VW erweitert Sanierungsprogramm

VW erweitert Sanierungsprogramm

— 13.02.2006

ForMotion reicht noch nicht

Die deutschen VW-Werke bringen noch keinen Gewinn, klagt der Konzernvorstand. Folge: 20.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Die Marke VW entpuppt sich als das Sorgenkind des Mutterkonzerns Volkswagen AG. Der Vorstand hat jetzt angekündigt, auf die "völlig unbefriedigenden" Ergebnisse der Kernmarke mit einem tiefgreifenden Sanierungsprogramm zu reagieren. Im Klartext: Innerhalb der nächsten Jahre sollen rund 20.000 inländische Arbeitsplätze gestrichen werden, damit die deutschen VW-Werke wieder gewinnbringend produzieren. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder schloß allerdings betriebsbedingte Kündigungen aus.

Außerdem plant der Konzern offenbar, die Arbeitszeit in den Werken der Marke VW (Golf, Passat) zu verlängern. Ein Modell sieht vor, die Arbeitsbedingungen der kostengünstigen Tochter Auto 5000 auf möglichst alle Beschäftigte in den deutschen Werken zu übertragen, erfuhr die "Welt Kompakt" (13. Februar) aus dem Konzernumfeld. Die bislang nach VW-Haustarif beschäftigten Arbeiter müßten entweder Lohneinbußen hinnehmen oder für das gleiche Geld mehr arbeiten.

Zugleich teilte der Vorstand mit, daß der operative Gewinn des Konzerns um 70 Prozent auf 2,79 Milliarden Euro gestiegen sei – in diesem Jahr werden sich die Umsatzerlöse des Unternehmens sogar "gegenüber denen des Jahres 2005 leicht erhöhen". Doch nach Auffassung des Vorstands ist dieses gute Ergebnis überwiegend auf das bereits umgesetzte Sparprogramm ForMotion zurückzuführen. Trotz Absatzrückgang in Nordamerika und China hat die Volkswagen AG mit 5,24 Millionen Einheiten weltweit so viele Fahrzeuge verkauft wie noch nie.

Schwerpunkte des Sanierungsprogramms sei laut Vorstandschef Bernd Pischetsrieder neben Kapazitäts-Anpassungen auch die Komponentenfertigung – also Werke, die speziell Achsen, Motoren und Getriebe fertigen. Einige davon arbeiteten unwirtschaftlich, insbesondere das Werk Braunschweig. Allerdings produzierten sämtliche Fabriken der Marke derzeit unterhalb der Auslastungs- und Kostendeckungsgrenzen. Insgesamt beschäftigt VW in seinen sechs westdeutschen Werken etwa 100.000 Menschen.

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