VW Golf 8 (2019): Vorschau

VW Golf 8 (2019): Vorschau

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VW Golf 8 (2019): Vorschau

— 07.07.2017

Der Golf 8 kommt spät – aber volldigital

Eigentlich sollte der neue Golf längst fertig sein, doch der Dieselskandal sorgt für Verzögerungen: Generation Nummer 8 kommt erst Ende 2019!

In der VW-Welt ist seit September 2015 nichts mehr, wie es war. Getrieben vom Dieselskandal, dreht die Mannschaft um Markenchef Herbert Diess gerade jeden Stein um, stellt alles infrage. Der nächste Phaeton? Ersatzlos gestrichen! Stattdessen werden gleich fünf Elektroautos vom Kompakten bis zur großen Limousine entwickelt. Der Golf ist durch die Turbulenzen ein wenig später dran als gedacht, erst zur IAA im September 2019 soll die achte Generation des Bestsellers nun an den Start rollen. Mittlerweile ist das Design aber fix – und auch die Technik steht. Allerdings wird die Angebotspalette deutlich verkleinert: Bisher war der Golf mit Schrägheck, Limousine, Variant, Cabrio, GTI und mehr extrem breit aufgestellt. Ab 2019 jedoch verschmelzen Sportsvan und Touran zu einem Modell, das Cabrio-Thema ist längst vom Tisch, und New Beetle und Scirocco danken ab. Weiterhin vorgesehen ist der Kombi, der künftig mehr auf Lifestyle setzt, und auch der Alltrack bleibt im Programm.
Alles über den VW Golf!

In der Heckansicht entwickelt sich der Wolfsburger eher behutsam weiter, die massive C-Säule bleibt als Erkennungsmerkmal erhalten.

Was auffällt: Auch Golf Nummer acht bleibt ein typischer Golf. Kein Wunder: Der technischen Basis des aktuellen Modells, dem Modularen Querbaukasten (MQB), bleibt der Golf treu. Bestimmte Fixpunkte wie die Schottwand oder die A-und B-Säulen übernimmt er vom Vorgänger, am vorderen Türausschnitt und am Scheibenwinkel ändert sich gar nichts. Sicher ist aber, dass der VW Golf 8 leichter wird, zwischen 35 und 70 Kilogramm soll er abspecken. Außerdem setzt VW auf Feinschliff beim Design. Die Nase ist jetzt tief runtergezogen, wirkt extrem windschlüpfig. Zusammen mit der kleinen Kühlöffnung soll der Golf hier optisch nicht gegen die neuen Elektroautos des Konzerns abfallen – auch wenn das Gesicht vertraut wirkt. Und der neue Golf bekommt wieder Schultern, also eine ausgestellte Sicke hinter der Fondtür. Am Heck verändert sich der 8er nur evolutionär, die zweigeteilten Rückleuchten sind ein wenig schärfer geschnitten als bisher. Auffälligstes Detail: Der Schriftzug steht nun wie beim Arteon in der Mitte der Heckklappe.

Innenraum: Der Golf wird serienmäßig digital

Serienmäßig volldigital: Bedient wird der Golf 8 über Gesten und Touchscreen. Das Head-up-Display beherrscht dreidimensionale Darstellung.

Anders als beim Exterieur bleibt im Innenraum nichts mehr so, wie wir es kennen. Das klassische Cockpit wird von einer digitalen Anzeigelandschaft abgelöst, das breite Display erinnert ein wenig an die aktuelle S-Klasse – wird aber per Touch- oder Gestensteuerung bedient. Und das sogar serienmäßig, klassische Rundinstrumente werden nicht mehr angeboten! Dazu soll es ein "Augmented-Reality-Head-up-Display" geben: Navigationspfeile werden dann in 3D scheinbar auf die Straße gespiegelt. Natürlich ist der Golf, der bis ins Jahr 2025 angeboten wird, auch total vernetzt und kann nahezu alleine fahren: So ist er immer im Internet unterwegs, navigiert in Echtzeit um Staus herum, reserviert Parkplätze und kann sie digital bezahlen.

Kompaktklasse-Neuheiten bis 2020

Mercedes CLA II Illustration Hyundai i30 Fastback Illustration VW Golf 8 Illustration
Zusätzlich gibt es Assistenten, die vollautomatisch einparken, die Spur halten und auf Abstand und Tempolimits achten. Erstmals sogar so, dass der Fahrer während der Fahrt bei einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h Zeitung lesen oder E-Mails checken könnte. Dazu gibt es einen "digital key" – der VW-Kunde bekommt eine ID wie etwa bei Apple und meldet sich und sein Auto bei Volkswagen an. Außerdem ist der Golf lernfähig: Er kennt Vorlieben, Gewohnheiten, Schwächen des Nutzers und agiert proaktiv, von der Lieblingsmusik über die Wohlfühltemperatur bis zur Schleichweg-Navigation. Aber auch bei den klassischen Disziplinen legt VW nach. So sollen die Kunststoffe hochwertiger und das Platzangebot noch ein wenig üppiger ausfallen als bisher. Das Kofferraumvolumen steigt auf 400 Liter.

