ADAC-Crashtest: Honda Civic und VW Golf

VW Golf, Honda Civic: ADAC-Crashtest

— 06.12.2016

Civic faltet sich für Unfallgegner mit

Eine gute Knautschzone schützt auch Personen im Auto des Unfallgegners. Das ergab ein ADAC-Test, bei dem der nachgiebige Honda Civic besser abschnitt als der eher steife VW Golf.

Der Golf ist deutlich steifer als der Honda konstruiert und absorbiert daher weniger Aufprallenergie.

Gut gebaute, nachgiebige Autos knautschen für schwache, kleine Autos mit. Das zeigt der jüngste Frontal-Crashtest des ADAC. Der Automobilklub hatte in zwei Crashtests je einen Honda Civic und einen VW Golf (7) um die Hälfte versetzt mit Tempo 56 auf einen ebenso schnellen Smart fortwo prallen lassen. Der Honda nahm aufgrund seiner breiten Front und der Knautschzone mit drei Längs- und drei Querlenkern deutlich mehr Aufprallenergie auf als der steifere Golf mit zwei Längs- und nur einem Querlenker. Der ADAC hat diesen sogenannten Kompatibilitätstest entwickelt, um Sicherheitslücken aufzuzeigen, die beim gängigen Euro NCAP-Crashtest verborgen bleiben.

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Civic faltet sich für den Smart

Eine ideale Schutzzone an der Fahrzeugfront schützt auch die eigenen Insassen besser.

Bei den Tests überstanden sowohl der Dummy an Bord des Civic als auch der an Bord des gegnerischen Smart den Crash besser als die Dummys im Golf und in Smart Nummer zwei. Am deutlichsten lässt sich der Unterschied daran ablesen, dass sich beim Golf-Crash einer der Längslenker des Golf in den Fußraum des Smart bohrte. Damit hätte er dem linken Fuß des Smart-Fahrers schwere Verletzungen zugefügt.

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"Zahl der Verkehrstoten könnte um sieben Prozent sinken"

Gerade bei Streifunfällen oder Baumcrashs könnten schwere oder gar tödliche Verletzungen vermieden werden, würden die Autos bessere Knautschzonen aufweisen, argumentiert der ADAC. Würden die aufgedeckten Schwachstellen durch "einfache konstruktive Maßnahmen" beseitigt, könnte das die Zahl der getöteten Pkw-Insassen um bis zu sieben Prozent senken. Der Club fordert deshalb, dass der von ihm entwickelte Kompabilitätstest von 2018 an Teil des Euro NCAP-Crashtests wird.

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Crash mit einem beweglichen Hindernis

Beim Kompatibilitätstest des ADAC trifft der Barrierewagen frontal auf das zu testende Auto.

Konkret geht es darum: Im Gegensatz zum Standard-Crashtest fährt das Auto beim ADAC-Verfahren nicht mit Tempo 64 gegen eine stehende Barriere, sondern mit 50 km/h mit 50 Prozent Versatz gegen einen gleich schnellen, entgegenkommenden Barrierewagen, dessen Aluminiumkörper mit Wabenstruktur einen rund 1,4 Tonnen schweren Wagen der unteren Mittelklasse simuliert. Nach dem Crash, so der ADAC, gebe der Abdruck auf dem Aluminiumblock Aufschluss über die Insassensicherheit.

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Unterschiede in den Knautschzonen deutlich

Bereits beim ersten Kompatibilitätscrash Anfang 2016 offenbarten sich Schwächen des Golf.

Das Ergebnis des neuen Verfahrens war bereits Anfang 2016 bei einem Crashversuch mit den folgenden drei Fahrzeugen klar: Die Knautschzone des Honda Civic nahm viel Energie auf, was eben auch für den Unfallgegner gut ist. Die Knautschzone des Renault Mégane bot nach Meinung der Tester eine "ausreichende" Kompabilität. Das Schutzschild habe im äußeren Bereich aber erhebliche Schwächen. Beim VW Golf wies die Knautschzone "deutliche Lücken" auf, "lokale Überlastungen seien möglich". Ergebnis: "mangelhaft".

ADAC-Crashtest: Honda Civic und VW Golf

Autoren: Maike Schade,

Stichworte:

ADAC Unfall

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