Diesel von VW/Audi: Manipulierte Abgastests in den USA

Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

VW-Abgasskandal: aktuelle News, Klagen und Urteile

Alle Infos zum Abgasskandal

Der beurlaubte Audi-Chef Stadler wurde erstmals in U-Haft vernommen – das wirft man ihm vor! Dazu: alle Infos zum Dieselskandal im VW-Konzern!
(dpa/Reuters/mas/brü/jr/lhp/cj) Nach zwei Tagen im Untersuchungsgefängnis Augsburg-Gablingen wurde Audi-Chef Rupert Stadler erstmals als Untersuchungshäftling vernommen. Zum Inhalt oder zur Dauer der Vernehmung wurde nichts bekannt. Die Ermittler werfen dem inzwischen beurlaubten Audi-Chef Betrug vor, weil er nach Aufdeckung der Abgastricks bei Dieselautos 2015 in den USA weiter manipulierte Autos in Europa habe verkaufen ließ. Außerdem soll Stadler zuletzt Zeugen oder Mitbeschuldigte beeinflusst haben. Daher ließ ihn eine Ermittlungsrichterin wegen Verdunkelungsgefahr am 18. Juni 2018 in Ingolstadt verhaften. Wie lange er im Gefängnis bleiben muss, ist völlig offen. Mit Stadler sitzt in der Dieselaffäre beim Volkswagen-Konzern erstmals ein Mitglied der obersten Führungsetage in U-Haft. 

Haftbefehl nach abgehörtem Telefonat

Der Niederländer Bram Schot (56) soll Audi als Interimschef führen. 

Zentraler Punkt beim Haftbefehl gegen Stadler ist laut Berichten von BILD und "Süddeutscher Zeitung" ein abgehörtes Telefonat mit einem oder mehreren Audi-Mitarbeitern. Darin soll der Manager Überlegungen angestellt haben, einen Beschäftigten zu beurlauben, der im Abgasskandal umfassend ausgesagt hat. Dieser gehöre der sogenannten Diesel-Task-Force bei Audi an, die intern für Aufklärung sorgen soll. Bei einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betruges drohen Stadler zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Stadler hatte sich nach seiner Verhaftung auf eigenen Wunsch als Audi-Chef und Vorstandsmitglied des Mutterkonzerns VW beurlauben lassen. Dem entsprechenden Beschluss des Aufsichtsrats von VW und Audi waren lange Diskussionen vorausgegangen. Beide Gremien hatten Anfang der Woche getagt. Als Interimschef bestellte der VW-Aufsichtsrat den gebürtigen Niederländer Bram Schot. Der Manager kam im September 2017 zu Audi. Zuvor hatte der 56-Jährige in Ingolstadt als Vertriebschef der VW-Nutzfahrzeugsparte gearbeitet. Dass Schot langfristig Audi-Chef bleibt, erwarten Unternehmenskenner nicht. 

Rückruf für den A8?

Laut eines Zeitungsberichts drohen Audi weitere Fahrzeugrückrufe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Die Behörde untersuche das neueste Dieselmodell des A8 auf unzulässige Abschaltvorrichtungen der Abgasreinigung, berichtete die BILD am SONNTAG am 17. Juni. Im Bundesverkehrsministerium hieß es, das KBA überprüfe fortlaufend Fahrzeuge. Dies treffe auch auf den A8 zu. Weitere Informationen könnten vor Abschluss der Prüfungen nicht weitergegeben werden. Ein Audi-Sprecher wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Audi hatte kürzlich mitgeteilt, die interne Überprüfung seiner Sechszylinder-Dieselmotoren auf Abgastricksereien in Kürze abschließen zu wollen. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im Juli 2018 dem KBA zur Bewertung vorgelegt werden. Vor einem Jahr hatte die VW-Tochter angekündigt, 850.000 Autos mit Sechs- und Achtzylindermotoren unter die Lupe zu nehmen. Die Hälfte der Motoren war in Ordnung, bei einem Viertel steht die Bewertung des KBA noch aus, für 216.000 wurden Rückrufe angeordnet.

Diesel kaufen: Pro und Kontra

Eine Milliarde Bußgeld gegen VW

EU-Kommissarin Jourova nannte das Zugeständnis von VW eine "De-Facto-Extragarantie" für Bauteile.

Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig in der Dieselaffäre ein Bußgeld über eine Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt. Den Ermittlungen zufolge sei es zu "Aufsichtspflichtverletzungen in der Abteilung Aggregate-Entwicklung im Zusammenhang mit der Fahrzeugprüfung" gekommen, bestätigte VW. Diese seien laut Staatsanwaltschaft "mitursächlich" dafür, dass von Mitte 2007 bis 2015 "insgesamt 10,7 Millionen Fahrzeuge mit dem Dieselmotor der Typen EA 288 (Gen3) in den USA und Kanada sowie EA 189 weltweit mit einer unzulässigen Softwarefunktion beworben, an Abnehmer veräußert und in den Verkehr gebracht wurden". Die Geldbuße setzt sich aus einer Ahndung in Höhe von fünf Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von 995 Millionen Euro zusammen. VW nahm die Geldbuße an. Verbraucherschützer sehen aber für die Besitzer der betroffenen Autos dadurch erst einmal keine Auswirkungen: "Sie stehen bislang weiter allein mit ihrem Schaden da", sagte der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller. 

Urteil: VW-Händler muss Schummeldiesel tauschen

Weil es mittlerweile einen Modellwechsel gab, muss der VW-Händler laut Urteil den Tiguan I gegen einen fabrikneuen Tiguan II (Foto) tauschen. 

Mitte März verurteilte ein deutsches Gericht erstmals einen VW-Händler, einen mit dem "Schummelmotor" ausgerüsteten Diesel auch nach dem vorordneten Software-Update gegen einen Neuwagen zu tauschen. Allerdings dürfte dies ein Einzelfall bleiben, denn ein Grundsatzurteil zu diesem Thema steht noch aus. Dennoch ist die Einzelfallentscheidung ein positives Signal für viele Besitzer von Schummeldieseln. Sollten andere Richter dieser Linie folgen, besteht eventuell die Chance auf eine Entschädigung der betrogenen Diesel-Käufer.

Überblick: Was Sie über den Abgasskandal wissen sollten

Der VW-Skandal nahm im September 2015 in den USA seinen Anfang.

