VW-Betriebsrat schießt quer

VW-Betriebsrat schießt quer

— 12.10.2007

Machtkampf in Sicht

Vor dem wahrscheinlichen Fall des VW-Gesetzes und der dadurch drohenden Übernahme durch Porsche geht der VW-Betriebsrat auf Konfliktkurs. Das Gremium sieht seinen Einfluss in Gefahr.

Zwischen dem VW-Betriebsrat und dem Großaktionär Porsche zeichnet sich ein Machtkampf ab. Der Betriebsrat sieht bei einer möglichen Übernahme von VW durch die Zuffenhausener Sportwagenschmiede die Interessen der VW-Belegschaft unter die Räder kommen und steuert mit einem Konfrontationskurs gegen. Die Mitglieder des Welt-Konzernbetriebsrates unter Präsident Bernd Osterloh haben im tschechischen Mlada Boleslav eine Resolution verabschiedet, deren Inhalt Osterloh als "nicht verhandelbar" bezeichnete. "Wer diese Prinzipien nicht akzeptiert, stellt sich faktisch gegen die 324.000 Arbeitnehmer des Konzerns", heißt es in dem Schreiben. Zusätzlich forderte der höchste VW-Betriebsratsangehörige unabhängig vom Ausgang des Verfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof in Brüssel weiterhin eine aktive Rolle des Landes Niedersachsen im Aufsichtsrat.

Aktie profitiert von möglicher Übernahme

Porsche plant eine Holding und will dabei den Arbeitnehmer-Vertretern von VW den gleichen Einfluss einräumen wie dem Porsche-Betriebsrat, der aber eine viel kleinere Zahl von Beschäftigten vertritt. Dagegen wehrt sich Osterloh. In Mitbestimmungsfragen müsse, so die Resolution, "die Stimme jedes Arbeitnehmers gleich viel Gewicht" haben. Durch eine Verlegeung des Firmensitzes dürfe das Mitbestimmungsrecht nicht umgangen werden. "Das Schicksal von Menschen und Regionen darf nicht einzig und allein kurzfristigen Renditezielen untergeordnet werden", heißt es weiter. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Porsche-Führung vom Säbelrasseln des VW-Betriebsrats beeindrucken lässt. Der Fall des VW-Gesetzes, der am 23. Oktober in Brüssel verhandelt wird, scheint eine reine Formsache zu sein. Bereits jetzt hält Porsche rund 30 Prozent der Anteile an VW, darf diese Macht aber wegen des VW-Gesetzes nicht ausüben. Wenn das Gesetz fällt, wird Porsche handeln. Die Aktionäre warten bereits ungeduldig auf die offizielle Übernahme: Gestern (11. Oktober) stieg der Kurs der VW-Aktie erneut um kräftige fünf Prozent auf den Rekordwert von fast 185 Euro.

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