Alle Infos zum Golf 8 (2019): Vorschau

Alle Infos zum Golf 8 (2019): Vorschau

VW Golf 8 (2019): Test, Technik und Preis

Alles Wissenswerte zum Golf 8

Ab Juni 2019 soll der Golf 8 vom Band rollen – natütlich gibt es ihn auch weiterhin als R und GTI. AUTO BILD hat alle Infos zu Motoren, Connectivity und den Preis.

Vorstellung: Marktstart im Juni 2019

Der Marktstart des Golf 8 rückt näher: Die AUTO BILD-Erlkönigjäger haben den neuen Kompakten bei Testfahrten auf der Nordschleife fotografiert – jedoch als sogenannten Muletto, also als Prototyp im Golf 7-Outfit. So lässt die Karosserie noch keine Rückschlüsse auf den Golf 8 zu, wohl aber die im Innenraum verbaute Technik. Anstelle klassischer Instrumente gibt es einen Monitor – der mittige Touchscreen fehlt beim Prototyp. Neu ist auch der Automatikwahlhebel im Touareg-Stil. Er sieht bereits stark nach Serienteil aus. Mehr zum Interieur des Golf 8 finden Sie im Kapitel Innenraum.
Die ersten Autos sollen im Juni 2019 vom Band rollen. Für den neuen Golf investiert VW nach eigenen Angaben rund 1,8 Milliarden Euro. 80 Prozent der Zulieferer, die Komponenten für den Golf 8 fertigen, stehen schon beim aktuellen Golf unter Vertrag. Außerdem gibt Volkswagen bekannt, dass das VW-Stammwerk in Wolfsburg die Produktion des Golf behalten wird. Die offizielle Präsentation des Golf 8 wird noch für Ende 2018 erwartet.

Was wir bisher über den Golf 8 wissen

Knöpfe und Schalter entfallen komplett. Durch den Wegfall des Klimabedienteils wird zusätzlicher Platz für die Knie geschaffen.

Als Volkswagen Anfang 2017 auf der CES in Las Vegas einen Ausblick auf die nächste Generation des Modularen Infotainment-Baukastens (MIB) zeigte, war für uns klar, dass dieses Teil das Cockpit vom kommenden Golf 8 zumindest zum Teil vorwegnimmt. 2019 kommt der neue Golf mit dieser nächsten Generation des MIB. Damit wird alles digital: Knöpfe und Schalter entfallen komplett, kleine Bildschirme sind immer an Bord, große kosten Aufpreis. Vor dem Lenkrad sitzt die neueste Generation des Active Info-Displays in 3D. Durch zwei hintereinander angeordnete Bildschirme entsteht eine 3D-Anmutung mit Tiefeneindruck. Die Bedienung des zukünftigen Active Info-Displays könnte durch Eyetracking unterstützt werden. Ruft man zwei Menüs im Display auf, so erkennt das System, ob der Blick gezielt aufs linke oder rechte Menü gerichtet wird und wählt dieses sofort an. Das erspart Zwischenschritte.

Cockpit: Neues Head-up-Display

Das Head-up Display mit Augmented Reality (AR) projiziert Informationsgrafiken virtuell vor das Fahrzeug. Um sich von bisherigen Head-up-Displays abzuheben, blendet VW die Informationen in zwei Ebenen ein. Ebene 1: Routenrelevante Daten, etwa Navigationsinfos oder der Abstand zum Vorausfahrenden, erscheinen mehrere Meter vor dem Fahrzeug auf der Straße. Durch die Positionierung direkt auf der Fahrbahn fügt sich die Darstellung in die Umgebung ein. Ebene 2: Alle weiteren Daten, darunter die Infotainmentanzeigen, stellt das AR Head-up-Display näher an der Windschutzscheibe dar.