VW hatte am 18. September 2015 eingeräumt, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Diese erkennt, ob ein Auto auf dem Prüfstand getestet wird und reguliert auch nur dann den Schadstoffausstoß. Im normalen Verkehr auf der Straße ist das System dagegen abgeschaltet. Der Skandal kostete die Wolfsburger in den USA bisher umgerechnet mehr als 25 Milliarden Euro. Hier ein Überblick über den Stand der Dinge und die wichtigsten Baustellen: 

Die Rückrufaktion – Fragen zur Umrüstung

Neue Rückrufe für Audi: Anfang Juni 2018 ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf für 60.000 Audi A6 und A7 an, 33.000 davon in Deutschland. Vorwurf: unzulässige Abschaltvorrichtungen. Am 21. Januar 2018 hatte das KBA aus dem gleichen Grund für rund 130.000 V6-Dieselfahrzeuge von Audi der Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 mit der Abgasnorm 6 einen Zwangsrückruf verhängt. Bei Audi hieß es, man untersuche seit Monaten mit Hochdruck alle Diesel-Konzepte auf etwaige Unregelmäßigkeiten und Nachrüstungspotenziale. Im November 2017 hatte der Ingolstädter Autobauer den europaweiten Rückruf von 4997 Audi A8 (Bautyp D4) mit 4,2-Liter-V8-Dieselmotor angekündigt, um ein Software-Update zu installieren. 3660 davon auf deutschen Straßen.
Rückruf für den VW Touareg: Im Dezember 2017 ordnete das KBA einen Zwangsrückruf für 57.600 Touareg – davon 25.800 in Deutschland – mit Dreiliter-Motor und Euro 6 der Baujahre 2014 bis 2017 an. Bei ihnen wurden eine nur auf dem Prüfstand tätige "schadstoffmindernde Aufwärmstrategie" sowie eine unzulässige Einschränkung der Harnstofflösung AdBlue bei Fahrzeugen mit SCR-Abgaskatalysator festgestellt.
Stand des Rückrufs insgesamt: Updates bekommen haben bisher rund 2,5 Millionen Fahrzeuge, wie das Bundesverkehrsministerium Anfang Juni 2018 auf eine FDP-Anfrage mitteilte – dies war die bereits seit mehreren Monaten genannte Größenordnung. Die deutschen Autobauer haben bis Jahresende Umrüstungen für 5,3 Millionen Diesel zugesagt (weitere Infos dazu hier: Was VW-Fahrer wissen müssen), darunter 2,5 Millionen VW, aus denen eine illegale Software entfernt werden muss. Der Zeitplan wackelt. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) pocht auf einen zugesagten Abschluss bis Jahresende.
Was ist mit noch nicht nachgerüsteten Autos? Vielen vom Dieselskandal betroffenen Besitzern von Volkswagen-Autos drohen massive Probleme – schlimmstenfalls sogar die Stilllegung ihres Fahrzeugs. Wer sein Fahrzeug nicht innerhalb von 18 Monaten nach Benachrichtigung nachrüsten lässt, bekommt keine neue HU-Plakette. Betroffen war zuerst der VW Amarok, im Februar 2018 kamen unter anderem VW Golf, VW Tiguan, VW Passat und Audi A4 hinzu. Einige Autofahrer weigern sich, das verbindliche Software-Update vornehmen zu lassen, weil sie Nachteile für ihren Motor fürchten. Bei wenigen Fahrzeugen ordneten Behörden bereits Stilllegungen an, gegen die sich die Besitzer jedoch teilweise erfolgreich juristisch zur Wehr setzten.

Der aktuelle Ermittlungsstand

Was wir wissen: Bis heute ist die Verantwortung für den Betrug ungeklärt, ebenso, wann genau Top-Manager im VW-Konzern von den Manipulationen wussten. Kam die Anweisung von ganz oben? Oder trafen eine Handvoll Ingenieure auf mittlerer Ebene diese folgenschwere Entscheidung, ohne die Führungsebene zu informieren? So stellt es VW dar. Oder wusste der Vorstand schon viel früher vom Betrug, als er zugeben will? Laut "Spiegel" habe Ex-VW-Patriarch Ferdinand Piëch eben dies gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt: dass er den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn bereits im Februar 2015 auf einen Hinweis auf Probleme in den USA bezüglich manipulierter Abgaswerte angesprochen habe. Ein Ingenieur soll bereits 2007 einem größeren Kreis von Audi-Managern in einer E-Mail geschrieben haben, dass man es "ganz ohne Bescheißen" nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Unklar ist auch noch, ob VW die Aktionäre rechtzeitig informiert hat.
Software offenbar bei Audi entwickelt: Die Anfänge des Abgasskandals gehen auf die Konzerntochter Audi zurück, recherchierte das "Handelsblatt". Bereits 1999 hätten Motorenentwickler bei den Ingolstädtern Optionen erarbeitet, wie man den schärferen Grenzwerten begegnen könne. Geplant wurde dem Bericht zufolge auch der Einsatz einer illegalen Abschalteinrichtung. Zum Einsatz sei es bei Audi aber nicht gekommen. Erst 2005 sei die Software bei VW beim Dieselmotor EA 189 installiert worden, von da an wurde sie nach bisherigem Erkenntnisstand diverse Mal upgedatet.

Vorwürfe gegen Porsche: Mitte Mai 2018 holte der Abgasskandal Porsche wieder ein: Laut KBA muss der deutsche Autohersteller weltweit rund 60.000 Diesel wegen unzureichender Abgasreinigung zurückrufen. Betroffen sind die SUV-Modelle Cayenne und Macan, von denen 6800 bzw. 53.000 Fahrzeuge überprüft werden müssen. Allein in Deutschland gehen etwa 15.000 Macan und 4000 Cayenne in die Werkstätten. Hintergrund der Aufforderung: KBA-Prüfer fanden beim Macan fünf illegale Abschalteinrichtungen, durch die die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand, nicht aber im Straßenverkehr ordnungsgemäß funktioniert. Schon im Juli 2017 hatte das KBA für 22.000 Porsche Cayenne 3.0 TDI mit V6-Motor nach Euro 6 einen verpflichtenden Rückruf angeordnet. 

Chronologie des VW-Abgasskandals

Juni 2018

20. Juni 2018:
Rupert Stadler lässt sich auf eigenen Wunsch als Audi-Chef und Vorstandsmitglied des VW-Gesamtkonzerns beurlauben. Interimsnachfolger wird der Niederländer Bram Schot.
18. Juni 2018:
Audi-Chef Rupert Stadler wird wegen Verdunklungsgefahr festgenommen. Medienberichten zufolge soll er erwogen haben, gegen einen Audi-Mitarbeiter vorzugehen, der gegenüber Ermittlern ausführlich ausgesagt hat.
12. Juni 2018:
Diesel-Beben auch bei Daimler: 774.000 Fahrzeuge in Europa, darunter 238.000 in Deutschland, müssen sich laut KBA wegen des Verdachts einer illegalen Abschalteinrichtung einem Rückruf unterziehen. Daimler-Chef Dieter Zetsche muss innerhalb von zwei Wochen gleich zweimal zum Rapport bei Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).
11. Juni 2018:
Bei einer Razzia wird unter anderem die Privatwohnung von Audi-Chef Rupert Stadler durchsucht. Er wird inzwischen laut Staatsanwaltschaft im Dieselskandal als Beschuldigter geführt.
7. Juni 2018:
BILD berichtet, dass das Landgericht Stuttgart 28 Vorladungen an Zeugen im VW-Skandal verschickt hat, unter anderem an Ex-Firmenchef Martin Winterkorn, den amtierenden Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und dessen Vor-Vorgänger Peter Raumsauer (beide CSU).
6. Juni 2018:
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf für 33.000 Diesel-Audi der Modelle A6 und A7 an. Bei den Dreiliter-Motoren bestehe der Verdacht auf eine unzulässige Abschalteinrichtung.

