VW Eos/Peugeot 308 CC/Audi A3 Cabrio: Vergleich — 13.07.2011

Drei Cabrios unter 35.000 Euro

Den flotten Dach-Striptease beherrschen Audi A3 Cabrio, Peugeot 308 CC und VW Eos ebenso galant wie das relaxte Sonnenbad an der Uferpromenade. Doch wie ist es um die Fahrdynamik des Trios bestellt?

Früher war die Rechnung irgendwie noch einfacher. Wer ein Fahrzeug für den Alltag suchte, der musste zu Limousine oder Kombi greifen, Handwerker rollten im Lieferwagen vor, Sportfahrer im schnittigen Coupé. Und die Frischluftfraktion? Die schaffte sich eben ein Cabrio an. Als Zweitwagen wohlgemerkt, denn für ambitioniertes Landstraßen-Gebolze war so ein verwindungsfreudiges Golf I Cabrio ebenso wenig geeignet wie für kalte Wintertage. Heute verhält sich das anders. Die Frischluftspender sind dank faltbarer Blechhauben schon lange witterungsresistent, bieten bei hochgezogener Kapuze ordentlichen Geräuschkomfort und traben auf Kommando auch recht talentiert durchs Hinterland.

Übersicht: Alle News und Tests zum VW Eos

Trotz seiner komplexen Dachmechanik kommt der Eos ohne ein allzu voluminöses Hinterteil aus.

© R. Sassen

VW Eos: Das frisch geliftete Hardtop-Cabrio wirkt trotz seiner relativ kompakten Außenlänge von 4,42 Metern ziemlich stämmig. Schlanke oder gar verspielte Linien sind dem Eos fremd. Er setzt auf viel Blech und klare Strukturen. Manche bezeichnen das als Eleganz, andere schlicht als in Form gepresste Langeweile. Doch der Wolfsburger will auch kein flippiger Blickfang sein. Er gefällt sich eher in der Rolle des zuvorkommenden Technokraten. Auf Wunsch übernimmt er das Auf- und Abblenden des Fernlichts (142 Euro), manövriert sich selbstständig in enge Parklücken (810 Euro) oder massiert das Trommelfell mit einer 600-Watt-Audioanlage (1185 Euro). Dabei lässt sich der Eos ähnlich intuitiv bedienen wie ein Kugelschreiber. Selbst seine komplexe Dachmechanik stellt niemanden vor Probleme.

Übersicht: Alle News und Tests zum Peugeot 308

Bei Tempo 100 kommt aufgrund der weit nach hinten ragenden A-Säulen nur eine sanfte Brise im Cockpit an. 

© R. Sassen

Peugeot 308 CC: Ähnliche Erfahrungen macht auch, wer den Peugeot 308 CC zum Dach-Striptease auffordert. Dennoch gibt es zwischen beiden Kontrahenten einige Unterschiede. So dauert die gesamte Falt-, Schwenk- und Verriegelungsprozedur beim Franzosen nur zwanzig Sekunden, was primär auf seine einfachere Dachmechanik zurückzuführen ist. Peugeot setzt auf einen zweiteiligen Wetterschutz. Dieser ist zwar simpler, braucht im Kofferraum dafür aber mehr Platz in Längsrichtung, weshalb der 308 CC auch einen recht dominanten Hummelhintern mit sich herumträgt. Die weit nach hinten ragenden A-Säulen sind ebenfalls der Dachkonstruktion geschuldet. Doch obwohl der Fahrer selbst bei heruntergefahrenen Fenstern von jeder Menge Blech umrahmt wird, kommt letztlich doch waschechtes Cabriogefühl auf – auch wenn das serienmäßige Windschott erst für die Schnellstraße ausgepackt werden muss. Doch auch das passt zum Franzosen.

