Vorstellung Big Bang von LEW-Design

Studie Big Bang von LEW-Design Studie Big Bang von LEW-Design

Vorstellung LEW-Design Big Bang

— 14.12.2006

Der Bentley-Bugatti

Er war einer der großen Stars auf der Essen Motor Show 2006. Der LEW-Design Big Bang erinnert an den Bugatti Veyron, entpuppt sich jedoch als Bentley Continental GT mit Bodykit.

Big Bang, zu deutsch: Urknall. Schon der Name der Designstudie lässt ahnen, mit welchem Selbstbewusstsein die Chemnitzer Firma LEW-Design an ihr erstes Projekt herantrat. So wie der Urknall unser Vorstellungvermögen übersteigt, hat auch dieser rollende Big Bang etwas Unfassbares: In aufwendiger Handarbeit bekam ein Bentley Continental GT den Look eines Bugatti Veyron. Egal ob Motorhaube, Stoßstangen, Seitenschweller, Kotflügel oder Kofferraumdeckel – alle Teile wurden verändert und/oder durch gewichtsparende Exemplare aus Carbon-Verbund-Material ersetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der riesige Kühlergrill im Bugatti-Design ist schon von Weitem zu erkennen und scheint die Straße und alles, was sich auf ihr befindet, in sich aufsaugen zu wollen.

Etwas dezenter fiel der Umbau der Heckpartie aus. Die beiden großen Einzelrückleuchten des Bentley wurden durch vier runde Exemplare ersetzt, die dem deutsch-britischen Grundprodukt eine gewisse italienische Leichtigkeit verleihen. Apropos Leichtigkeit. Auch unterhalb der Karosserie verzichteten die Sachsen auf überflüssige Pfunde und setzten das Fahrwerk auf Diät. Das komfortable, aber gewichtbringende Luftfahrwerk des Bentley Continental GT wich einem Gewindeexemplar aus Edelstahl. Dieses wurde von der Firma Eibach extra für den Big Bang entwickelt und lässt das Coupé deutlich sportlicher um die Ecken gleiten. Für den Fall, dass der Big Bang den Sprung von der Studie zum kaufbaren Exemplar schafft, plant LEW-Design weitere Individualisierungsmöglichkeiten. So soll eine Leistungssteigerung von 560 auf bis zu 650 PS mehr Vortrieb garantieren, eine Carbon-Bremsanlage dürfte für erstklassige Verzögerungswerte sorgen.

Erstklassige Handwerkskunst: In neun Monaten wurde der Big Bang montiert.

Dafür, dass auch die Qualität des Big Bang hochwertig ist, sorgt der Anspruch von LEW-Design. Helge Leonhardt, einer der drei Besitzer der Firma, bringt die Unternehmensphilosophie auf den Punkt: "Jeder soll sehen, dass es sich bei unseren Fahrzeugen um erstklassige Handwerkskunst handelt." Der 48-jährige Sachse weiß, wovon er spricht. Er besitzt zusammen mit seinem Zwillingsbruder Uwe unter anderem mehrere Audi-, Bentley- und Lamborghini-Autohäuser und kennt die Wünsche anspruchsvoller Kunden daher bestens. Auf der Motor Show Essen hat Leonhardt mit der Designstudie erstmalig den Markt getestet.

"Bei unserem Projekt geht es nicht darum, Bentley oder Bugatti auf die Füße zu treten. Wir wollten zeigen, was machbar ist, und streben eine Zusammenarbeit mit Bentley an. Bei positiver Resonanz planen wir eine Kleinserie von 20 bis 50 Stück." Gefertigt würde diese dann in den Hallen von Leonhardt in Zusammenarbeit mit seinem Partner, der Firma Enco. Der Tuner mit Sitz in Chemnitz ist eigentlich für seine individuellen Auspuffanlagen bekannt, baut seit drei Jahren aber auch komplette Fahrzeuge um. So wie den Porsche Cayenne Turbo, der beim High-Speed-Event von AUTO BILD SPORTSCARS und Continental in Nardo stattliche 294,5 km/h erreichte.

Soundmäßig muss sich der Sachse nicht vor einem Veyron verstecken.

Nicht ganz so schnell war das siebenköpfige Team um Firmenchef Jens Engelmann (32) bei der Fertigung des Big Bang. Zusammen mit Spezialisten aus den Leonhardt-Betrieben benötigten sie neun Monate, um das Coupé zu fertigen. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, es ist auch hörbar. Der stimmgewaltige Sound der Enco-Edelstahlauspuffanlage brennt sich schon beim Anlassen in die Gehörgänge der Passanten – Gänsehautfeeling inklusive. Keine Frage: Der Klang des Zwölfzylinders muss sich vor dem Sound des eine Million Euro teuren Bugatti Veyron (ohne Steuern) keinesfalls verstecken.

Womit wir beim Preis des Big Bang angekommen wären. Dieser ist ähnlich selbstbewusst kalkuliert, wie es der Name verheißt, und dürfte sich je nach Ausstattung und zusätzlichen Kundenwünschen bei etwa 270.000 Euro einpendeln. Zum Vergleich: Ein serienmäßiger Bentley Continental GT kostet 166.000 Euro. Doch angesichts der Qualität, der gebotenen Leistung und des exklusiven Äußeren geht der Preis dann doch in Ordnung. Außerdem: ein "echter" Bugatti Veyron ist über 730.000 Euro teurer.

Autor: Lars Zühlke

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