Mai 2018

31. Mai 2018:
Volkswagen erreicht in den USA vorzeitig seine Zielvorgaben bei der Entschädigung von betroffenen "Dieselgate"-Kunden. Durch Rückkäufe, Leasing-Stopps und Reparaturen sind 85,8 Prozent aller manipulierten Wagen aus dem Verkehr gezogen oder die illegale Abgastechnik beseitigt.
18. Mai 2018:
Das KBA ruft 53.000 Porsche Macan 3.0 V6 und 6800 Cayenne 4.2 V8 wegen des Verdachts illegaler Abschalteinrichtungen bei der Diesel-Abgasreinigung zurück. Beide Modelle verfügen über Motoren der modernen Norm Euro 6.
17. Mai 2018:
Die EU-Kommission verklagt die Bundesrepublik wegen zu schlechter Luft in deutschen Städten. Es geht vor allem um die Missachtung von EU-Grenzwerten für Stickoxide.
5. Mai 2018:
Ein Gerichtssprecher in Detroit bestätigt, dass gegen Winterkorn Haftbefehl erlassen wurde. Ihm drohen theoreritsch 25 Jahre Haft. Auf deutschem Boden droht ihm jedoch keine Auslieferung.
4. Mai2018:
Es wird bekannt, dass die Justiz in den USA bereits am 14. März Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wegen der manipulierten Abgaswerte persönlich angeklagt hat. Ihm wird unter anderem Betrug und Verschwörung vorgeworfen. Sogar US-Justizminister Jeff Sessions meldet sich zu Wort: "Wer die Vereinigten Staaten zu betrügen versucht, wird einen hohen Preis zahlen.
3. Mai 2018:
Der neue Konzernchef Herbert Diess beschwört auf der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin eine neue Unternehmenskultur: Volkswagen müsse "anständiger werden", Diess. Außerdem entschuldigt er sich für Abgasversuche an Affen in der Vergangenheit: "Wir lehnen jede Form von Tierquälerei ab."

April 2018

20. April 2018:
Porsche gibt bekannt, dass ein Mitarbeiter in Untersuchungshaft genommen wurde. Laut BILD handelt es sich um den Motorenchef Jörg Kerner.
19. April 2018:
Wegen des Verdachts des Betruges und strafbarer Werbung mit manipulierten Dieselabgaswerten durchsuchen bei einer Razzia 190 Einsatzkräfte zahlreiche Gebäude bei Porsche. Ermittelt werde gegen drei Beschuldigte, darunter ein Vorstandsmitglied, teilen die Behörden mit.
12. April 2018:
Volkswagen beschließt den größten Umbau seiner Konzerngeschichte. Der Aufsichtsrat entscheidet, dass die Marken des Unternehmens künftig unter den Gruppen "Volumen" (mit VW, Skoda und Seat), "Premium" (mit Audi) und "Super-Premium" (mit Porsche, Bugatti, Lamborghini, Bentley) zusammengefasst werden. Außerdem muss Vorstandschef Matthias Müller gehen, er wird vom bisherigen VW-Markenchef Herbert Diess beerbt. Neuer Personalchef wird Gunnar Kilian, bisher Generalsekretär des Konzernbetriebsrats und enger Vertrauter von Betriebsratschef Bernd Osterloh. Und auch Einkaufschef Francisco Javier Garcia Sainz wird zunächst interimsmäßig ersetzt, und zwar durch Ralf Brandstätter.

März 2018

23. März 2018:
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) teilt mit, dass laut einer Umfrage Käufern von gebrauchten Dieselfahrzeugen Rabatte von bis zu 50 Prozent winken.
20. März 2018:
Es wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anfang des Monats erneut Büros in der Wolfsburger VW-Zentrale durchsucht hat. Es geht um den Verdacht der Marktmanipulation, Papiere und mehrere Terrabyte Daten wurden sichergestellt. Auch BMW bekam Besuch von Ermittlern.
16. März 2018:
Mit dem Hamburger Landgericht urteilte erstmals ein deutsches Gericht, dass ein VW-Händler einen Diesel mit Betrugssoftware trotz Software-Update zurücknehmen und im Gegenzug dem Kunden einen mängelfreien Neuwagen geben muss.
13. März 2018:
Volkswagen präsentiert seine Rekord-Bilanz 2017: 10,7 Millionen Fahrzeuge wurden weltweit verkauft, der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn fiel mit 11,4 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. VW-Chef Matthias Müller verdiente mit Grundgehalt und Bonuszahlungen knapp zehn Millionen Euro.

Februar 2018

7. Februar 2018:
Das Bundeverwaltungsgericht in Leipzig erklärt in zwei Revisionsprozessen Fahrverbote in deutschen Städten und Kommunen als grundsätzlich zulässig. Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe. Die Entscheidung könnte Signalwirkung für viele Städte haben, deren Luft vor allem durch Autoabgase zu sehr mit Stickoxiden belastet ist. 
6. Februar 2018
Die Staatsanwaltschaft München lässt Geschäftsräume in der Audi-Zentrale in Ingolstadt und im Audi-Werk in Neckarsulm durchsuchen. Hintergrund ist der Tatverdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung. Dieser bezieht sich auf 210.000 Autos mit Dreiliter-Diesel, die in den USA und Europa ausgeliefert wurden.

Januar 2018

31. Januar 2018
Ermittler durchsuchen im Auftrag der Staatsanwaltschaft München Privaträume von Audi-Mitarbeitern in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Es geht um den den Verdacht der Manipulation von Abgaswerten in den USA.
29. Januar 2018
Laut "BILD"-Zeitung soll VW von Anfang an in die Tierversuche in New Mexico eingeweiht gewesen sein. Auch der Untersuchungsausschuss des Bundestags habe von den Vorgängen Kenntnis gehabt. Bundeskanzlerin Merkel verurteilt die Versuche scharf. 
Der Vorwurf, im Abgasskandal habe es auch Diesel-Versuche an Menschen gegeben, wird von Thomas Kraus von der Universität Aachen entkräftet. Kraus stellt als zuständiger Institutsleiter klar, dass kein Zusammenhang zwischen Schadstoffversuchen der Universität und dem Autobauer bestanden hätte.
28. Januar 2018
Im Zuge der Aufklärung der Abgasaffäre in den USA werden Tierversuche mit Affen bekannt. Sie wurden 2014 in New Mexico Dieselabgasen ausgesetzt, um die Sauberkeit von Abgasen zu beweisen. Finanziert wurden die Versuche Berichten der "New York Times" zufolge von BMW, Bosch, Daimler und VW. 
24. Januar 2018
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) strengt in mehreren deutschen Städen Verfahren an, alle manipulierten Diesel mit dem VW-Schummelmotor EA 189 stilllegen lassen. Begründung: Wegen der illegalen Software sei die Betriebserlaubnis für die Autos erloschen. Eine erste Klage wies das Düsseldorfer Landgericht in erster Instanz als "unzulässig und unbegründet" zurück. Weitere Klagen sind in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Mainz, München, Stuttgart und Wiesbaden anhängig.
21. Januar 2018
Audi muss 130.000 Autos mit V6-TDI-Motoren umrüsten. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat verpflichtende Rückrufe von Fahrzeugen der Typen A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 mit der Abgasnorm 6 angeordnet. Es geht einmal mehr um unzulässige Abschaltvorrichtungen.

Dezember 2017

28. Dezember 2017
NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichten, dass Volkswagen sich mit einer Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen eine gerichtlich angeordnete Sonderprüfung wehrt. Diese hatten Aktionärsvertreter erreicht.
8. Dezember 2017
Das KBA veröffentlicht einen weiteren Rückruf, diesmal für weltweit 57.600 VW Touareg mit Dreiliter-Diesel nach Euro 6 der Baujahre 2014 bis 2017. Bei ihnen wurden gleich zwei unzulässige Abschaltvorrichtungen in der Abgasreinigung festgestellt.
6. Dezember 2017
Der seit Anfang 2017 inhaftierte Volkswagen-Manager Oliver Schmidt wird von einem Gericht in Detroit zur Höchststrafe von sieben Jahre Haft sowie umgerechnet 340.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Vorwurf: Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze.

