VW Teramont (2016) im Test: Fahrbericht

VW Atlas (2016) im Test: Fahrbericht

— 01.09.2016

So fährt der riesige Tiguan

VW hat ein über fünf Meter langes SUV speziell für Amerika entwickelt. Der Preis ist heiß, der Name noch geheim. Erste Fahrt im VW-SUV!

Es sieht nach dem Diesel-Skandal nach wie vor nicht gut aus für Volkswagen in den USA. Ein großes SUV soll den Neustart bringen und das Ruder herumreißen. Das neue Midsize-SUV ist deutlich größer als ein Touareg und soll bei gerade einmal 30.000 Dollar starten. Leider kommt es nicht nach Europa. Atlas oder doch nicht Atlas? Den Namen des SUV hält VW offiziell noch geheim.

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Über einen halben Meter länger als ein Tiguan

Die zweite Tiguan-Generation ist nach ihrer Premiere in diesem Frühjahr prächtig gestartet. Wie schon sein Vorgänger hat sich das 4,49 Meter lange SUV zum Segment-Bestseller entwickelt. Kaum zu glauben, dass das amerikanische Midsize-SUV von Volkswagen mit seiner Länge von 5,04 Metern als großer Bruder auf der gleichen MQB-Plattform unterwegs ist. In den USA heißt diese Dimension zurückhaltend "Midsize" oder "B-Segment", denn die wirklich großen SUVs sind mit mehr als 5,30 Metern Länge ein bis zwei Klassen üppiger unterwegs. Der amerikanische Hoffnungsträger wird im Werk Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee auf einer Linie mit dem amerikanischen Passat produziert.

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Kommt das SUV für die USA zu spät?

Wie heißt es denn nun? Teramont heißt der große Tiguan offiziell nur in China.

Allzu spät bringt VW nunmehr ein großes SUV für den so wichtigen US-Markt. Mit kantig-kraftvollem Design soll es sich gegen Konkurrenten wie Ford Explorer, Mazda CX-9, Honda Pilot durchsetzen und dabei nicht zuletzt mit seiner lokalen Produktion in Tennessee punkten. Beim Motorenprogramm nimmt Volkswagen erst einmal Druck aus dem Kessel. Ein Diesel ist bis auf Weiteres nicht vorgesehen, wird aber für andere Weltmärkte durchaus vorgehalten. Der 5,04 Meter lange Crossover ist wahlweise mit einem aufgeladenen Zweiliter-Turbo mit vier Zylindern oder einem 3,6 Liter großen V6-Saugmotor zu bekommen, deren Leistungsspektra eng beieinander liegen. Leistet der aufgeladene Vierzylinder als Fronttriebler 238 PS und zwischen 1600 und 4400 U/min ein maximales Drehmoment von 350 Nm, hält sich das erwartete Volumenmodell mit Sechszylinder-Sauger, wahlweise mit Front- oder Allradantrieb zu bekommen, mit 280 PS und 360 Nm ungewöhnlich zurück. Beide Motorvarianten sind obligatorisch mit einer Achtgang-Automatik aus dem Hause Aisin ausgestattet, weil die in Europa so beliebten Doppelkupplungsgetriebe in den USA keinen Anklang beim Kunden finden. Ähnlich sieht es in China aus, wo das SUV unter dem Namen Teramont, ebenfalls im zweiten Quartal 2017 startet.

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Großzügige Platzverhältnisse im Innenraum

Erst einmal auf dem Fahrersitz Platz genommen, wirkt der SUV gewaltiger und insbesondere breiter denn je. Die Ergonomie passt und die Bedienmodule – bis hin zum optional animierten Cockpit – kennt man aus Passat oder Tiguan. Die Platzverhältnisse im Innenraum dürften nicht nur amerikanischen Soccermums gefallen und mit einer Bodenfreiheit von über 20 Zentimetern darf auch einmal abseits befestigter Straßen geparkt werden. Auch der Einstieg in die dritte Reihe klappt problemlos. Hier können ebenso wie in der verschiebbaren Reihe zwei locker auch Erwachsene sitzen. Für Komfort sorgen eine elektrische Heckklappe, klimatisierte Sitze, eine komplette Vernetzung und eine Drei-Zonen-Klimaautomatik.
SUV Strategie VW
Jahr Modell Studie
2018 Polo-SUV T-Breeze
2017 Golf-SUV T-Roc
2016 Tiguan
2016 Tiguan XL
2017 Touareg T-Prime
2017 Teramont (USA/China CrossBlue

Der V6-Sauger passt gut zum wuchtigen SUV

Dank ordentlicher Bodenfreiheit taugt das neue VW-SUV auch im Gelände.

Am Steuer kann der Koloss aus Chattanooga seine Masse kaum verschleiern. Doch die ebenso leichte wie präzise Lenkung dürfte den Amerikanern gefallen. Die Fahrwerksabstimmung ohne verstellbare Dämpfer ist dabei betont komfortabel, wie es der Amerikaner im Alltag mag. Der 3,6 Liter große V6-Motor dürfte sich schon wegen des Gewichts von rund zwei Tonnen besser verkaufen, als der aufgeladene Zweiliter-Turbo mit 238 PS. Der V6-Sauger hängt willig am Gas, dreht kraftvoll hoch und hat so beste Chancen sich in die Herzen amerikanischer Familien zu fahren. Die Achtgang-Automatik schaltet derweil weich im Hintergrund und soll so gerade auch diejenigen locken, die am Wochenende mit einem Anhänger unterwegs sind. Die knapp 2,3 Tonnen Anhängelast des Allradlers dürften zwar nicht für alle, aber die meisten Freizeitvergnügungen reichen. Auch im unwegsamen Gelände fühlt sich das SUV mit Allradantrieb dank unterschiedlicher Fahrprogramme bis hin zur Bergabfahrhilfe gut aufgehoben.

VW Teramont (2016) im Test: Fahrbericht

Das VW-SUV soll amerikanisch werden

Noch ist das SUV stark getarnt. Trotzdem lässt sich erkennen, dass das US-SUV auf dem Tiguan basiert.

Trotz der verbliebenen Tarnungen an den üppig dimensionierten Front­- und Heckpartien ist auf den ersten Blick zu erkennen, dass sich der Südstaatler zwar an der Designlinie des aktuellen Tiguan orientiert, jedoch noch selbstbewusster wirkt. "Wir haben nach den ersten Kundenkliniken noch einmal einiges geändert", erklärt der Deutsche CEO Hinrich J. Woebcken, der zuletzt bei BMW in München arbeitete, "er ist kraftvoller, maskuliner und so auch deutlich amerikanischer geworden. Das soll auch der zukünftige Name unterstreichen." Den halten die Wolfsburger aus juristischen Gründen aktuell zurück, weil er kurzfristig noch einmal geändert wurde. Mit der Tradition, dass der Name wie bei den bisherigen SUV-Modellen der Wolfsburger mit einem "T" beginnen soll, wird beim Atlas jedoch gebrochen.

Kampfpreis ab etwa 30.000 Dollar

Bei der offiziellen Weltpremiere Ende Oktober an der Westküste der USA soll dann auch das Geheimnis um den Namen aufgelöst werden. Nach der Messepremiere auf der Los Angeles Autoshow im November rollt das SUV im Frühjahr 2017 zu den amerikanischen Händlern – zu Preisen ab 30.000 Dollar.

Autor: Stefan Grundhoff

Stichworte:

Mittelklasse-SUV

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