Martin Winterkorn (l.) und Ferdinand Piëch

VW-Aufsichtsratschef Piëch: Rücktritt?

— 06.09.2013

VW-Spitze in der Gerüchteküche

Kurz vor der IAA hat ein Bericht im "Handelsblatt" für Aufregung bei VW gesorgt. Demnach werde Aufsichtsratschef Piëch schon bald von Konzernchef Winterkorn beerbt. Der Autobauer dementrierte energisch.

(dpa/cj) Europas größter Autobauer Volkswagen hat einen Medienbericht über eine angeblich nahende Personalrochade an den Spitzen von Aufsichtsrat und Vorstand dementiert. "Mit Nachdruck" wies VW-Kommunikationschef Stephan Grühsem am Freitag (6. September 2013) Informationen des "Handelsblatts" zurück, wonach VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aus gesundheitlichen Gründen schon bald die Führung des mächtigen Kontrollgremiums abgeben wolle.

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Das Unternehmen erklärte ausdrücklich: "Prof. Dr. Ferdinand K. Piëch ist bei bester Gesundheit und bleibt noch lange Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG. Prof. Dr. Martin Winterkorn wird noch lange Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG bleiben. Damit erübrigen sich alle weiteren Spekulationen." Piëch selbst sagte dem "Spiegel", er freue sich auf den VW-Konzernabend am Montag vor der IAA 2013, "an dem ich auch in Zukunft als Aufsichtsratsvorsitzender teilnehmen werde." Zu den Spekulationen meinte er spöttisch: "Totgesagte leben länger."

Piëch: Es bleibt in der Familie

Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge soll VW-Chef Martin Winterkorn Piëch nachfolgen. Auf Winterkorns Posten wiederum werde sein bisheriger Finanzchef Hans Dieter Pötsch nachrücken – jedoch nur übergangsweise, bis ein jüngerer Nachfolger feststehe. Die Zeitung beruft sich bei seinen Quellen für die Titelstory auf Konzernkreise und Piëch-Vertraute.

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Winterkorns Vertrag als Vorstandsvorsitzender in Deutschlands größtem Industriekonzern läuft noch bis Ende 2016. Der gebürtige Schwabe ist 66 Jahre alt, Piëch ist zehn Jahre älter. Piëch gilt als Machtzentrum des Konzerns, den er selber als Vorstandschef von 1993 bis 2002 leitete. Er entstammt der Porsche-Familie, die über die Porsche-Muttergesellschaft mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Aktien an der Volkswagen AG hält. Ein direkter Wechsel von Winterkorn an die Aufsichtsratsspitze wäre rein rechtlich möglich, falls ein entsprechender Vorschlag die Rückendeckung von mehr als einem Viertel der Aktionärsstimmen hätte.

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