VW Golf 1.2 TSI BlueMotion gegen Honda Insight — 23.02.2010
Spar-Vergleich: Hybrid oder Downsizing?
Honda Insight und VW Golf 1.2 TSI BlueMotion Technology bieten umweltfreundliche Technik zu volkstümlichen Preisen. Hybrid oder Downsizing – welches Sparkonzept im Alltag überzeugt, verrät der eiskalte Vergleich.
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Beide knausern auf sehr unterschiedliche Weise: VW setzt auch beim 105 PS starken 1.2 TSI auf kleinen Hubraum ("Downsizing") mit Turboaufladung, Honda dagegen auf Hybridantrieb. Den 88 PS starken 1,3-Liter des Insight unterstützt beim Gasgeben ein Elektromotor mit 14 PS, der beim Rollen und Bremsen zudem die Akkus lädt. Die 92 Newtonmeter des E-Motors geben spürbaren Rückenwind beim Beschleunigen, rein elektrisch aber fährt der sogenannte Mildhybrid nicht. Die Zusammenarbeit der beiden Antriebe klappt einwandfrei. Ebenso die Erziehung zum Öko-Fahrstil durch das Farbenspiel der Tachoanzeige. Gaspedalstreichler blicken auf freundliches Grün, das sich unter einem Bleifuß in kaltes Blau verwandelt. Gleichzeitig sterben die Blümchen im Zentraldisplay den virtuellen CO2-Tod. Auch akustisch lässt der schwach gedämmte Insight nichts unversucht, seinen Piloten zu einer zurückhaltenden Fahrweise zu erziehen: Bei hohen Drehzahlen krakeelt der 1300er so unangenehm laut, dass man freiwillig den Gasfuß lupft.Sein Gesamtpaket macht den Golf zum Maßstab der Kompaktklasse
Der 1.2 TSI des Golf ist beim Ausdrehen auch kein Leisetreter, trotzdem fährt er sich angenehmer. Der Turbolader macht schon früh genug Druck, um entspannt auf der Drehmomentwelle zu surfen. Außerdem knausern beim BlueMotion-Technology-Paket Bremsenergie-Rückgewinnung, Schaltanzeige, Leichtlaufreifen und eine Start-Stopp-Automatik. Aber die macht in der aktuellen Winterkälte Pause, Golf und Insight laufen auch im Stand weiter, um zu heizen. Unsere Spartests zeigen, dass der Honda unter allen Bedingungen weniger verbraucht als der Golf. Mehr Spaß macht freilich der VW. Auch mit dem kleinsten TSI huscht der Golf flink um die Ecken, vermittelt mit präziser Lenkung viel Gefühl für die Straße und federt harmonisch. Genügend Platz, perfekte Ergonomie und gute Verarbeitung sind für umweltbewusste Sparfüchse vielleicht nicht kaufentscheidend, aber das Gesamtpaket macht den VW zum Maßstab der Kompaktklasse. Bemerkenswert, wie der 1,2-Liter ohne Anfahrschwäche anschiebt, munter wie ein hubraumstärkerer Sauger. Mehr Motor braucht der Golf nicht.Im Insight dagegen bedeuten Kurven keine lustvolle Abwechslung, sondern notwendiges Übel. Der gefühllosen Lenkung fehlen Rückstellkräfte und Präzision. Das träge Handling sowie starke Karosseriebewegungen wecken ebenso wenig sportliche Ambitionen wie die stufenlose CVT-Automatik. Beim Tritt aufs Gas rast zwar die Drehzahl hoch, die Beschleunigung hinkt aber deutlich hinterher, wie bei einem startenden Jet. Gewöhnungsbedürftig, diese Automatik. Doch bei der stößigen Federung hilft auch keine Gewöhnung mehr. Im Alltag nerven die miserable Übersicht nach hinten durch die geknickte Heckscheibe und die geringe Höhe im Fond, die Große zur Büßerhaltung zwingt.
Der Insight ist der günstigste Hybrid auf dem Markt: Die mittlere Comfort-Ausstattung mit Klimaautomatik, ESP und Alurädern kostet 20.950 Euro. Ein Golf 1.2 TSI BlueMotion Technology kommt als Trendline (Basis) 410 Euro günstiger, inklusive 16-Zoll-Alurädern und vier Türen. Im Vergleich zum Honda fehlen dem VW jedoch die automatische Regelung der Klimaanlage und ein CD-Radio. Dafür lässt sich der Wolfsburger beliebig mit Extras aufpeppen, der Insight nur mit Metalliclack und den empfehlenswerten Parkpiepern (380 Euro). Tempomat oder Sitzheizung gibt es erst ab "Elegance" (ab 22.600 Euro) – Blütenträume wachsen bei Honda eben nur im Cockpit.