VW setzt auf Sprachsteuerung

Bei der Sprachbedienung will VW mindestens zur neuen Mercedes A-Klasse aufschließen – und sie am liebsten sogar überholen. Sämtliche Funktionen des Golf können zwar per Touchscreen bedient werden, müssen es aber nicht mehr. Stattdessen sollen freie Sprachbefehle wie etwa „Ich bin müde“ ausreichen, um zu einem Hotel in der Nähe gelotst zu werden, während Kollege Computer schon mal das Zimmer reserviert. Außerdem kann das System Entscheidungen für Routenvorschläge auf Nachfrage erklären ("Warum, Volkswagen, hast du diese Tankstelle vorgeschlagen?" – "Diese Tankstelle liegt auf der direkten Route"). Vom Hersteller definierte Kommandos gehören der Vergangenheit an, die künstliche Intelligenz zieht sich der VW aus dem Internet. Im Laufe der Zeit soll das System außerdem den Nutzer und seine Vorlieben besser kennenlernen und dieses Wissen für individuelle Routenvorschläge nutzen. Wie auch Mercedes will Volkswagen die Software selbst schreiben – bei aller Euphorie über die digitale Revolution wollen die Wolfsburger keine Abhängigkeit von Amazon, Google oder Apple riskieren.

Das System funktioniert wie ein Smartphone

Serienmäßig volldigital: Bedient wird der Golf 8 über Gesten und Touchscreen. Das Head-up-Display beherrscht dreidimensionale Darstellung.

Meldet sich der Fahrer mit seiner Volkswagen User-ID über sein Handy bei seinem Golf an, übernimmt das System vorkonfigurierte Einstellungen für Homebildschirm, Sitze und Ambientelicht. Die Einstellungen werden unter der ID abgespeichert und lassen sich dann in anderen Fahrzeugen abrufen. Ähnlich wie mit einer Apple-ID lassen sich per VW-ID auch Apps für Streamingdienste oder Navigation aus einem Store laden – mit ihnen wird dann das Infotainmentsystem erweitert. Diese Apps können getestet, gemietet oder gekauft werden. Auf dem Homebildschirm werden Menüpunkte wie "Navigation" oder "Anrufe" mit dem Finger wie Karteikarten aufgezogen. Bei Bedarf lassen sich die Menüs auch hervorheben oder auf dem ganzen Bildschirm darstellen. Hat man das beispielsweise gerade mit der Navigation gemacht, kann man trotzdem das Menü für Telefonate in einem kleinen Fenster aufrufen – die Karte tritt dann in den Hintergrund, ohne komplett zu verschwinden.

Modellpalette: VW I.D. wird den e-Golf ersetzen

Die Angebotspalette beim Golf wird deutlich verkleinert: Bisher war der Golf mit Schrägheck, Limousine, Variant, Cabrio, GTI und Co extrem breit aufgestellt. Ab 2019 jedoch verschmelzen Sportsvan und Touran zu einem Modell, das Cabrio-Thema ist längst vom Tisch. Weiterhin vorgesehen ist der Kombi, der künftig mehr auf Lifestyle setzt, und auch der Alltrack bleibt im Programm. Einen e-Golf wird es nicht mehr geben. Dafür gibt es den I.D. der in der Serieo Neo heißen wird und wie der Golf im Jahr 2019 an den Start geht.

Design: Golf 8 wird flacher

Millimeterarbeit: Abmessungen und Platzangebot wachsen nur minimal – VW setzt lieber auf Feinschliff.

Die Aerodynamiker des Golf 8 durften dem Wagen die Haube tief ins Gesicht ziehen, die Tränensäcke unter den vier Scheinwerfern fließen in den Stoßfänger, der typische Fugenverlauf am Hinterwagen ist streng geometrisch, am Heck erlaubt sich der Bestseller auch künftig den teuren Luxus geteilter Leuchten. Erst der zweite Blick rückt Proportionen ins rechte Licht. Das neue Golf-Profil ist minimal flacher, gestreckter, breiter. Die Dachsäulen sind stärker gepfeilt, es ist wieder mehr Struktur in den Flanken, die durch eine markante Sicke auf Höhe der Türgriffe gestrafft werden. Aber auch bei den klassischen Disziplinen legt VW nach. So sollen die Kunststoffe hochwertiger und das Platzangebot noch ein wenig üppiger ausfallen als bisher. Das Kofferraumvolumen steigt auf 400 Liter.