News und Tests zum A3

Audi A3: Wenn überhaupt, dann mimt in diesem Vergleich am ehesten noch der Audi A3 den knackigen Sportflitzer. Kompakte Statur, hohe Gürtellinie, grimmige LED-Winkel. Damit schindet er optisch am meisten Eindruck. Die landläufige Meinung, Cabrios mit Stoffverdeck würden im geschlossenen Zustand mehr Esprit versprühen, kann er allerdings nicht bestätigen. Seine Gewebekapuze ragt derart klobig nach hinten, dass Reihenhausbesitzer schon aus Imagegründen liebend gern zur Einzelgarage greifen. Wie gut, dass zum Verstecken der seltsam anmutenden Haube gerade einmal neun Sekunden benötigt werden. Wer sich zudem das manuelle Ent- und Verriegeln des Verdecks ersparen will, muss 750 Euro für die vollautomatische Variante löhnen – tröstlich, dass Audi dann immerhin noch ein besser gedämmtes Akkustikverdeck dazu packt. Überhaupt verstehen es die Ingolstädter perfekt, ihren A3-Kunden die Taschen zu leeren. Selbst für eine Klimaanlage müssen sie noch zusätzliche Euros berappen. Vom CD-Radio für 290 Taler ganz zu schweigen. Fahrspaß gibt es dafür gratis serviert.

Wie sich VW Eos, Peugeot 308 CC und das Audi A3 Cabrio in der Disziplin Fahrdynamik schlagen, das erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen finden Sie in AUTO BILD SPORTSCARS 8/2011 oder als Download im Heftarchiv.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Technische Daten Audi Peugeot VW
Motor R4, Turbo R4, Turbo R4, Turbo
Einbaulage vorn quer vorn quer vorn quer
Hubraum 1984 cm³ 1598 cm³ 1984 cm³
kW (PS) bei 1/min 147 (200)/5100–6000 147 (200)/5800–6500 155 (211)/5300–6200
Nm bei 1/min 280/ 1700–5000 275/ 1700–4600 280/ 1700–5200
Antriebsart Vorderrad Vorderrad Vorderrad
Getriebe 6-Gang manuell 6-Gang manuell 6-Gang manuell
0–100 km/h 7,6 s 7,9 s 7,3 s
Ø auf 100 km 8,9 l Super 9,0 l Super 8,7 l Super
Vmax 236 km/h 240 km/h 238 km/h
Preis in Euro 32.400 33.850 32.625

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Kommentare zum Artikel (24)

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manfred
21.07.2011, 22:49Uhr

driver und gmathol finden den 308CC haesslich, man muss deutscher sein um dass sagen zu duerfen, psychiatrische probleme haben und keine ahnung haben von design.volkswagen hat auch keine ahnung von design aber millionen von bauerntoelpeln wie driver gmathol ohne gehirn moegen das.

FFF
21.07.2011, 12:36Uhr

Das EOS-Dach ist typischer VW-Murks und hat vielen Käufern Ärger bereitet. Aber solche wirklich wichtigen Informationen werden den Lesern der AB natürlich vorenthalten.

Dr. Murks
20.07.2011, 17:41Uhr

Würde mich auch interessieren. Aber nicht nur Undichtigkeiten. Dächer die nicht schließen, Heckdeckel die bei Schräglage klemmen usw. Gibt's da beim Facelift ein Update? Oder immer noch derselbe Murks?
Dabei hätte man doch nur mal beim 3er schauen können. Da funktioniert das 3-teilige Dach tadellos.

Core
20.07.2011, 14:51Uhr

Frage am Rande:

Hat man bei VW das "Badewannen-Problem" mittlerweile im Griff!? Aktuell ist das Teil auf dem Gebrauchtwagenmarkt ja unverkäuflich ...

Burner
20.07.2011, 13:19Uhr

Erst auf den dritten Blick ist mir aufgefallen, dass es ein EOS und kein Golf Cabrio ist. Schlimm ist das ... da schimpfen inzwischen selbst die eigenen VW-Designer drüber, dass die Manager den Einheitsbrei fordern. Erst in 4-5 Jahren, "wenn die Weltherrschaft VW gehört" ;), gebe es wieder eigenständige Designs bei den Modellen.

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