VW-Betriebsratchef Volkert tritt zurück

VW-Betriebsratchef Volkert tritt zurück

— 30.06.2005

Zu alt – oder zu bestechlich?

VW-Betriebsratchef Klaus Volkert schmeißt den Job hin. Ist er in die Bestechungsaffäre um Ex-Skoda-Personalchef Schuster verwickelt?

Der Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrats, Klaus Volkert, ist überraschend zurückgetreten. Er kündigte auf der Betriebsversammlung am Donnerstag (29. Juni) in Wolfsburg an, sein Stellvertreter Bernd Osterloh werde schon am Freitag das Amt übernehmen. Nach Angaben von Teilnehmern verwies Volkert zur Begründung auf sein Alter.

In der Belegschaft war der 62jährige (seit 1990 im Amt) geachtet, zuletzt allerdings auch nicht mehr ganz unumstritten: Der häufigste Vorwurf lautete, Volkert habe im Laufe der Jahre eine zu große Nähe zu den Vorstandsmitgliedern des Autokonzerns wie Personalchef Peter Hartz entwickelt. Eigentlich wollte Volkert erst 2006 aus dem Konzern ausscheiden – deshalb kommt die Nachricht vom plötzlichen Rücktritt jetzt umso überraschender.

Oder vielleicht doch nicht so unerwartet? Das Nachrichtenmagazin "Spiegel Online" berichtet von Vorwürfen, nach denen Volkert zusammen mit Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster in die aktuelle Bestechungsaffäre verwickelt sein soll. Schuster soll unter anderem Schmiergelder von Zulieferfirmen verlangt haben – deshalb hatte er Mitte Juni 2005 seinen Posten bei der tschechischen Volkswagen-Tochter aufgeben müssen. In dieser Sache hat VW vor wenigen Tagen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig eingereicht.

Die Behörde zeigte sich von der möglichen Verwicklung Volkerts überrascht: "In den ersten Erörterungen mit Vertretern der Rechtsabteilung von Volkswagen war zwar die Rede von möglichen Firmenverflechtungen, über dahinterstehende Personen wurde jedoch noch nicht gesprochen", sagte Sprecher Klaus Ziehe am Donnerstag (30. Juni).

Autor: Michael Voß

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