Motoren: Plug-in, Erdgas, aber kein E-Golf

Komplett überarbeitet wird auch die Motorentabelle. Schon jetzt ist klar: Der Diesel wird an Bedeutung verlieren. Sobald die nächste Abgasnorm Euro 6c erfüllt werden muss, steigen die Kosten für die Abgasnachbehandlung sprunghaft. Sie wird in etwa so teuer wie der Motor selbst. Und diese Kosten lassen sich nur schwer an den Kunden weitergeben. Stattdessen setzt VW flächendeckend auf die Elektrifizierung der Benziner. Ein 48-Volt-Bordnetz erlaubt milde Hybriden, die bei Verbrauch und CO2-Ausstoß den Dieseln in nichts mehr nachstehen sollen – aber bei Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) deutliche Vorteile haben. Der Plug-in-Hybrid im GTE bleibt im Angebot, bekommt mehr Leistung und elektrische Reichweite – konkret 220 PS und 50 Kilometer ohne Verbrenner.

Video: VW Golf VIII (2019)

Der neue Golf

Gleichzeitig setzen die Wolfsburger auf Erdgas, für den Golf sollen erstmals mehrere Leistungsstufen von 95 bis 150 PS angeboten werden. Entwarnung für alle PS-Junkies: GTI und Golf R stehen nicht zur Debatte, zählen auch künftig zum festen Angebot. Wobei die Leistung steigt: Der Golf GTI bekommt 250 PS, der Golf R 350 PS. Die 1,4-Liter-TSI-Aggregate fliegen zugunsten des 1,5-Liter-Vierzylinders (110 bis 160 PS) raus, die kleinen 1,2-Liter-Vierzylinder sollen durch 1,0-Liter-Dreizylinder (ab 95 PS) ersetzt werden. Wie die Diesel bekommen nun auch alle Ottomotoren einen Partikelfilter. Auf der Strecke hingegen bleibt wohl der e-Golf, ein paralleles Angebot von I.D. (ab 2020) und dem elektrisch angetriebenen, klassischen Kompakten ergibt wenig Sinn. Für alle neuen Gölfe gilt: Sie sollen sparsamer werden als bisher – nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf der Straße. Weniger Gewicht und Feinschliff sollen rund zehn Prozent sparen.

Mehr Golf fürs Geld: Nicht teurer, aber besser

Bei so viel neuer Technik müssen doch die Preise steigen, oder? Nix da, sagt VW. Und gibt den Preisvorteil der Technikplattform, auf der mittlerweile alle Modelle vom Polo bis zum Mega-SUV Atlas in den USA basieren, an den Kunden weiter. Denn der Golf wird nicht teurer, startet mit besserer Ausstattung und serienmäßig fünf Türen bei knapp 18.000 Euro.

VW-Neuheiten bis 2025

VW Golf 8 Illustration VW T-Cross SUV Illustration VW Touareg Illustration

Der Golf als Gebrauchtwagen ab 8000 Euro

Seit 2012 ist der Golf 7 bei uns auf dem Markt – er ist einer der beliebtesten Gebrauchten.

Der Golf gehört unbestritten zu den beliebtesten Gebrauchtwagen – und das nicht nur in Deutschland. Das Facelift der aktuellen Generation wird sich insbesondere auch auf die Preise für gebrauchte Golf 7 auswirken. Seit Herbst 2012 ist Generation sieben auf dem Markt (86 bis 300 PS). Technisch basiert der kompakte Wolfsburger auf dem neuen modularen Querbaukasten (MQB). Schummelsoftware und reißende Steuerketten beim TSI sind somit kein Thema. Bei aller Euphorie heißt es trotzdem Augen auf beim Golf-Gebrauchtwagenkauf. So macht das Siebengang-DSG unabhängig von der Motorenwahl hin und wieder Probleme. Gebrauchte Golf VII starten bei rund 8000 Euro – dafür gibt es den Einstiegsbenziner mit 86 PS. Sparer und Vielfahrer können getrost zum Basisdiesel 1.6 TDI (90/105/110 PS) greifen, der ausreichend kräftig und sehr sparsam ist. Wer wenig, aber gern flotter fährt, ist mit dem 140 PS bzw. 150 PS starken 1.4 TSI gut bedient (ab 9000 Euro). Darüber rangieren auf Benzinerseite nur GTI- und R-Modelle mit bis zu 300 PS (ab 25.000 Euro). Die Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modelle sind bis dato nur äußerst selten auf dem Gebrauchtwagenmarkt anzutreffen.
Alles auf einen Blick: Gebrauchte VW Golf

Autoren: Stefan Voswinkel, Georg Kacher, Michael Gebhardt

Stichworte:

Kompaktklasse

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