November 2017

6. November 2017
Die erste "Sammelklage" gegen VW: Mehr als 15.000 Besitzer von manipulierten Diesel-VW haben über die Internet-Platttform "myright" und die US-Kanzlei Hausfeld beim Landgericht Braunschweig gemeinsam eine Klage gegen den Konzern eingereicht. Sie fordern von VW den Rückkauf der betroffenen Fahrzeuge. Es geht um 357 Millionen Euro.
2. November 2017
Audi teilt mit, dass europaweit knapp 5000 A8 mit 4,2-Liter-V8-TDI-Motor (Euro 6; Bauzeitraum September 2013 bis August 2017) ein Software-Update benötigen, 3660 davon in Deutschland. Das KBA habe die bestehende Software zur Abgasreinigung als illegale Abschaltvorrichtung eingestuft.

September 2017

29. September 2017
VW gibt bekannt, dass die Aufarbeitung des Dieselskandals in den USA im dritten Quartal weitere 2,5 Milliarden Euro kostete, da Rückkauf und Nachrüstung von 2,0-Liter-Autos nicht wie gewünscht liefen.
27. September 2017
Der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz wird in Untersuchungshaft genommen. Er gilt als enger Vertrauter von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn.

August 2017

25. August 2017
Im VW-Dieselskandal verurteilt ein US-Bundesrichter einen VW-Konzerningenieur zu drei Jahren und vier Monaten Haft sowie zu einer Geldstrafe von umgerechnet 168.000 Euro. 

Juli 2017

31. Juli 2017
Laut einem Bericht der BILD-Zeitung soll das KBA Berichte zum Abgasskandal geschönt haben. Demnach wusste die Behörde schon seit längerem von Manipulationen bei Porsche und entschärfte Unterlagen im Sinne des Herstellers.
27. Juli 2017
Laut Verkehrsminister Dobrindt (CSU) gibt es einen amtlichen verpflichtenden Rückruf für 22.000 Porsche Cayenne 3.0 V6 TDI nach Euro 6, da eine unzulässige Abschaltvorrichtung bei der Abgasreinigung festgestellt wurde. Zudem gelte ein Zulassungsverbot bis zum Einsatz einer neuen, vom KBA genehmigten Steuersoftware.

VW kündigt an, insgesamt vier Millionen Diesel in Deutschland nachrüsten zu wollen. Das wären rund 650.000 weitere Fahrzeuge, nach den 2,5 Millionen ursprünglich betroffenen Autos sowie der Extra-Nachrüstaktion bei Audi mit 850.000 Autos.
25. Juli 2017
In den USA will sich ein VW-Manager im Zusammenhang mit dem Abgasskandal vor Gericht schuldig bekennen. Oliver Schmidt., der ehemalige Chef des für die Koordination mit den US-Behörden zuständigen Umweltbüros, war im Januar 2017 nach einem Urlaub in Florida festgenommen worden.
21. Juli 2017
Audi gibt bekannt, freiwillig rund 850.000 Dieselfahrzeuge mit einem Software-Update für bessere Abgasreinigung versehen zu wollen. Dabei geht es um Sechs- und Achtzylindermotoren nach Euro 5 und Euro 6.
20./21. Juli 2017
Mehrere Medien berichten über den Verdacht der jahrelangen Absprache unter den fünf deutschen Autobauern VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Diese sollen auch die Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen betroffen haben.
10. Juli 2017
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart eröffnet ein Verfahren gegen unbekannte Porsche-Mitarbeiter wegen möglicher Abgas-Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen. Laut der Behörde besteht ein Anfangsverdacht des Betruges und der strafbaren Werbung.
Der in München inhaftierte ehemalige Audi-Manager will mit den Behörden kooperieren und laut seinem Anwalt "seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts leisten". Ihm wird vorgeworfen, die amerikanischen Umweltbehörden mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß der VW-Diesel getäuscht zu haben.
9. Juli 2017
Neue Aussagen eines Kronzeugen belasten Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Laut "Bild am Sonntag" soll Winterkorn bereits im Juli 2015, also zwei Monate vor Bekanntwerden der Manipulation, umfassend informiert worden sein. 
7. Juli 2017
Die Staatsanwaltschaft München gibt bekannt, dass erstmals in Deutschland ein Beschuldigter im VW-Skandal festgenommen wurde. Es handelt es sich um einen ehemaligen Audi-Manager, der für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war.

Juni 2017

22. Juni 2017
Fünf bei der Abgasmanipulation möglcherweise verantwortliche VW-Manager schreibt die US-Justiz weltweit zur Fahndung aus, berichten mehrere deutsche Medien. Die Fahndung läuft über Interpol. 
14. Juni 2017
Nach Verhandlungen mit der EU-Kommission wird bekannt, dass VW als "vertrauensbildende Maßnahme" zwei Jahre lang mögliche Schäden behebt, die durch Nachrüstung entstehen. 
12. Juni 2017
Porsche gerät nach einem auffälligen Abgastest ins Visier der Behörden. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, das Kraftfahrtbundesamt sei beauftragt worden, Untersuchungen vorzunehmen. Generell liefen die Tests wegen des Verdachts von Abgasmanipulationen bei einer Vielzahl von Fahrzeugtypen.
1. Juni 2017
Verkehrsminister Dobrindt teilt mit, dass 24.000 Audi A7 und A8 zurückgerufen werden müssen, davon 14.000 in Deutschland. Grund: Bei den Fahrzeugen Baujahr 2009 bis 2013 mit V6- und V8-Motoren sei eine illegale Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung nachgewiesen worden.

Mai 2017

12. Mai 2017
VW verkündet, EU-weit alle Freigaben zur Umrüstung der manipulierten Dieselmotoren vom Typ EA189 bekommen zu haben. Dazu gehörten auch bislang ausstehende Genehmigungen für rund 800.000 Skoda.
11. Mai 2017
Ein US-Gericht genehmigt den mit Behörden und Privatklägern vereinbarten, 1,22 Milliarden Dollar schweren Vergleich über die Entschädigung von rund 80.000 Kunden mit umweltbelastenden großen Dieselautos. Gleiches gilt für einen Vergleich mit Zulieferer Bosch zur Zahlung von 327,5 Millionen Dollar an VW-Diesel-Besitzer in den USA.
10. Mai 2017
VW kündigt auf der Hauptversammlung an, wegen rechtlicher Risiken entgegen früherer Ankündigungen keinen ausführlichen Bericht zu den internen Ermittlungsergebnissen der Anwaltskanzlei Jones Day zu veröffentlichen. Aktionäre kritisieren dieses Vorgehen.

April 2017

21. April 2017
Einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge sind vom Dieselskandal auch die Bundesregierung und die Ministerien betroffen. 3276 Dienstwagen müssen wegen der unlauteren Methoden nachgerüstet werden.
5. April 2017
VW erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Umwelthilfe. Diese zweifelt den Erfolg des laufenden Diesel-Updates an.