Golf 8 R, R-Line und GTI

Die in jeder Hinsicht extremste Ausbaustufe des Golf 8 ist der R. Hier durften die Ingenieure richtig in die Vollen gehen, dem Topmodell breite Backen und eigenständige Stoßfänger spendieren, große Räder und nicht weniger als vier Endrohre verbauen. Als günstigeren Ersatz gibt es noch das optionale R-Line-Paket. Ein Hingucker ist in beiden Fällen die LED-Lichtsignatur mit den seitlichen Spangen vorne und den vier Leuchtrauten am Heck. Nicht sportlich genug? Dann empfehlen wir den GTI, der beidseits des unteren Lufteinlasses jeweils fünf LED-Rauten zum unverwechselbaren Tagfahrlicht vereint.

Neue VW (2018, 2019, 2020, 2021, 2022)

Golf 8 Variant

Ebenfalls voll im Plan liegt der Nachfolger des Golf Variant, der ab 2020 vor allem bei gewerblichen Abnehmern punkten soll. Dafür verlängert VW sogar den Radstand um 50 auf 2680 Millimeter, streckt den hinteren Überhang und verwandelt das Pummel-Heck in eine Kehrseite mit Oho-Effekt. Zu diesem Zweck darf die Dachlinie früher und stärker abfallen, die dritte Seitenscheibe reicht dichter an die etwas schmalere C-Säule heran, und die tief heruntergezogene Klappe versprüht nicht mehr den spröden Charme eines lackierten Garagentors.

Motoren: Vierzylinder mit Mildhybrid

Unter der Haube wird es elektrisch: Volkswagen setzt beim Golf 8 flächendeckend auf Mildhybride.

Die Qualität des Golf 8 soll spürbar anziehen (vor allem die Langzeitqualität), Fahrwerk und Lenkung feiner geschliffen werden. Und dann ist da ja noch das leidige Thema Antriebe. Wie sich der Golf hier verbessern soll, hat VW von wenigen Wochen auf dem Motorensymposium in Wien gezeigt. Das Ziel: Die Benziner sollen so sparsam wie ein Diesel werden, die Diesel (ohne Software-Tricksereien!) so sauber wie die Benziner. Dafür wird die Motorentabelle komplett überarbeitet. Als künftige Einstiegsmotorisierung ist der Einliter-Dreizylinder mit 95 und 116 PS vorgesehen, der 1,4-Liter muss dem 1,5-Liter mit 130 und 150 PS weichen. Die Zweilitermaschine kommt neben GTI auch als Basismotor mit 197 PS, den TDI gibt es nur noch als 2,0-Liter in vier Leistungsstufen von 136 bis 204 PS. Mildhybrid ist Serie bei den Vierzylindern. Für die Benziner hat VW einen 48-Volt-Mildhybrid mit Riemestartergenerator und 48-Volt-Batterie neu entwickelt der zusätzlich zum bekannten 12-Volt-System verbaut wird. Bis zu 0,3 Liter Sprit auf 100 Kilometer soll dann das sogenannte Segeln einsparen, dabei wird der Verbrenner während der Fahrt abgeschaltet und der Elektromotor übernimmt. Zusätzlich erhöht das System beim Anfahren dank E-Boost das Drehmoment. Das Laden an der Steckdose bleibt allerdings dem GTE vorbehalten: Der 1,5-Liter-Plug-in-Hybrid wird um einen 2,0-Liter-Plug-in mit 75 kW starkem E-Baustein ergänzt – macht in Summe künftig 220 PS. Weiterhin setzt VW auch auf einen Erdgasmotor – die in Deutschland am schnellsten wachsende Antriebsart, wenngleich auch auf niedrigem Niveau. Der neue Motor bekommt 1,5 Liter Hubraum und leistet 130 PS. Er kann auch mit synthetisch hergestelltem Gas ange-trieben werden, das soll CO2-neutral sein. Vorteil gegenüber Elektroautos: die Alltagsreichweite von knapp 700 Kilometern
Die Diesel (sie werden erstmals auch bei Audi für die Modelle A4, A6 und die SUV mit Längsmotor genutzt) profitieren ebenfalls von der Massen-Elektrifizierung. Mit einem Startergenerator und 12-Volt-System gekoppelt, sollen Verbrauch und CO2-Emissionen um etwa zehn Prozent geringer ausfallen. Heißt konkret: Beim Einstiegsdiesel sinkt der Werksverbrauch von 4,1 auf unter vier Liter – obwohl er künftig im realistischeren WLTP-Prüfverfahren ermittelt wird. Das aber reicht noch nicht, um die VW-Diesel richtig sauber zu bekommen. Daher werden alle Leistungsvarianten mit Partikelfilter und SCR-Kat ausgerüstet, den sich VW bisher bei den 1,6-Liter-Dieseln gespart hat.

