VW e-Crafter: Test, alle Infos

VW e-Crafter: Test, alle Infos

VW elektrisiert den Lieferverkehr

VW will mit dem elektrischen Crafter den städtischen Warenverkehr sauberer und leiser machen. AUTO BILD ist den e-Crafter schon gefahren!
Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem vollelektrischen VW e-Crafter den Warenverkehr in Städten erobern. Die Zeiten, in denen man den Zalando-Boten am kernigen Dieselsound erkennt, sollen bald Vergangenheit sein. Das hat auch einen Grund: Wichtige Großkunden machen Druck. Ab September 2018 ist der Elektro-Lieferwagen nach einem einjährigen Feldversuch bestellbar. Dessen Innenraum gleicht übrigens nahezu dem des Diesel-Crafter. Klimaautomatik, Sitzheizung und Navi sind serienmäßig an Bord.

Fahrbericht: Der Öko-Laster fährt ausgewogen und harmonisch

Die Batterien sitzen unter dem Ladeboden und ermöglichen so einen 10.700 Liter großen Laderaum.

Und wie fährt sich der Öko-Laster? Erst mal gar nicht. Ohne angelegten Gurt wird der Crafter zum bockigen Esel und bewegt sich keinen Zentimeter. Alles klar, Sicherheit geht vor. Wer sich darauf einlässt, wird auf der Straße belohnt: Die bullige Leistungscharakteristik von E-Motoren, bei denen das maximale Drehmoment von 290 Newtonmetern vom Start weg sofort ansteht, ist wie gemacht für einen Lieferwagen. Die Eingangautomatik hat nicht viel zu schalten, also ruckelt auch nichts. Selbst das typische Pfeifen, das entfernt an eine Straßenbahn erinnert, ist hier kaum wahrnehmbar. Ein Antriebsstrang, der sich schon auf den ersten Metern so ausgewogen und harmonisch fährt, dass man sich fragt, warum Kunden überhaupt noch was anderes kaufen sollten. Außerdem bietet der elektrische Crafter mit bis zu 10.700 Litern Laderaum ebenso viel Platz wie die Verbrennerversionen – die Batterien sitzen nämlich unter dem Ladeboden und nehmen so kaum Platz weg. Es können bis zu 1720 Kilo zugeladen werden. Ein Gegenargument könnte allerdings die Reichweite sein: Von den im NEFZ-Messverfahren ermittelten 173 Kilometern dürften im Alltag auf der Straße höchstens 120 übrig bleiben. Dann dauert es an der Wallbox rund sieben Stunden, bis der 35,8-kWh-Akku wieder voll ist. Der zweite Nachteil ist der Preis. Mit Mehrwertsteuer geht's erst bei heftigen 82.705 Euro los. Und auch mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein. Ab 2019 ist der e-Crafter nämlich mit Soundgenerator bestellbar: Dann sollen künstlich erzeugte Geräusche ahnungslose Passanten vor dem herannahenden Transporter warnen.

Malte Büttner

Fazit

Mit Elektroantrieb wird der große Crafter zum entspannt gleitenden Null-Emissionen-Transporter. Ideal für verdreckte Städte. Die Strecken sollten allerdings planbar sein. Der großen Batterie geschuldet ist der hohe Preis.

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