Fahrbericht VW Beetle Dune

VW Beetle Dune im Test: Fahrbericht

— 11.01.2016

Spaß-Mobil oder nur ein Käfer?

Höher, breiter, stylischer. Der VW Beetle Dune soll Emotionen wecken. AUTO BILD fuhr mit ihm durch die Wüste Nevadas. 

Crosser Käfer: Beim Dune legt VW die Beetle-Karosserie höher und verbreitert die Spur.

Spaß soll er machen, laut Jürgen Stackmann, Mitglied des Markenvorstandes VW Pkw, der den Beetle Dune im Jahresbericht 2015 als "Spaß-Mobil" ankündigt. Und danach sieht der Dune auch aus. Mit einer 1,4 Zentimeter breiteren Spur und einer um einen Zentimeter höher gelegten Karosserie wird er zum crossen Käfer. Die Seitenbeplankung und der angedeutete Unterfahrschutz unterstreichen die baulichen Veränderungen von Coupé und Cabrio. Für ein höheres Spaß-Level empfiehlt sich die offene Version. Die schlägt dann aber mit mindestens 30.400 Euro inklusive 6-Gang-Getriebe zu Buche, mit 7-Gang-DSG beginnt das Cabrio bei 32.275 Euro. Das Coupé kostet 4000 Euro weniger. Insgesamt kein billiger Spaß. Dafür bringt der fesche Käfer immerhin serienmäßig 18-Zoll-Felgen, LED-Rückleuchten und Heckspoiler mit. Weitere Ausstattungen wie Klima oder Ledersportsitze stehen allerdings mit 380 Euro, beziehungsweise 1590 Euro im Katalog.

Mehr Styler als Abenteurer

Die Optik deutet Robustheit an, aber der Dune fährt besser auf dem Boulevard als im Gelände.

In Deutschland steht die gesamte Motorenpalette des Beetle auch für den crossen Bruder zur Verfügung. Ausschließlich in den USA gibt es einen 1,8-Liter-Turbobenziner mit 170 PS, den AUTO BILD durch die Wüste Nevadas gefahren ist. Wie bei vielen Crossover-, also auf Offroad getrimmten Modellen, geht es dem Hersteller mehr um die Optik. Sicherlich ist der Dune ein Stück robuster als die bisherigen Beetle. Man sollte es aber dennoch nicht darauf anlegen, mit ihm auf große Tour abseits der Piste zu gehen. Zudem gibt es keinen Allradantrieb. Dieser Dune ist eben weniger Abenteurer und mehr Styler, zu dem auf dem Boulevard keine vom Geröll zerkratzen Felgen passen. Wem das Gold-Gelb zu extravagant ist, der hat im Konfigurator auch noch andere Farben zur Auswahl. Einen schwarzen Beetle Dune hätte eine ältere Amerikanerin auf einem Parkplatz dann vielleicht auch nicht als "so süß!" bezeichnet.
Alle News und Tests zum VW Beetle Dune

US-Cops kennen keinen Spaß

Zu schnell für die USA: Der Dune mit 170 PS schafft 200 km/h und ist in 8,7 Sekunden auf Tempo 100.

Trotz der um einen Zentimeter höher liegenden Karosserie, ist das Fahrwerk des Dune richtig gut abgestimmt. Selbst größere Schlaglöcher auf den US-Straßen schluckt der Käfer ohne Probleme. Und um den Aufbau in Bewegung zu bringen, muss es schon mit ordentlich Tempo in die Kurven gehen. Blöd nur, wenn US-Polizei-Officer T. McCoy Wind davon bekommt und den Ticket-Block zückt. Bei überhöhter Geschwindigkeit kennen die Cops in den USA eben keinen Spaß. Wir denken also erst gar nicht daran, die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h auf dem Highway auszuprobieren. Immerhin ist so ein kleiner Sprint von 0 auf 100 km/h drin, der laut VW in unter neun Sekunden abgeschlossen sein soll. Freude kommt beim Tanken auf. Nicht nur, weil sich der Beetle Dune durchschnittlich mit unter sechs Litern begnügen soll, sondern auch, weil die Spritpreise in den USA auf einem absoluten Tiefstand sind. Mit 50 Cent ist der Liter günstiger als eine Dose Cola.

Connectivity-Check

Android Auto, Mirrorlink, Apple Car Play: Das Infotainment ist absolut auf Höhe der Zeit.

Das Infotainmentsystem ist mit Android Auto, Mirrorlink und Apple Car Play auf Höhe der Zeit. Das iPhone6 lässt sich beispielsweise über ein USB-Lightning-Kabel (nur Originale scheinen zu funktionieren) mit dem System koppeln. Viele Apps wie die Navigation oder Spotify lassen sich dann über den optionalen 6,3 Zoll großen Touchscreen bedienen. Der Sprachassistent Siri kann über das aufpreispflichtige Multifunktions-Lederlenkrad aktiviert werden. Amerikanische Straßennamen versteht das System aber offenbar nicht zu gut. Es gibt ja noch die manuelle Eingabe über den Bildschirm. Bereits mit dem 5-Zoll-Bildschirm kommen acht Lautsprecher, Radio, eine geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeanpassung, ein MP3- und WMA-fähiges CD-Laufwerk, ein SD-Kartenschacht sowie USB- und AUX-IN-Schnittstellen in den Beetle Dune. Das System bietet zusätzlich die Möglichkeit, über Bluetooth ein zweites Telefon per HFP (Hands Free Profile) zu koppeln. Via Bluetooth MAP (Message Access Profile) können zudem SMS-Kurznachrichten angezeigt, vorgelesen und geschrieben werden. Radio, Telefon und die angeschlossenen Medien lassen sich per Sprachsteuerung bedienen. Beim größeren System kommen Onlinedienste hinzu. So sind dem Spaß im Cockpit kaum Grenzen gesetzt. Ab Frühjahr 2016 steht der VW Beetle Dune bei den Händlern.

Technische Daten VW Beetle Dune Cabrio • Motor: 1,4 Liter Vierzylinder-Turbo-Benziner mit 110 kW/150 PS • max. Drehmoment: 250 Nm bei 1500–3500 1/min • 0-100 km/h: 8,7 s, • Vmax: 200 km/h • Durchschnittsverbrauch: 5,6 Liter • CO2-Ausstoß: 129 g/km • Preis: ab 32.275 (ab Frühjahr 2016).
Robin Hornig

Fazit

Ein richtiges Spaß-Mobil ist der VW Beetle Dune nicht, dazu fehlen richtige Offroadeigenschaften und ein Allradantrieb. Der Spaß-Level bewegt sich aber dennoch über dem eines normalen Beetle. Dazu trägt auch das moderne Infotainmentsystem bei.

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