VW Fox gegen Polo

VW Fox gegen Polo VW Fox gegen Polo

VW Fox gegen Polo

— 11.01.2006

Pfennigfuchser fahren Fox – oder?

Nein, Geiz ist nicht automatisch geil. Es lohnt sich durchaus, über günstige Alternativen nachzudenken. Etwa über VW Fox statt Polo.

Polo wirkt adretter und moderner

Die Bundestagswahl ist längst gelaufen, entschieden ist trotzdem kaum etwas. Wie sollte es auch. Wer dem Volk die Wahl zwischen Not oder Elend läßt, darf sich nicht wundern, wenn wir "oder" wählen. Doch zum Glück gibt es ja auch noch ganz andere Volksentscheide. Solche, die nur schwerfallen, weil beide Kandidaten mit überzeugenden Programmen antreten.

Nehmen wir nur die Frage nach dem wahren Volkswagen. Hier steht dem Kleinwagen-Kanzler Polo mit dem Fox aus gleichem Hause eine echte Alternative gegenüber. Und damit die Wahl nicht zur Qual wird, verraten wir, wer Ihre Stimme wirklich verdient hat.

Auf den ersten Blick sieht der Polo ja schon moderner und adretter aus – manch einer mag da an Schröder und Merkel denken. Auffälliger geschminkte Scheinwerfer oder Blinker in den Außenspiegeln sucht man beim Fox vergebens. Doch was nutzt der schöne Schein, wenn der Inhalt nicht stimmt? Also vergessen Sie den durch und durch gelben Fox auf unseren Fotos, der trägt nämlich das Colorpaket für 96 Euro extra. Absolut überflüssig, zumal die Stoßfänger in Wagenfarbe nicht mal eine Schutzleiste abbekommen haben, wie der Polo sie als Alibi-Rempelpuffer vorfährt. Viel wirksamer und bei Parkpatzern auch deutlich günstiger: schwarze Stoßfänger, wie sie der Basis-Fox trägt. Das nenne ich volksnah – und da muß sich auch niemand für schämen.

Zwei ungleiche Brüder

Zweiter großer Unterschied: Der aus Brasilien stammende Fox baut sichtbar höher, überragt den Polo immerhin um 77 Millimeter. Gleichzeitig ist er fast neun Zentimeter kürzer – was die Parkplatzsuche im Großstadtdschungel manchmal angenehm verkürzt. Unter dem bei beiden vollverzinkten Blech fallen die Unterschiede ebenfalls nur gering aus. Klar, denn die beiden ungleichen Brüder stehen auf der gleichen Plattform, teilen sich auch den Radstand.

Beim Fahren spüre ich nur einen minimalen Vorsprung für den Polo. Beide federn kommod, schnüren problemlos ums Eck (ESP bei beiden gegen Aufpreis), wirken erwachsen. Komisch nur, warum der Fox bei gleichen Bremsen, Reifen und Gewichten deutlich schlechter bremst.

Der Polo bietet vorn einen Hauch mehr Platz, der Fox spendiert im Rückraum einige Zusatz-Zentimeter. Meine Stimme gehört dennoch eher dem Polo. Erstens bietet er vorn etwas mehr Oberschenkelauflage, wirkt liebevoller zusammengesteckt. Zweitens fährt er mit einer Dreisitzerbank im Heck vor. Beim Fox gibt es in der zweiten Reihe nur zwei (allerdings sehr bequeme) Plätze. Und entsprechend auch nur zwei Gurte sowie zwei Kopfstützen.

Immerhin erklärt sich so der Unterschied bei der Zuladung: 420 Kilo für die vierköpfige Fox-Fraktion und 510 Kilo für die fünfstimmige Polo-Partei. An Wählertäuschung erinnert allerdings die Anhängelast des Fox: nada, nichts, null. Zugegeben, mit den 800 Kilo Anhängelast des Polo läßt sich auch nicht wirklich auf Wahlkampftournee gehen, ein kleiner Baumarktanhänger für Kleister und Plakate paßt aber schon. Könnte da bei VW noch mal jemand drüber nachdenken?

Werksangaben und Testwerte

Nach Reformen verlangt auch der 1,2-Liter-Dreizylinder. Obwohl Polo und Fox mit jeweils 1060 Kilo wahrlich nicht zu den Schwergewichten zählen, mühen sich die 55 PS doch recht verzweifelt. Rund 17 Sekunden lang knurrt der Zweiventiler uns seine Anstrengung entgegen, bevor er Tempo 100 erreicht.

Der Polo verliert wegen der längeren Übersetzung im vierten und fünften Gang außerdem noch ein paar Zehntel beim Überholen, schafft dafür am Ende aber vier km/h mehr Spitzengeschwindigkeit.

Kosten und Ausstattungen

Viel mehr als solche Tempodiskussionen interessiert mich allerdings die Finanzfrage. Neben dem Geräusch senkt die längere Übersetzung auch den Verbrauch. Geringfügig, aber immerhin. Im Schnitt rauschten beim Polo alle 100 Kilometer 0,2 Liter weniger Sprit durch die Einspritzdüsen. Ein Vorteil, den der Polo auf der Autobahn einfährt. Denn beim Maximalverbrauch liegt er fast einen ganzen Liter unter dem Fox.

Auch bei der Wartung glänzt der Polo mit schlauen Sparvorschlägen. Wartungsintervall bis 30.000 Kilometer oder alle zwei Jahre – den Fox rufen die Werkstätten doppelt so oft zum Check. Immerhin fährt der VW do Brasil bei der Vollkasko eine Klasse unter dem Polo – macht im Jahr zwar nur ein paar Euro, aber Kleinvieh macht ja auch Mist.

Die AUTO BILD-Wertung

Größeres Sparpotential läßt sich bei der Anschaffung nutzen. Der Fox 1.2 kostet gerade mal 9075 Euro. Und damit satte 2325 Euro weniger als der Polo 1.2 Trendline. Der bringt allerdings auch eine Servolenkung, elektrische Fensterheber vorn und Zentralverriegelung mit. Doch auch bei vergleichbarer Ausstattung steht der Fox noch rund 1000 Euro günstiger da – das nenne ich mal eine überzeugende Wahlhilfe.

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für VW Fox 1.2 und VW Polo 1.2 Trendline. Den Zwischenstand sehen Sie nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autor: Gerald Czajka

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