VW Golf I von Chris Freyer

VW Golf I von Chris Freyer VW Golf I von Chris Freyer

VW Golf I von Chris Freyer

— 06.01.2006

AIR-würdig

Für ein neues Umbauprojekt suchte Chris einen Golf I. Bei einem Opel-Händler fand er einen in sehr gutem Zustand, der sich als würdig erwies.

Oberstes Ziel: So clean wie möglich

Auch Chris ist einer dieser Leute, die einen Golf I ihr eigen nennen wollen. Schon während der Suche nach dem Objekt der Begierde stand für den Thüringer fest, daß der Golf nicht im Serienzustand bleiben würde. Ironischerweise fand er dann bei einem Opel-Händler das passende Auto. Rost? Nicht wirklich ein Thema, das Exemplar war noch gut erhalten. Dadurch hieß es: Nicht lange restaurieren, sondern relativ zügig mit den geplanten Umbauten anfangen.

Nach ersten Erfahrungen mit einem Gewindefahrwerk wünschte sich Chris schnell ein Luftfahrwerk, weil ihm das ständige Bretterunterlegen gewaltig mißfiel – ohne wäre er nämlich nicht mehr aus der Garage gekommen. Weil die wenigen deutschen Anbieter ihre Fahrwerke einfach maßlos überteuern und meist nicht halten, was sie versprechen, baute sich der Wickersdorfer sein Airride einfach selbst. "So schwer ist das gar nicht", sagt er uns. Auch andere Leser haben sich ja an Eigenbau-Airrides versucht (z.B. der Renault in AUTOTUNING 6/05). Aus dem Internet besorgte sich Chris dieselben Teile, wie sie die Hersteller der Luftfahrwerke verwenden, deutlich billiger. Der Alu-Lufttank ist ein Ausgleichsbehälter vom Lkw. Die polierten Mercedes-Felgen stecken vorn an einer GTI-Achse.

Oberstes Ziel war es, alles am Golf so clean wie möglich zu gestalten. Die Karosserie wurde von allem Unnötigen wie Türgriffen, Sicken und Marken-Emblemen befreit. Dem Innenraum erging es nicht anders: Teppich, Dämmung, Sitze – alles flog raus. Einzug hielten ein polierter Käfig, zwei Sparco-EVO-Schalensitze und das abgespeckte lackierte Armaturenbrett. Alle Schalter wurden auf das Wesentliche beschränkt. Selbst die Lenkstockhebel sind weg. Der Tacho stammt vom Motorrad. Das glänzende Lenkrad ist ein Unikat. Die polierte Nabe nahm Chris von einem 30er-Victor-Lenkrad und ließ sich ein Alurohr darum biegen. Die Seitenverkleidungen der Türen bestechen durch spiegelndes V2A-Blech.

Die Facts zu Chris' Golf I

Den größten Hinguckeffekt beschert dem Kaufmann im Einzelhandel immer noch der Scirocco-II-Motor. Weil der Motorraum überdurchschnittlich clean sein sollte, verbaute Chris eine Waagebalken-Bremse aus dem Escort Cosworth. Diese kann auf den Bremskraftverstärker verzichten, wird nur für den Rennsport angeboten und ist hierzulande nur noch zweimal in anderen Gölfen zu sehen.

Die Spritzwand wurde entfernt, alle Kabel und Leitungen unsichtbar in den Radläufen verlegt. Am Motor selbst wurden alle Teile verchromt. Die offenen Trichter des Weber-Doppelvergasers schreien förmlich nach Luft. Vergrößerte Kanäle, ein geplanter Kopf, polierte Ventile und zwei Schrick-Nockenwellen hauchen dem Motor 180 PS ein. Ein Zusatzölkühler und ein Rennlüfter wachen über die Temperatur.

Damit der Golf auch weiterhin der Ehre würdig bleibt, wird er nächstes Jahr mit geglätteten und in Wagenfarbe lackierten Radkästen samt Unterboden auftauchen. Über alles Weitere schweigt Chris noch.

Autor: Sebastian Schulz

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