März 2017

17. März 2017
Der in den USA im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal festgenommene Volkswagen-Manager Oliver Schmidt kommt nicht auf Kaution frei. Familie und Freunde des Angeklagten hatten eine Kaution in Höhe von 1,6 Millionen Dollar angeboten. 
15. März 2017
Die Staatsanwaltschaft durchsucht die Audi-Zentrale in Ingolstadt wie auch Geschäftsräume in Neckarsulm sowie in der VW-Zentrale in Wolfsburg. Es ist der Tag der Audi-Jahrespressekonferenz. Bei den Razzien erhielten Berichten zufolge auch VW-Konzernchef Matthias Müller und Audi-Chef Rupert Stadler Besuch von Ermittlern. 
8. März 2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt als letzte Zeugin vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Diesel-Affäre aus. Sie sagt, sie habe erst mit dem öffentlichen Bekanntwerden des Diesel-Skandals am 19. September 2015 vom Abgas-Betrug erfahren, und zwar aus den Medien. Merkel warnte davor, den Diesel als Antriebstechnik nun zu verteufeln. 

Februar 2017

6. Februar 2017
Der Volkswagen-Aufsichtsrat will das Vergütungssystem der Top-Manager reformieren und dem Chef des Vorstands künftig höchstens zehn Millionen Euro Gehalt erlauben.
5. Februar 2017
Erstmals reicht ein deutscher Großkunde im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen ein. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See von VW erstreiten – wegen arglistiger Täuschung.
3. Februar 2017
Im "Spiegel" belastet Ex-VW-Patriarch Ferdinand Piëch den früheren Vorstandschef Martin Winterkorn. Piëch habe bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, dass er Winterkorn bereits im Februar 2015 auf einen Hinweis auf Probleme in den USA bezüglich manipulierter Abgaswerte angesprochen habe.

Januar 2017

27. Januar 2017
Die Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef  Winterkorn auf Betrug aus. Es hätten sich "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" dafür ergeben, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte. Die Behörde ermittelt bereits wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen Winterkorn, VW-Markenchef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch.
11. Januar 2017
Volkswagen einigt sich im Abgasskandal mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar. Damit geht ein Schuldbekenntnis einher, mit dem VW kriminelles Fehlverhalten einräumt. Dem Konzern wurden Betrug und Verletzungen des Luftreinhaltegesetzes vorgeworfen.
9. Januar 2017
Die US-Bundespolizei FBI nimmt in Florida im Zusammenhang mit dem Abgasskandal den VW-Manager Oliver Schmidt fest. Ihm wird Verabredung zum Betrug vorgeworfen. 
3. Januar 2017
Das auf Verbraucherschutzverfahren spezialisierte Unternehmen MyRight reicht beim Landgericht Braunschweig die erste Musterklage gegen den Wolfsburger Konzern ein, die Auftakt für zahlreiche weitere Klagen sein soll. MyRight wirbt um klagewillige VW-Besitzer, die ihre Forderung an den Dienstleister abtreten. Im Erfolgsfall streicht MyRight 35 Prozent Provision vom zugesprochenen Schadenersatz ein.

Dezember 2016

21. Dezember 2016
Volkswagen darf nach Freigabe durch das KBA auch die restlichen vom Dieselskandal betroffenen Motoren umrüsten. Für den Zuständigkeitsbereich der Behörde lägen nun alle erforderlichen Genehmigungen vor, teilt VW mit.
20. Dezember 2016
US-Richter Breyer teilt mit, dass VW Rückkäufe anbietet für rund 20.000 ältere 3.0-TDI-Modelle mit illegaler Abgastechnik – vor allem Luxus-Audi, VW Touareg und Porsche Cayenne. 

November 2016

16. November 2016
VW einigt sich mit der US-Umweltbehörde über manipulierte 3,0-Liter-Autos: 20.000 ältere kauft VW zurück, 60.000 werden nachgebessert.
7. November 2016
Die kalifornische Umweltbehörde CARB bemängelt bei großen Audis mit Automatikgetriebe, diese Fahrzeuge verfügten über so genannte Lenkwinkelsensoren. Die würden beim Ausbleiben einer Lenkbewegung die CO2-Emissionen herunterschrauben und so auf dem Prüfstand eine besonders sauber Verbrennung suggerieren. Das berichtet die BILD am SONNTAG.
4. November 2016
Das KBA erteilt laut VW-Mitteilung die Freigabe zur Umrüstung der rund 2,6 Millionen betroffenen Fahrzeuge mit 1,6-Liter-Motoren.

Oktober 2016

25. Oktober 2016
Richter Charles Breyer stimmt dem von VW mit US-Behörden, Dieselbesitzern und Vertragshändlern ausgehandelten Vergleich endgültig zu. Dieser Kompromiss gilt für 475.000 Pkws mit 2.0-Liter-Dieseln und könnte VW bis zu 16,5 Milliarden US-Dollar (15,2 Milliarden Euro) kosten. Damit kann VW den größten Teil seiner "Dieselgate"-Rechtslasten in den USA aus dem Weg räumen.

September 2016

30. September 2016
VW hat sich mit den 652 Vertragshändlern in den USA auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) geeinigt. Diese Summe ist Teil eines insgesamt 16,5 Milliarden Dollar teuren Vergleichs mit US-Zivilklägern. Es handelt sich um den teuersten Vergleich in der Geschichte der Auto-Industrie.
21. September 2016
Ein Ingenieur soll bereits 2007 einem größeren Kreis von Audi-Managern in einer E-Mail geschrieben, dass man es "ganz ohne Bescheißen" nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Das berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR unter Berufung auf Erkenntnisse der US-Anwaltskanzlei Jones Day.
19. September 2016
VW hat erst 500.000 von 8,5 Millionen Fahrzeugen in Europa umgerüstet. Ursprünglich sollte die technische Umrüstung bereits Ende des Jahres 2016 abgeschlossen sein. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bisher 60 Prozent der Umrüstung zugelassen. Davon sind wiederum 10 Prozent erfolgreich umgerüstet. Der voraussichtliche Abschluss ist damit für 2017 geplant.
16. September 2016
Nach Bayern will nun auch das Bundesland Hessen den Volkswagenkonzern auf Schadenersatz verklagen. Das Land habe durch den Wertverlust der Volkswagen-Aktie rund 3,9 Millionen Euro verloren, erklärte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Die Klage solle in den kommenden Tagen beim Landgericht Braunschweig eingereicht werden. 
14. September 2016
Im VW-Abgasskandal hat das Krefelder Landgericht einen städtischen Autohändler verurteilt, zwei Audis mit "Schummel-Software" zurückzunehmen. Bei den Abgas-Manipulationen handele es sich um einen erheblichen Mangel. Außerdem sei eine Nachbesserung durch Software-Update für die Käufer nicht zumutbar.
Auch nach einer Nachrüstung durch VW bleibe ein "berechtigter Mangelverdacht", so das Gericht. Es geht um einen Audi A6 von Anfang 2014 und einen Kleinwagen A 1 vom Frühjahr 2015. (Aktenzeichen.: 2 O 72/16 und 2 O 83/16).
9. September 2016
In den USA bekennt sich ein VW-Mitarbeiter wegen des Abgasskandals für schuldig. Ein 62-jähriger Ingenieur aus Kalifornien gibt nach Angaben des Justizministeriums zu, als "Leader of Diesel Competence" Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei es gewesen, durch die Entwicklung spezieller Betrugs-Software zur Manipulation von Emissionstests US-Behörden und Kunden hinters Licht zu führen. Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

August 2016

25. August 2016
VW einigt sich mit 650 Händlern in den USA grundsätzlich auf eine Entschädigung für entgangene Einnahmen. Laut Reuters kostet diese den Autobauer bis zu 1,2 Milliarden Dollar.
15. August 2016
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt die Freigabe für den Rückruf von Autos mit dem kleinen 1,2-Liter-Dieselmotor, der beispielsweise im VW Polo und Seat Ibiza steckt. 
3. August 2016
Angesichts von Millionenverlusten durch den VW-Abgasskandal prüfen die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt juristische Schritte gegen Volkswagen. 
2. August 2016
Der Freistaat Bayern kündigt eine Schadenersatzklage gegen VW an. Grund sind Verluste beim Pensionsfonds des Landes durch den Kursrutsch bei VW-Aktian nach Bekanntwerden der Manipulation. Es geht um eine Summe von maximal 700.000 Euro.