Neue Kompaktklasse-Modelle (2018, 2019 und 2020)

Audi A3 Sportback IllustrationVW Golf 8 IllustrationKia Ceed Illustration
Auch die beiden Sportler GTI und R werden zukünftig elektrifiziert, bereits der Einstiegs-Sportler steht mit 250 PS schon gut im Futter Garantiert nichts anbrennen lässt der GTI Performance, der 300 PS leisten könnte. Nachdem Audi, wie man hörte, sich weigerte, den Fünfzylinder an VW auszuleihen, griffen die Herren in Wolfsburg unvernünftig tief in die Tasche und entwickelten eigens für die R-Versionen einen 3,0-Liter- Biturbo-VR6 mit 400 PS und 450 Nm.

Preis: Golf wird nicht teurer

Bei so viel neuer Technik müssen doch die Preise steigen, oder? Nix da, sagt VW. Und gibt den Preisvorteil der Technikplattform, auf der mittlerweile alle Modelle vom Polo bis zum Mega-SUV Atlas in den USA basieren, an den Kunden weiter. Denn der Golf wird nicht teurer, startet mit besserer Ausstattung und serienmäßig fünf Türen bei knapp 18.000 Euro.

Alle Infos zum Golf 8 (2019): Vorschau

Gebrauchtwagen: Golf 7 ab 8000 Euro

Seit 2012 ist der Golf 7 bei uns auf dem Markt – er ist einer der beliebtesten Gebrauchten.

Der Golf gehört unbestritten zu den beliebtesten Gebrauchtwagen – und das nicht nur in Deutschland. Seit Herbst 2012 ist Generation sieben auf dem Markt (86 bis 300 PS). Technisch basiert der kompakte Wolfsburger auf dem neuen modularen Querbaukasten (MQB). Schummelsoftware und reißende Steuerketten beim TSI sind somit kein Thema. Bei aller Euphorie heißt es trotzdem Augen auf beim Golf-Gebrauchtwagenkauf. So macht das Siebengang-DSG unabhängig von der Motorenwahl hin und wieder Probleme. Gebrauchte Golf VII starten bei rund 8000 Euro – dafür gibt es den Einstiegsbenziner mit 86 PS. Sparer und Vielfahrer können getrost zum Basisdiesel 1.6 TDI (90/105/110 PS) greifen, der ausreichend kräftig und sehr sparsam ist. Wer wenig, aber gern flotter fährt, ist mit dem 140 PS bzw. 150 PS starken 1.4 TSI gut bedient (ab 9000 Euro). Darüber rangieren auf Benzinerseite nur GTI- und R-Modelle mit bis zu 300 PS (ab 25.000 Euro). Die Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modelle sind bis dato nur äußerst selten auf dem Gebrauchtwagenmarkt anzutreffen.
Alles auf einen Blick: Gebrauchte VW Golf

Autoren: , Georg Kacher, Katharina Berndt

Stichworte:

Kompaktklasse

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