Weitere Details zu den beiden kompakten Sparern gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen finden Sie als Download im Heftarchiv.
| Fahrzeugdaten | Honda | VW |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, vorn quer, + Elektromotor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 2 pro Zylinder/1 | 2 pro Zylinder/1 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 1339 cm³ | 1197 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 65 (88)/5800 + 10 (14)/1500 (E-Motor) | 77 (105)/5000 |
| Nm bei 1/min | 121/4500 + 92/0–500 (E-Motor) | 175/1550 |
| Vmax | 182 km/h | 190 km/h |
| Getriebe | CVT, stufenlos | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 175/65 R 15 T | 205/55 R 16 H |
| Radgröße | 5,5 x 15 '' | 6,5 x 16 '' |
| Abgas CO2 | 101 g/km | 121 g/km |
| Verbrauch* | 4,6/4,2/4,4 l | 6,5/4,5/5,2 l |
| Tankinhalt | 40 l/Super | 55 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 68 dB (A) | 69 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | keine | 1200/610 kg |
| Kofferraumvolumen | 339–1017 l | 350–1305 l |
| Preis | 20.950 Euro | 20.540 Euro** |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; **inklusive vier Türen für 765 Euro und 16"-Bereifung für 875 Euro | ||
| Messwerte | Honda | VW |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 4,4 s | 3,3 s |
| 0–100 km/h | 12,4 s | 10,4 s |
| 0–130 km/h | 22,3 s | 18,1 s |
| Zwischenspurt | ||
| 60–100 km/h | 6,6 s | 6,0 s |
| 80– 120 km/h | 8,9 s | 8,1 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1196/454 kg | 1260/490 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 58/42 % | 61/39 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,1/10,9 m | 10,8/10,8 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 36,8 m | 38,7 m |
| aus 100 km/h warm | 36,5 m | 36,4 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 59 dB (A) | 57 dB (A) |
| bei 100 km/h | 67 dB (A) | 66 dB (A) |
| bei 130 km/h | 74 dB (A) | 73 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,0 l S – 142 g/km | 6,9 l S – 164 g/km |
| Reichweite | 660 km | 790 km |
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Kommentare zum Artikel (94)
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Servus,
es geht hier nicht um Diesel!!! Das sind Benziner ;)
schade, dass man einen Automat mit einer Handschaltung vergleicht. Ich bestehe auf den Komfort eines Automat. Beim verbrauch müsste man dann beim Diesel sicher ca +2l/100km rechnen
Ich weiß ich bin etwas spät dran, aber wenn ich nichts übersehen habe, hat sich kein einziger Kommentarschreiber - auch keine selbsternannten "Ichhabsdochschonimmergewusst" - über die unterschiedlichen Reifenbreiten interessiert. Einen 175er gegen einen 205er zu testen ist ja schon ein bisschen ein Ungleichgewicht, der sicherlich einige Zehntel oder mehr im Verbrauch ausmacht.
...also ich hatte einen Fiat Tipo 1,4i.e. mit 70PS. Verbrauch 6,5 Liter. VW mit 1,6 Liter und 75 PS war nicht unter 7,5 Liter fahrbar. Schlimmer noch der Golf mit 1,8l-Motor und ebenfalls nur 75 PS (ca. Baujahr 1995). Noch mehr Verbrauch. Dieselmotoren bei VW - Rumpeldüseschütteldiesel. Erst Umstellung auf Common Rail (erfunden von Fiat) nachdem alle anderen Autohersteller dies bereits Jahre zuvor gemacht haben. Ok, es ging bei dem Artikel ja auch nicht um Innovation... aber selbst dieses Kapitel hätte VW Dank AB gewonnen.
Mein Tipp: Erdgasfahrzeuge! Man verbrennt zwar zunächst Erdgas (also auch fossile Energie), aber man kann dies durch Biogas (Stichwort "Kuhfürze") ersetzen. Nebenbei wäre man damit in der EU unabhängig sowohl von Arabischem Öl, als auch von Russischem Gas. Transportwege verkürzen sich und das spart Kosten und ist umweltfreundlicher.