Juli 2016

22. Juli 2016
Das Kraftfahrtbundesamt erteilt die Freigabe zum Rückruf von europaweit 800.000 Dieseln. Darunter befinden sich Varianten von VW Golf, VW Passat und VW Touran sowie Modelle von Audi und Skoda.

Juni 2016

28. Juni 2016
VW reicht vor Gericht in den USA einen Vorschlag zur Einigung mit Klägern und Behörden ein. Mit der Rekordzahlung von rund 15 Milliarden Dollar (ca. 13,5 Mrd. Euro) für Entschädigungen, Umweltschutz und Strukturmaßnahmen will sich VW von seiner Schuld in Übersee freikaufen.
21. Juni 2016
VW-Chef Müller kündigt die Abkehr vom Dieselmotor an. "Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen", sagte Müller dem "Handelsblatt".
20. Juni 2016
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt im Abgas-Skandal wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen den zurückgetretenen VW-Konzernchef Martin Winterkorn. Bei den Ermittlungen gehe es um den Vorwurf, dass Volkswagen die Finanzwelt womöglich zu spät über die Affäre informiert habe.

April 2016

22. April 2016
Nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg verkündet VW mit 1,6 Milliarden Euro für 2015 den größten Verlust der Konzerngeschichte. Das operative Ergebnis sackte von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf einen Verlust von 4,1 Milliarden ab. Hauptgrund dafür seien die Rückstellungen von insgesamt 16,4 Milliarden Euro für die Kosten des Abgasskandals. 
21. April 2016
Der amerikanische Bezirksrichter Charles Breyer verkündet zum Ablauf eines Ultimatums eine grundsätzliche Einigung im Streit zwischen VW und den US-Behörden. Damit ist ein milliardenschwere Prozess vorerst abgewendet. Die Lösung umfasst mögliche Rückkäufe von knapp 500.000 Fahrzeugen, kostenlose Reparaturen und Schadenersatz für die Besitzer. Im Gespräch sind 5000 Dollar, umgerechnet rund 4400 Euro.
10. April 2016
Eine lang anhaltende Diskussion um die Millionen-Boni der VW-Topmanager entbrennt. Unter starkem öffentlichem Druck, unter anderem von Großaktionär Niedersachsen, erklären sich die Vorstände zu Abstrichen bereit. Die Rede ist von mindestens 30 Prozent, so wie der ursprüngliche Vorschlag von VW-Chef Matthias Müller.

März 2016

16. März 2016
Das Landgericht Bochum weist im bundesweit ersten Prozess dieser Art die Klage eines betroffenen VW-Fahrers zurück. Dieser darf wegen der Abgas-Manipulationen sein Auto nicht an den Händler zurückgegeben.
15. März 2016
Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der Abgasaffäre teilt der Konzern mit, mehrere tausend Jobs zu streichen. Unklar ist nach wie vor, wer für das Desaster verantwortlich ist. 
14. März 2016
278 institutionelle Großanleger verklagen VW beim Landesgericht Braunschweig auf Schadenersatz in Höhe von 3,255 Milliarden Euro. Sie werfen dem Konzern vor, seiner Auskunftspflicht gegenüber Anteilseignern nicht nachgekommen zu sein. Das Unternehmen bekräftigt mehrfach seine Auffassung, alle Informationspflichten befolgt zu haben.
9. März 2016
US-VW-Chef Michael Horn tritt überraschend ab.
2. März 2016
Erster deutscher Prozess um Schadenersatz in Bochum. VW muss aus Sicht des Landgerichts manipulierte Autos nicht zurücknehmen.

Februar 2016

5. Februar 2016
VW verschiebt seine Jahresbilanz und Hauptversammlung.

Januar 2016

27. Januar 2016
Frühstart beim Rückruf in Deutschland: Trotz fehlender Genehmigung des KBA werden erste Amarok-Modelle umgerüstet.
11. Januar 2016
Bei der Automesse in Detroit gibt VW-Chef Müller ein verunglücktes Interview, in dem er ein Fehlverhalten des Konzerns abstreitet. Er kündigt zudem an, US-Kunden unter anderem mit Einkaufsgutscheinen zu entschädigen. 
4. Januar 2016
Die US-Regierung reicht gegen VW Klage wegen des Einsatzes von Betrugssoftware und Klimaschutzgesetz-Verstößen ein. 

Dezember 2015

16. Dezember 2015
VW teilt mit, dass die Gewährleistungsfrist für die manipulierten Motoren bis mindestens Ende 2017 verlängert wird.

November 2015

25. November 2015
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt nach VW-Angaben grünes Licht für die Umrüstung der rund 8,2 Millionen vom Diesel-Skandal betroffenen Fahrzeuge mit 1,6- und 2,0-Liter-Motoren.
23. November 2015
Weitere 75.000 Autos aus dem VW-Konzern geraten ins Visier der US-Umweltbehörde, darunter Porsche Cayenne, VW Toureg sowie Luxus-Audis. Auch die Dreiliter-Diesel der Baujahre 2009 bis 2016 sollen mit einer verdächtigen Software ausgestattet sein.
20. November 2015
VW beschließt wegen der drohenden Kostenlawine für 2016, die Investitionen um rund eine Millarde auf zwölf Millarden Euro zu kürzen.
14. November 2015
VW nennt die Typen des Modelljahrs 2016, bei denen die Daten zum Ausstoß des Treibhausgases CO2 geschönt wurden. Es sind 413.000 Fahrzeuge, gut die Hälfte der etwa 800.000 Fälle.
4. November 2015
Unter den 800.000 Autos mit falschen CO2-Werten sind auch 98.000 Benziner.
3. November 2015
VW teilt mit, dass es auch "Unregelmäßigkeiten" bei Angaben zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) gab. 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein. VW findet gleich ein neues Wort für Affäre: "CO2-Thematik". 

