VW Golf Alltrack: Sitzprobe

VW Golf Alltrack (2015): Fahrbericht

— 15.04.2015

Mach dich dreckig, Golf!

Der VW Golf VII Alltrack ist die Lifestyle-Version eines Geländewagens. Wir waren mit dem neuen Outdoor-Golf im Gelände unterwegs.

Video: VW Golf Alltrack (2015)

Offroad-Golf

Der Trend geht zum Offroad-Look. Während SUVs boomen, bekommen auch normale Kombis mit Plastikbeplankung eine rustikale Optik. VW zum Beispiel hat mit Cross-Varianten von Polo, Caddy und Passat bereits gute Erfahrungen gesammelt. Nun kommt der Golf an die Reihe und darf bei der Ausfahrt ins Gelände beweisen, was in ihm steckt. So viel sei verraten: Nur zur Zierde sind der angedeutete Unterbodenschutz und die Stoßfänger in schwarzem Kunststoff mit Silberleisten nicht. Die machen den Golf nicht nur optisch bulliger, sondern schützen zumindest den unteren Bereich der Flanken sowie die Stoßfänger. Wer einmal durch den Wald oder über unebene Feldwege fahren musste, weiß das zu schätzen. Über Buckelpisten, durch sandige Erdlöcher und auch durch bucklige Schrägkurven schiebt sich der 184 PS starke TDI mit 380 Newtonmeter Drehmoment bei unserer ersten Fahrt. Ziemlich souverän für einen Kombi. Sein Trick: Zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit, mehr Reifenquerschnitt als üblich und der Allradantrieb 4Motion.

60 Prozent Gefälle kein Problem für den Alltrack

Seltenes Terrain für einen Familien-Kombi, doch der Golf Alltrack meistert auch solche Steigungen.

Das System verteilt bei Schlupf mittels einer Haldex-Kupplung das Antriebsmoment zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Kupplung wird von einer elektrohydraulischen Ölpumpe betätigt. Nahezu 100 Prozent des Drehmoments kann im Bedarfsfall an die Hinterachse geleitet werden. Das klappt auch anders herum: Hängt zum Beispiel bei der Fahrt auf einem angeschrägten Hügel das Hinterrad in der Luft, dreht es kurz durch, bis das System in Sekundenbruchteilen die Kraft auf die Vorderräder verteilt und sich der Alltrack weiterzieht. Nächste Übung: 60 Prozent Gefälle – das ist wohl nicht das klassische Terrain, das ein Golf Variant im Normalfall bewältigen muss. Dieser hier tut es trotzdem. Aktiviert man den Offroad-Modus mit dem Schalter in der Mittelkonsole, verändert sich nicht nur die Gaspedalllinie. Das ABS-System lässt hier teilweise blockierende Räder zu, um beim Bremsen einen Schotterkeil vor den Reifen zu bilden, was auf unbefestigten Straßen den Bremsweg verkürzt. Dazu hält die Bergabfahrfunktion die Geschwindigkeit konstant. Einmal kurz vorher abbremsen, sanft wieder anfahren, und schon übernimmt die Elektronik Gas und Bremse und lotst den Alltrack den Berg hinab. Kaum ein Rutschen ist spürbar, sobald ein Reifen durchdreht, greift die Elektronik ein und bremst den Alltrack ab. Nur lenken muss man noch. Und falls die Abfahrt doch zu langsam oder schnell geht, lässt sie sich mittels Tippen auf Gaspedal oder Bremse von drei bis 30 km/h variieren. Praktisch erweist sich hier das Sechsgang-DSG, das einem bei komplizierten Situationen das Schalten abnimmt.

Keine Abstriche beim Fahrkomfort im Offroad-Golf

Die Federung ist etwas härter geraten. Neu justierte Dämpfer sollen dafür sorgen, dass der Fahrkomfort in etwa dem des normalen Golf Variant entspricht.

Natürlich ist auch den Ingenieuren bei VW bewusst, dass sie mit dem Alltrack keinen Geländewagen gebaut haben, sondern einen Begleiter fürs leichte Gelände, für Feld- und Waldwege. Zumal selbst bei VW die leise Vorahnung zu hören ist, dass nur ein verschwindend kleiner Teil der Kunden das immerhin mindestens über 30.000 Euro teure Gefährt in den Matsch schicken wird. Da ist es dann wohl eher die Optik, die den Kaufanreiz für den Alltrack gibt. Denn im Alltag ist die gewachsene Bodenfreiheit kaum spürbar, auch beim Fahren nicht. Zum Glück. Zwar ist die Federung etwas härter geraten; neu justierte Dämpfer sorgen laut Thomas Kolms, verantwortlich für die technische Entwicklung, dafür, dass der Fahrkomfort in etwa dem des normalen Variant entspricht. Und dem entspricht der Alltrack auch im Innenraum. Sitzbezüge mit Alltrack-Muster sowie Zierleisten bringen dezente Veränderungen, ansonsten bleibt der Alltrack ein Golf Variant mit einem geräumigen Gepäckabteil mit bis zu 1620 Litern Volumen.

Der Alltrack kommt in vier Motorvarianten und mit serienmäßigem Allradantrieb auf den Markt. Drei Turbodiesel mit 110 PS, 150 PS und 184 PS sowie ein Turbobenziner mit 180 PS (erstmals erhältlich im Golf) sorgen für Vortrieb, die beiden stärksten Versionen haben das sechsstufige DSG serienmäßig. Der TSI ist an den links und rechts angeordneten Endrohren zu erkennen, während bei den TDI der Doppelauspuff links sitzt. Ab 24. April 2015 steht der Alltrack bei den Händlern, der Startpreis liegt bei 30.200 Euro.
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Fazit

Fazit: Mit rustikaler Optik und dem höhergelegten Fahrwerk dürften dem Golf Alltrack auch unebene Buckelpisten nichts ausmachen. Doch fürs schwere Gelände taugt dieser Variant gewiss nicht, er ist ein Lifestyle-Laster mit großem Kofferraum und einem Plus an Robustheit.

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