Golf VII MQB

VW: Baukasten-Familie im Überblick

— 07.03.2013

Die Kürzel der Zukunft

MQB, MLB, MSB oder MPB – mit verschiedenen Baukästen will VW seine Produktion einheitlicher machen und gleichzeitig die Modellpalette erweitern. Eine kleine Vokabelhilfe.

(dpa/ste) Der modulare Querbaukasten (MQB) kommt bei kleinen und mittleren Fahrzeugen mit vorn quer eingebautem Motor zum Einsatz. Beispiele sind Audi A3, Golf VII, Seat Leon oder Skoda Octavia. Spätestens 2018 sollen mehr als 40 unterschiedliche Modelle des VW-Konzerns auf dem MQB basieren. Ziel ist es, schon 2014 mit den Einheits-Baugruppen jährlich rund zwei Millionen, 2016 dann über vier Millionen Einheiten herzustellen. VW verspricht sich davon eine flexiblere, schlankere Produktion und eine Gewichtsreduktion von mindestens 40 Kilogramm pro Auto. Wer mehr gleiche Normteile benutzt, beschleunigt außerdem die Fertigung: Beim Übergang vom Golf V zum Golf VI konnten bereits 15, beim Wechsel vom Golf VI zum Golf VII noch einmal 30 Prozent an Zeit eingespart werden.

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Der kommende A8 (ab 2016) basiert auf dem modularen Längsbaukasten.

Auf größere Modelle und Limousinen zielt dagegen der modulare Längsbaukasten (MLB). Er ist die Plattform für Autos, deren Motor bei Frontantrieb vorn längs unter die Haube gesetzt ist. Dazu gehören etwa die Baureihen A4 bis A8 bei der VW-Oberklasse-Tochter Audi. Und auch für Großlimousinen, Coupés oder Sportwagen, die teils am Heck angetrieben werden, haben die VW-Entwickler mit dem modularen Standardbaukasten (MSB) eine Fertigungstechnik geschaffen. Sie könnte in Abstufungen sogar bei Edelmarken wie Lamborghini verwendet werden. Ziel ist es auch hier, Synergien durch gleiche oder ähnliche Teile zu heben - ohne die Besonderheiten der Hochpreis-Ableger zu verwischen.

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Der Seat Mii: Gemeinsam mit VW Up und Skoda Citigo Mitglied der "New Small Family" mit einheitlicher Technik.

Einen eigenen Baukasten gibt es zudem für die kleinsten Modelle. Den Start der New Small Family machte die Kernmarke VW mit dem Up, es folgten der Seat Mii und der Skoda Citigo. Ein Teil der Einsparungen dank vereinheitlichter Produktion soll in bessere Ausstattungen fließen. Das Baukasten-Prinzip erstreckt sich auch auf die Innenausstattung – etwa Multimedia-Unterhaltungssysteme, bei denen Premium- (Audi), Standard- (VW) und Einstiegsvarianten (Skoda) unterschieden werden. Schließlich schlägt sich das Baukastensystem in den Maschinen und Anlagen am Band nieder. So soll der modulare Produktionsbaukasten (MPB) zum Beispiel im Karosseriebau über einen höheren Grad an Mechanisierung das Fertigungstempo erhöhen. Teile wie Heckklappen können an einem Band statt auf mehreren Produktionslinien entstehen. Insgesamt soll das System so auch mehr Freiraum für regionale Varianten oder Nischenmodelle mit geringerer Stückzahl schaffen.

Es bleibt ein Restrisiko

Ganz gefahrlos ist eine derart umfassende Stadardisierung allerdings nicht. "Mögliche Rückrufe sind ein Restrisiko", warnt der Autoexperte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft in Nürtingen-Geislingen. Wenn eine gleich millionenfach verbaute Komponente wegen technischer Probleme in die Werkstätten müsste, könnte das extrem kostspielig werden. "Deswegen muss man zugleich in die Qualitätssicherung investieren", sagt Diez. "Sonst läuft man da unter Umständen ins offene Messer."

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