Oktober 2015

28. Oktober 2015
Der Skandal brockt dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust ein. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Milliarden Euro.
21. Oktober 2015
VW stoppt in der EU den Verkauf von Neuwagen im Lagerbestand, die noch ältere Motoren mit der Betrugssoftware haben. 
16. Oktober 2015
Christine Hohmann-Dennhardt tritt zum 1. Januar 2016 als Leiterin für Recht und Integrität bei VW an. Zuvor hatte sie eine ensprechende Position bei Daimler inne.
15. Oktober 2015
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen in die Werkstatt. 
8. Oktober 2015
Razzia bei VW: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ordnet Durchsuchungen in Wolfsburg und an anderen Orten an. VW-US-Chef Michael Horn muss dem US-Kongress Rede und Antwort stehen.
7. Oktober 2015
Krisentreffen der VW-Aufseher: VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch wird an die Spitze des Aufsichtsrats gewählt.

September 2015

28. September 2015
Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsvorwürfen gegen VW.
25. September 2015
Der VW-Aufsichtsrat beruft den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller zum Konzernchef und trifft weitere Personalentscheidungen.
23. September 2015
VW-Chef Martin Winterkorn tritt zurück. "Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren", begründet er seinen Schritt. Zuvor gibt der VW-Konzern eine Gewinnwarnung heraus und kündigt Milliarden-Rückstellungen für bevorstehende Umrüstungen an.
18. September 2015
Die EPA teilt öffentlich mit, VW habe bei TDI-Motoren eine Software eingesetzt, um Test-Messungen des Schadstoffausstoßes künstlich zu drücken. Damit entfaltet sich ein Skandal beispiellosen Ausmaßes, der später den Beinamen "Dieselgate" erhält.
3. September 2015
VW räumt gegenüber der US-Umweltbehörde EPA Manipulationen bei Diesel-Abgastests ein. Allerdings hinter den Kulissen. 

Das passiert in den USA

Aufarbeitung fast abgeschlossen: In den USA, wo strengere Abgas-Grenzwerte gelten als in Europa, wurde die Manipulationssoftware erstmals eingesetzt, dort wurde der Betrug durch die Umweltbehörde EPA im September 2015 aufgedeckt. Inzwischen ist die Aufarbeitung des Dieselskandals durch VW in Übersee so gut wie abgeschlossen. Das "Manager Magazin" berichtete, dass laut gerichtlichem Statusbericht bis Ende Mai 2018 rund 85 Prozent der etwa 500.000 manipulierten Fahrzeuge von VW aus dem Verkehr gezogen oder die illegale Abgastechnik in ihnen beseitigt war. Laut "Handelsblatt" machten Entschädigungszahlungen an Autofahrer und Geldstrafen an die Justiz bislang umgerechnet 15 Milliarden Euro aus. VW zahlt US-Kunden Prämien zwischen 5100 und 10.000 Dollar. Insgesamt hat VW für die Bewältigung des Dieselskandals mehr als 25 Milliarden Euro zurückgestellt.
Friedhof der Schummel-Diesel in Detroit: Im Zuge des Abgasskandals mussten in den USA Hunderttausende Schummeldiesel von Volkswagen zurückgekauft werden. Sie parken an vielen Stellen, von denen einige sogar auf Satellitenbildern zu sehen sind! An einem Football-Stadion in Detroit, auf dem Gelände einer dichtgemachten Papierfabrik in Minnesota oder in Kalifornien auf einem Frachtflughafen nahe Victorville, wie auf der unten eingebundenen Karte gut zu erkennen ist. Die Zukunft der stillgelegten Autos ist ungewiss. VW hatte Pläne zum Umbau der sogenannten Schummeldiesel vorgestellt, denen die US-Behörden aber erst zustimmen müssen. Je nachdem könnten die Fahrzeuge als Gebrauchtwagen wieder in den Umlauf kommen – oder sie müssen werden. Hier der Blick aus dem All auf einen Friedhof der Schummeldiesel:

Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

VW-Manager Oliver Schmidt muss für sieben Jahre ins Gefängnis und 400.000 Dollar Geldstrafe zahlen.

Weiterer VW-Manager verurteilt: Die US-Justiz verurteilte Ende August 2017 den langjährigen Konzerningenieur James Robert Liang in Detroit zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten sowie einer Geldbuße von 200.000 Dollar (knapp 168.000 Euro). Damit fällte der Richter ein überraschend hartes Urteil, das deutlich über der Forderung des Staatsanwalts lag. Noch härter traf es den Anfang Januar 2017 vom FBI in Florida festgenommenen VW-Manager Oliver Schmidt. Er wurde am 6. Dezember 2017 ebenfalls in Detroit zur Höchststrafe von sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 400.000 Dollar (340.000 Euro) verurteilt. Zudem wurde er von Volkswagen kurz vor Weihnachten entlassen, wogegen Schmidt jedoch arbeitsrechtlich vorgeht. Mehrere weitere Beschuldigte halten sich in Deutschland auf und müssen keine Auslieferung an die USA fürchten.

Diskussion um Abgas-Tierversuche

Im Januar 2018 sorgte das Bekanntwerden von Tierversuchen, bei denen Affen gezielt schädlichen Abgasen ausgesetzt wurden, international für Empörung. Die Autoindustrie hatte Wissenschaftler eingespannt, um mit der von BMW, Daimler und VW betriebenen Forschungsgruppe "European Group on Environment and Health in the Transport Sector" (EUGT) Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen zu verharmlosen. Einem BILD-Bericht zufolge soll Volkswagen von Beginn an in die Tierversuche eingeweiht gewesen sein. Interne E-Mails belegten, dass die Idee zu der Studie von VW gestammt habe. Die Chef-Etage sei eingebunden gewesen. Der damalige leitende Werksarzt habe zudem offenbar versucht, den Auftrag durch entsprechende Formulierungen zu tarnen. Volkswagen kündigte nach Bekanntwerden der Abgastests an, künftig auf Tierversuche zu verzichten. Nach Volkswagen zog auch Daimler personelle Konsequenzen aus dem Skandal. Der Vorstand habe entschieden, den Mitarbeiter freizustellen, der Daimler im Vorstand der für die Versuche verantwortlichen Forschungseinrichtung EUGT vertrat. "Die Freistellung erfolgt mit sofortiger Wirkung." Der Autobauer bekräftigte, die Versuche der EUGT aufs Schärfste zu verurteilen und sich davon zu distanzieren. BMW sieht dagegen kein Fehlverhalten bei seinem Mitarbeiter, der den Münchner Autokonzern von 2011 bis 2015 als Referent in der Lobby-Initiative EUGT vertreten hatte. Er habe glaubhaft versichert, dass er EUGT-Tierversuche kritisch hinterfragt habe. BMW habe an den Studien nicht mitgewirkt. Nach VW-Angaben wurde die Vereinigung zum 30. Juni 2017 aufgelöst.

Entschädigungen und Klagen in Deutschland

Anders als in den USA weist VW gegenüber deutschen Kunden entsprechende Forderungen bislang zurück: Dies würde den finanziellen Ruin bedeuten. Am 6. November 2017 reichten mehr als 15.000 Besitzer von manipulierten Diesel-VW beim Landgericht Braunschweig eine erste gemeinsame Klage gegen den Volkswagen-Konzern ein. Eine echte Sammelklage für Schadenersatzansprüche von Autobesitzern, wie sie in den USA möglich ist, gibt die deutsche Zivilprozessordnung allerdings nicht her. Noch nicht. Denn Mitte Juni 2018 beschloss der Deutsche Bundestag ein Gesetz zur Musterfeststellungsklage (MFK), das am 1. November 2018 in Kraft tritt. Damit können Verbraucher sich für Schadenersatzprozesse zusammenschließen. Für VW-Kunden bedeutet dies außerdem, dass die Verjährungsfrist zum 31. Dezember 2018 hinfällig wäre.
Aktionärsklagen: Kurz nach Bekanntwerden von "Dieselgate" im September 2015 brach die VW-Aktie um mehr als 40 Prozent ein, viele Anlager mussten zunächst hohe Wertverluste hinnehmen. Inzwischen fordern viele von ihnen Schadenersatz in Gesamthöhe von rund zehn Milliarden Euro. Sie argumentieren, das Management hätte den Kapitalmarkt deutlich früher über die Probleme informieren müssen. Volkswagen ist der Überzeugung, alle Regeln eingehalten zu haben. Vor Zivilgerichten in Braunschweig und Stuttgart laufen Verfahren.

