VW Golf I von Robert Lehner

VW Golf I von Robert Lehner VW Golf I von Robert Lehner

VW Golf I von Robert Lehner

— 13.10.2003

Chrom-Juwel

Wer den Golf von Robert betrachtet, sollte Vorsicht walten lassen: Bei so viel Glanz sind die Augen schnell überfordert.

Es glitzert wie im Tower of London

Wir sind es ja gewöhnt, dass die Autos, die wir fotografieren, in einem Top-Zustand sind. Egal, wie weit der Tag der Erstzulassung auch zurückliegen mag. Robert Lehners Golf ist mit Baujahr 1979 gerade mal zwei Jahre jünger als sein Halter und hat sich – sorry, Robert – dabei fast besser gehalten. Der Einser sieht aus wie neu. "Kein Wunder! Der Wagen war mittlerweile auch schon zweimal komplett zerlegt", sagt Robert stolz. Dabei blieb wohl keine Schraube unberührt. In jeder Ecke finden sich Modifikationen.

Die Liebe zum Detail strahlt dem Betrachter zum Beispiel aus dem Motorraum entgegen. Als Robert den Golf vor sieben Jahren kaufte, kostete das gute Stück gerade mal 4000 Mark – und sah auch danach aus. Der Motorraum war dunkel, trist und vom Alltagsbetrieb versifft. An diesen Zustand erinnert heute nichts mehr. Allein deshalb, weil der Original-Motor einem 1,8-Liter vom Scirocco II weichen musste.

Die Serienleistung des Triebwerks beträgt 139 PS. Da geht doch noch was, dachte sich Robert und bearbeitete den Zylinderkopf. Ein leichteres Schwungrad und eine geänderte Ölpumpe kamen hinzu und zu guter Letzt entschied sich der Bastler aus dem fränkischen Hilpoltstein für ein Dieselgetriebe "4 plus E". Die vier Fahrstufen plus "Spargang" (E steht für Economy) sorgen für eine kurze Übersetzung und guten Anzug. Im lang übersetzten Spargang dreht der weiße Einser schließlich zügig Richtung Top-Speed. Technisch standfest – optisch ein Augenschmaus. Es gibt an diesem Wolfsburger kaum ein Teil, das nicht poliert oder verchromt (oder beides) wurde. Vorn im Wagen glitzert es wie im Tower of London, wo die Kronjuwelen des britischen Empires schlummern. Kleine goldene Akzente werten das Arrangement zusätzlich auf.

"Spoiler haben hier nichts verloren"

Drücken wir die Motorhaube sanft ins Schloss und widmen uns der Karosserie: Beim Kauf des Golf trug dieser noch einen schwarzen Serienlack, der aufgrund seines Zustands jedem Betrachter das Fahrzeugalter entgegenschrie. Das neue strahlende Weiß, für das sich Robert entschied, wurde extra gemischt. Weiß ist eben nicht gleich Weiß. Gut leuchten muss es!

Spoiler findet man am Einser nicht. Die gehören da auch nicht hin, findet Robert. Lediglich kleinere Stoßstangen, Audi-Türgriffe und eine cleane Heckklappe zieren die blütenweiße Hülle. "Alles made by hand", wie Robert es ausdrückt.

"Made by PLS" sind die Felgen und tragen den Namen Hockenheim. In 8x13 Zoll und mit nachträglicher Veredelung (Stern verchromt, Schrauben vergoldet, Bett poliert) stecken sie bündig in den bearbeiteten Radhäusern. Das H&R-Gewinde sorgt für mächtig Tiefgang – laut Robert sind es 15 Zentimeter. Deshalb mussten die vorderen Radhäuser gezogen und die hinteren aufgeschweißt werden, sonst würden die 175er Fulda-Pneus schleifen.

Technische Daten im Überblick

Außen hui, und innen … noch mehr hui! Vom Interieur wie im Lehner-Golf konnte man 1979 nur träumen. Playstation und DVD-Player waren noch Science-Fiction. Die Doorboards entwarf und baute Robert selbst, ebenso die Mittelkonsole und den Kofferraum. Auch im Innenraum funkelt das Chrom. "Zum Glück gibt's Autos ohne Verfallsdatum", ist auf dem Aufkleber am Heck zu lesen. Wird dieser Spruch jemals auf dem neuen Golf V zu finden sein?

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