Vorstellung Land Rover LRX

Land Rover LRX Land Rover LRX

Vorstellung Land Rover LRX

— 14.12.2007

Der Lust-Rover

Auf der Messe in Detroit steht ein Land Rover wie keiner zuvor: geduckt, eng, ein Coupé. Ausgerechnet von der Marke, die mit knorrigen Offroadern berühmt wurde.

Bei Land Rover kommt sogar der Fortschritt im Kriechgang. In fast 60 Jahren hat die Marke nur eine einzige Studie präsentiert – 2003 den Range Rover Sports. Doch was die Engländer in Detroit Anfang Januar zeigen, wird die Marke und ihre Kunden mit Vehemenz aus der Offroad-Spur werfen: das erste Land Rover Coupé – der LRX. Allein das Wort klingt so unglaublich wie "Rolls-Royce Pick-up". Auf den ersten Blick bleibt einem die Luft weg: Das soll ein Land Rover sein? Passt das? Auf breiten Schultern steht ein flaches, geducktes Glashaus, dazu das keilförmige Fensterband und ein schräges Coupé-Heck – shocking! Aber irgendwie reizvoll. Diese Studie klopft der Marke mit einem Schlag allen Staub aus der alten Barbour-Jacke.

Kürzer als Tiguan und Freelander

Ausgerechnet Land Rover, groß geworden durch ein Gelände-Fossil wie den Defender, zeigt ein SUV-Coupé! Einen dieser scheinbar unsinnigen Allradler im Stil des BMW X6, der 2008 erscheint – nur zwei Klassen höher. Denn mit 4,35 Meter Länge sortiert sich der LRX noch unter VW Tiguan oder Land Rover Freelander ein. Der fünftürige Bruder (15 Zentimeter länger) liefert die Bodengruppe samt Allradantrieb und elektronischem Zuschaltprogramm Terrain Response. Obendrüber durfte sich der neue Chefdesigner Gerry McGovern austoben: "Unsere Kunden erwarten mehr Dramatik."

Serienreife in frühestens drei Jahren

Und Gerry liefert Drama, dass eingefleischten Matsch-Moralisten ganz anders wird. Die Sitze schweben wie freistehend im Innenraum, der Einstieg nach hinten ist mühsam, der Platz dort knapp. Leuchtbänder in Schwellern, Türen und Mittelkonsole wechseln je nach Schaltprogramm ihre Farbe: Blau für Sparmodus, Grün für Gelände, Rot für Sport. Typisch Land Rover ist erst wieder die quer geteilte Hecktür, deren untere Hälfte zur Picknickbank umklappt. Daran hängt man in der Studie den eingebauten Weinkühler an. Es passt zur neuen Land-Rover-Strategie, wenn der Design-Direktor meint: "Der LRX soll ein Premiumauto sein." Ein Mini mit 4x4-Siegel: Knapp unter 30.000 Euro gelten als Preisziel, wenn das Serienauto in frühestens drei Jahren kommt.

Dann dürften spritschluckende SUV noch mehr am CO2-Pranger stehen als heute. Daher zeigt Land Rover in Detroit ein LRX-Sparpaket nach Vorbild des Technikträgers Land_e von 2006: Benziner mit zusätzlichem Elektroantrieb an der Hinterachse, elektrische Servolenkung, Start-Stopp-Automatik, kluges Wärmemanagement für den Motor. Auf dem Genfer Salon im März könnte ein fünftüriger LRX stehen. Zwei Studien in drei Monaten – wieso die plötzliche Eile? Konzernmutter Ford will Land Rover verkaufen, die Braut putzt sich raus – Motto: "Stilvolle Marke mit grünen Plänen sucht Partner. Bitte schnell melden."

Fazit von AUTO BILD-Autor Joachim Staat

Keine Frage, der LRX sieht klasse aus. Ein edler Mini-SUV steht Land Rover gut. Aber auch als Coupé? Diese Modeautos sind meist schnell wieder out. Da muss Land Rover auf sein Image aufpassen!

Autor: Joachim Staat

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