Die finanzielle Situation des VW-Konzerns

Gewinn trotz neuer Belastung: Obwohl der Abgasskandal den Konzern sowohl wegen des erlittenen Vertrauensverlustes, der Strafzahlungen in Milliardenhöhe und des einbrechenden Dieselabsatzes teuer zu stehen gekommen ist, geht es ihm besser denn je: Im Jahr 2017 fuhr der Konzern einen Rekordgewinn von elf Milliarden Euro ein.
Die Talfahrt der Aktie: Nach Bekanntwerden des Skandals stürzte die VW-Vorzugsaktie von etwa 170 auf zeitweise deutlich unter 100 Euro ab. Aktuell (Stand: 21. Juni 2018) steht sie bei 149 Euro, das ist etwas mehr als vor dem Abgasskandal.
Diese Kosten muss VW wuppen: In den USA einigte sich VW mit Klägern und Gerichten bislang auf Straf- und Ausgleichszahlungen in Höhe von etwa 25 Milliarden Euro. In Deutschland wurde die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von einer Milliarde Euro fällig. Wie viel VW in anderen Ländern zahlen muss, ist noch nicht entschieden, die Prozesse laufen noch – oder haben noch gar nicht begonnen. Zu den Zahlungen aus Straf- und Zivilklagen kommen die Kosten für Autorückkäufe in den USA und die Umrüstungen in Europa. 

Personelle Konsequenzen / Ermittlungen gegen VW-Manager

Aufgrund des Abgasskandals mussten hochrangige VW-Manager ihre Sessel räumen. Der frühere Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn ging Ende September 2015, er räumte bislang kein Fehlverhalten ein. Gegen ihn wurde im März 2018 in den USA Anklage wegen Betrugs und Verschwörung erhoben. Sein Nachfolger wurde 2015 der damalige Porsche-Chef Matthias Müller, der wiederum von Oliver Blume, bis dahin Porsche-Produktionsvorstand, beerbt wurde. Den Konzern verlassen mussten Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg, VW-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer und Porsche-Forschungsvorstand Wolfgang Hatz. Nach Neußer sowie vier weiteren, teils hochrangigen Ex-Mitarbeitern fahndet die US-Justiz. Audi-Chef Rupert Stadler, gegen den wegen Betrugs ermittelt wird, sitzt zurzeit in Untersuchungshaft. 
Razzia bei Porsche: Wegen des Verdachtes des Betruges und strafbarer Werbung mit manipulierten Dieselabgaswerten durchsuchten am 18. April 2018 mehr als 200 Einsatzkräfte zehn Objekte in Baden-Württemberg und Bayern. Porsche-Motorenchef Jörg Kerner wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft insgesamt drei Beschuldigten vor, von Manipulationen bei den von Audi entwickelten Motoren gewusst zu haben. "Wir weisen diesen Vorwurf zurück und tun unser Möglichstes, um alles in Ordnung zu bringen", schrieb der neue Vorstandschef Oliver Blume in einem Brief an die Belegschaft.
Razzien bei Audi: Im Zuge der Abgas-Affäre ließ die Staatsanwaltschaft München II am 6. Februar 2018 Geschäftsräume in der Audi-Zentrale in Ingolstadt und im Werk Neckarsulm durchsuchen. 18 Staatsanwälte und Beamte der beiden Landeskriminalämter Bayern und Baden-Württemberg waren dabei im Einsatz, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Außerdem wurde eine Privatwohnung in Baden-Württemberg überprüft. Im Fokus der Ermittler stand der Einsatz von technischen Vorrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten in 3-Liter-Dieselmotoren, die für den europäischen Markt bestimmt waren, hieß es. Anfang Juni nahm die Staatsanwaltschaft eine weitere Razzia bei Audi vor. Dabei wurden auch die Privaträume von Audi-Chef Stadler durchsucht. 
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: Mit Ex-Porsche-Motorenentwickler Wolfgang Hatz sowie einem weiteren Ex-Audi-Manager sitzen zwei Beschuldigte wegen des Vorwurfs des Betrugs in München in Haft. Am 27. September 2017 gab es zudem weiteren Durchsuchungen und Beschlagnahmungen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt außerdem gegen mehrere hochrangige VW-Manager wegen Betrugs und Marktmanipulation, unter anderem gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, den aktuellen VW-Chef Matthias Müller und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Pötsch war unter Winterkorn Finanzvorstand bei VW, er ist derzeit zudem Vorstandsvorsitzender der Porsche SE. Bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig laufen gegen ihn, Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess Verfahren schon wegen möglicher Marktmanipulation. Die Strafverfolger in der Diesel-Affäre gehen außerdem in mehreren Dutzend Fällen dem Verdacht des Betrugs nach, auch gegen Winterkorn.

Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

Der Blick in die Zukunft für VW

Konsequenzen und Einsichten: Der Dieselskandal, der längst große Teile der gesamten Autobranche erfasst hat, brachte eine Wende, nicht nur in Sachen Unternehmenskultur, sondern vor allem hin zum Elektroauto. VW stellt mit dem 2020 startenden Elektro-Hoffnungsträger ID und seinen Ablegern eine ganz neue Modellfamilie aufs Gleis. Man hat verstanden, wie wichtig Digitalisierung und Mobilitätsdienstleistungen sind. Weiteres Indiz: die 13. Konzernmarke Moia, die unter anderem Shuttle-Dienste anbieten soll. Gleichzeitig aber müssen auch die Verbrennungsmotoren weiterentwickelt werden, was Milliarden verschlingt.
Konzernumbau: Ein neues Team arbeite am Verkauf von nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Teilen, sagte VW-Chef Matthias Müller dem "Wall Street Journal" (8. September 2017). Diese machten bis zu einem Fünftel des Umsatzes aus. Gerüchte über eine Fusion mit dem Konkurrenten Fiat Chrysler (FCA) seien aber "Spekulation", so Müller.
Folgen für die Belegschaft: In der Reaktion geht VW auf Sparkurs. Auch die Job-Charakteristik im Konzern dürfte sich verändern, denn für  die baulich einfacheren Elektroantriebe werden weniger Beschäftigte als bisher gebraucht. Der "Zukunftspakt", dem Betriebsratschef Bernd Osterloh nach langem Ringen mit dem bisherigen VW-Markenchef Herbert Diess zustimmte, ist vor allem ein Sparprogramm, das unter anderem den Wegfall von weltweit bis zu 30.000 Jobs vorsieht.

Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen

Umfrage

Eine Milliarde Euro Bußgeld für VW: Ihre Meinung?

Sollen E-Autos Busspuren benutzen dürfen?