VW GOolf GTD Variant (2015): Fahrbericht

VW Golf GTD Variant (2015): Fahrbericht

— 17.04.2015

So fährt der starke Diesel-Kombi

Erstmals bringt VW den Golf GTD auch als Variant. Sein Selbstverständnis: Sportlicher Dauerläufer statt Sprinter mit Schnappatmung. Ist der Variant sogar besser? Fahrbericht!

Der verchromte Doppelauspuff weist auf die stärkste Motorisierung hin. Ansonsten zurückhaltendes Heck.

Ein rassiger Sportwagen, das will der Golf GTD Variant gar nicht sein. Kein Sportler, dem nach dem schnellen Sprint umso schneller die Puste ausgeht, sondern ein Dauerläufer: Mit einer Balance aus Kraft und Kondition. Und als Variant eben der Familienbegleiter für sportliche Fahrer samt Kind und Kegel, die Platz brauchen und zumindest beim Verbrauch aufs Geld achten.
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Der Großraumdiesel mit Sportfahrwerk liegt im Vergleich zum Standard-Golf 15 Millimeter näher am Asphalt, hat breitere Front- und Heckschürzen und ein Doppelendrohr. In Anlehnung an die GT-Modelle hat auch der GTD Variant die gewohnten Karo-Sitze, die kräftig Seitenhalt bieten, etwas beleibtere Fahrer und Beifahrer aber einengen könnten. Weniger eng ist der Kofferraum, der mit 1620 Litern ordentlich Gepäck fasst.

Sechs starke Diesel im Vergleich

Der GTD trägt das typische Karomuster auf den Sitzbezügen.

Wie der herkömmliche GTD hat auch der Variant den 184 PS starken Zweiliter-Turbodiesel unter der Haube (kennen wir auch aus dem Skoda Octavia RS und Seat Leon ST). Dank 380 Nm Drehmoment zwischen 1750 und 3250 Touren zieht der Variant kräftig nach vorne, ist in seiner Brachialität und seiner Spritzigkeit aber um Längen entfernt von seinem benzingetriebenen Bruder Golf R Variant, der mit 300 PS ans Werk geht. Auf der Autobahn ist der GTD dafür ein guter Begleiter, obwohl das optionale DSG eine kleine Gedenksekunde braucht, bevor es dann ruckelfrei herunter- und wieder hochschaltet. Mit dem sechsstufigen Schaltgetriebe lässt sich der GTD dafür sehr schaltfaul fahren. In Verbindung mit den optionalen Fahrmodi spricht die progressive Lenkung im Sport-Modus knackig an und gibt die Bewegungen direkt an die serienmäßigen 17-Zoll-Felgen mit 225er Reifen. Schadet das Plus an Heck der Fahrdynamik? Nein. Andersherum tun die gut 70 Kilo Mehrgewicht auf der Hinterachse der Stabilität gut. Und der Maximalgeschwindigkeit. Die liegt bei 231 km/h (mit DSG 229 km/h, je ein km/h mehr als beim herkömmlichen GTD), den Sprint meistert der Sportkombi mit Vorderradantrieb laut Datenblatt in 7,9 Sekunden. Das sind wiederum 0,4 Sekunden mehr als bei der Limousine Und wer es extra sportlich braucht, kann das ESP per Knopfdruck in einen Sportmodus versetzen, das elektronische Differenzial XDS+ bremst in Kurven die Innenliegenden Räder aus, um die Traktion zu erhöhen.

Drei VW Golf im Vergleich

Große Klappe: Wie der normale Variant hat auch die sportliche Diesel-Version 1620 Liter Laderaumvolumen.

Beim Klang allerdings besteht Nachholbedarf – zumindest, wenn man auf Sound steht. Anders als sein Bruder GTD hat der Variant nämlich keinen sogenannten Sound-Aktor, der den Klang der Auspuffanlage via Lautsprecher in den Innenraum trägt. Der Diesel brabbelt also leise, bei niedrigtouriger Fahrweise grummelig, aber weitgehend unauffällig. Schade einerseits, für schnell gefahrene Langstrecken aber auch angenehm. Was auch für den GTD spricht: 4,4 Liter Verbrauch auf dem Prüfstand, je nach Fahrweise dürften in der Praxis durchschnittlich rund sechs Liter auf dem Bordcomputer stehen. Spätere Tests auf unserer genormten Verbrauchsrunde dürften genauere Werte ergeben. Bei 30.275 Euro geht der sportliche Dieselspaß los – inklusive Sportsitzen, Bi-Xenon, Radio, Klimaautomatik.

Vergleich VW Golf GTD gegen BMW 120d Coupé

VW Golf GTD BMW 120d Coupé
Technische Daten: 2.0-Liter TDI, 135 kW/184 PS. Manuelles 6-Ganggetriebe, optional DSG. Maximales Drehmoment 380 Nm bei 1750 bis 3250 U/min. 0-100 km/h in 7,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 231 km/h (mit DSG: 229 km/h). Verbrauch: 4,4 Liter/100 km (DSG: 4,8 Liter). CO2-Ausstoß: 115 g/km (DSG: 125 g/km). Preis: ab 30.275 Euro (ohne DSG, mit DSG 32.225 Euro).
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Fazit

Wenn Golf GTD, dann den Variant. Denn der fährt sich nicht anders als sein kleinerer Bruder, bietet aber deutlich mehr Platz. Auch wenn es ein bisschen am sportlichen Sound fehlt: Der GTD Variant ist ein flotter Alltagsbegleiter fernab von Eitelkeiten.

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