VW-Betriebsrat klagt gegen Porsche

VW-Betriebsrat klagt gegen Porsche

— 18.09.2007

Goliath gegen David

Wenn Porsche seinen Anteil an Volkswagen auf über 50 Prozent erhöht, ziehen von beiden Unternehmen je drei Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat. Der Wolfsburger Betriebsrat findet das ungerecht.

 - Der Streit zwischen dem Betriebsrat von Volkswagen und dem VW-Großaktionär Porsche um die Mitbestimmung spitzt sich weiter zu. Der VW-Betriebsrat reichte am Montag (17. September) beim Arbeitsgericht Stuttgart eine Klage gegen Porsche ein. Bei der Mitbestimmungsvereinbarung der neuen Porsche Automobil-Holding SE gebe es Regelungen, die zu Lasten des Mitspracherechts der VW-Belegschaft gingen. Ein Porsche-Sprecher sagte: "Wir sehen der Sache gelassen entgegen." Der VW-Betriebsrat stellte zudem einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Eintragung der Porsche-Holding ins Handelsregister, um seine Rechte zu wahren. "Porsche hat zwei Standorte in Deutschland. Wir über 40 in aller Welt. Den Vertrag hat man, ohne uns zu beteiligen, aber schon heute so gestaltet, dass er praktisch unkündbar ist", sagte VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh der "Berliner Zeitung" mit Blick auf die Mitbestimmungsvereinbarung der neuen Porsche-Holding. Der Betriebsrat habe die Fragen in Gesprächen mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erörtern wollen, bis Montag aber keinen Terminvorschlag erhalten.

Porsche hält derzeit knapp 31 Prozent an Volkswagen, hat sich aber bereits Optionen für weitere VW-Aktien gesichert. Die Porsche Automobil Holding SE, eine Aktiengesellschaft europäischen Rechts mit Sitz in Stuttgart, wurde Ende Juni 2007 auf der Hauptversammlung des Sportwagenbauers beschlossen. In der Europa AG werden die Porsche AG als Sportwagen-Hersteller sowie die VW-Beteiligung gebündelt. Wenn Porsche seinen VW-Anteil auf über 50 Prozent erhöht, sollen nur drei Arbeitnehmervertreter von VW in den Aufsichtsrat der Porsche-Holding einziehen. Sie stünden drei Arbeitnehmervertretern von Porsche gegenüber, die das viel kleinere Unternehmen repräsentierten.

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