Montage Golf VI + Porsche 911 Carrera S

VW-Einstieg bei Porsche

— 20.07.2009

Es kann dauern

Im Porsche-Volkswagen-Hickhack sind Geduld und Nerven gefragt. Ob Porsche zur zehnten VW-Marke wird und was mit Wendelin Wiedeking passiert – diese Entscheidungen können sich bis Ende Juli hinziehen.

Eine Entscheidung über den erwarteten Einstieg von Volkswagen bei Porsche könnte sich bis Ende Juli 2009 hinziehen. Das Thema soll auf der Porsche-Aufsichtsratssitzung an diesem Donnerstag (23. Juli 2009) nicht abschließend verhandelt werden, hieß es aus Unternehmenskreisen. Eine Entscheidung könnte dann aber auf einer weiteren Sitzung des Kontrollgremiums Ende Juli fallen. Volkswagen und Porsche treffen sich zu getrennten Sitzungen in Stuttgart und Weissach. Branchenkreise hatten am vergangenen Wochenende unter Berufung auf die Eigentümerfamilien berichtet, VW wolle das Sportwagengeschäft in zwei Schritten komplett übernehmen. Porsche solle damit als zehnte Marke eigenständig weitergeführt werden.

Interview zum Thema: Porsche-Testfahrer Walter Röhrl

Am Ende des Verschmelzungsprozesses dürfte aber für den bisherigen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kein Platz mehr sein. Wiedeking sei trotz der heftigen Attacken der vergangenen Tage aber noch im Amt, sagte ein Sprecher in Stuttgart. Eine Sitzung des Präsidialbeschlusses des Porsche-Aufsichtsrates, in dem über die Absetzung des Managers entschieden würde, sei noch nicht
anberaumt worden. Das vierköpfige Gremium kann jedoch ohne lange Vorlaufzeit zusammenkommen und Personalentscheidungen treffen.

Scheitert der Deal am Fiskus?

Probleme bei der geplanten Porsche-Übernahme durch VW könnte es laut einem Zeitungsbericht jedoch wegen der Finanzbehörden geben. Bei dem Geschäft drohen mögliche Steuerzahlungen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" heute, 20. Juli. Es werde zwar nach Wegen gesucht, die Zahlungen an den Fiskus zu vermeiden. Gelinge dies aber nicht, sei der Deal hinfällig, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtsratskreise von Porsche. Ein entsprechender Vorbehalt sei auch in der Grundlagenvereinbarung enthalten, die am Donnerstag von den Aufsichtsräten der beiden Autobauer verabschiedet werden soll.

Porsche-Betriebsrat rebelliert

Ungemach droht auch seitens des Porsche-Betriebsrates: Wie deren Chef Uwe Hück in der "BILD am Sonntag" ankündigte, wolle der Betriebsrat die Integration von Porsche in den VW-Konzern mit allen Mitteln verhindern. Auch an Streiks und Werksbesetzungen werde gedacht. "Die Porsche-Mitarbeiter haben in den vergangenen 14 Jahren galaktische Gewinne erzielt und werden jetzt auch galaktisch um die Eigenständigkeit von Porsche kämpfen", sagte Hück. Die geplante Übernahme diene nur dazu, den Traum von VW-Aufsichtsratchef Ferdinand Piëch zu erfüllen. Und weiter: Piëch müsse aber wissen, "mit Polo-Teilen können Sie keinen Porsche bauen."

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