erinnnern wir uns an den Delta Integrale. Auch in der Größe setzt der neue Delta einen drauf. Trat sein kantiger Ur-Ahn noch gegen Golf & Co an, mischt der neue mit stattlichen 4,50 Meter Länge eine halbe Klasse höher mit.

Im Delta regiert ein Heer von Elektronik-Helfern

Schon in der Basisversion sind Klimaanlage, Abbiege- und Tagfahrlicht serienmäßig an Bord.

Innen lockt der Delta mit familien- und reisetauglichen Maßen. Lange Türen sichern einen guten Zustieg zum Fond, wo eine verschiebbare Rücksitzbank für üppigen Knieraum sorgt. Dazu kommt – typisch Lancia – eine Extra-Prise Luxus. Schon in der Basisversion sind Klimaanlage, Abbiege- und Tagfahrlicht serienmäßig an Bord. Und ein neuartiger Innenhimmel soll den Lärm effizient dämmen. Mit ambitionierter Technik hatte sich Firmengründer Vincenzo Lancia einst einen großen Namen gemacht. Der Lancia Delta muss an anderer Stelle ansetzen. Er versucht mit modernen Assistenzsystemen die Linie aufzunehmen: Ein elektronisches Sperrdifferenzial gehört ebenso dazu wie eine aktive Lenkungssteuerung mit Korrektursystem bei hoher Querbeschleunigung. Eine elektronische Dämpferkontrolle bietet der Delta und einen Spurhalteassistenten. Sogar einparken kann der Italiener fast von allein – als Option, wie wir es etwa von VW kennen.

Im September sollen uns die ersten Delta erreichen, bei 20.000 Euro (1.4 T) wird er starten. Bis zum Jahresende will Lancia bereits 2500 Exemplare verkauft haben – eine mutige Zahl für ein Nischenmodell. Hoffen wir, dass es klappt. Der Delta könnte Lancias letzte Chance sein.

Ruhmreiche Delta-Vorfahren

Nach dem Wegfall der Fulvia 1976 besetzte Lancia das kompakte Segment erst 1979 wieder mit dem Delta. Der kantige Fünftürer bediente sich technisch beim größeren Beta (1972–84), übernahm die Motoren vom Fiat Ritmo. Mit 3,89 Meter Länge startete er natürlich gegen den Golf I (ab 1978: 3,82 m) und wurde erst 1993 von der rundlichen zweiten Generation abgelöst (bis 2000). Die Rallye-Erfolge feierten die Italiener mit Ablegern der ersten Auflage.

Autor: Christian Steiger

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