VW Golf II von Dietwin Scheepers

VW Golf II von Dietwin Scheepers

— 04.10.2006

Tierisch golfen

Natrlich knnte unsere kleine Einleitung mit der Erfolgsgeschichte des Golfs starten, oder aber mit der ewigen Rivalitt zwischen ihm und der Marke mit dem Blitz. Oder wie wre es mit dem Vergleich zwischen belgischen und deutschen Glfen? Nein, auch das tun wir an dieser Stelle nicht, sondern kommen direkt zur Sache.

Im Grunde genommen war es nur dem Zufall zu verdanken, dass wir das hier gezeigte Exemplar von Dietwin aus dem belgischen Bilzen vor die Kamera bekamen. Dietwin macht sich nmlich eigentlich nicht viel aus Treffen, und whrend unseres Fotoshootings hatten wir genug Gelegenheit, mit ihm ber seine Beweggrnde zu sprechen, warum er solch ein Fahrzeug fhrt und trotzdem nicht gerne im Rampenlicht steht.

Mit seinen 34 Jahren ist er natrlich auch kein Jungspund mehr, der es ntig hat, die Szene mit wilden Extremumbauten aufzumischen. Auch Flgeltren oder monstrse GFK-Schrzen sind ihm fremd. Fr ihn muss ein Golf auch noch als solcher zu erkennen sein. Und wie unsere Fotos zeigen: Es ist ihm gelungen.

Exterieur

Aufflligstes Merkmal an dem Zweier sind zweifelsohne die belederten Stostangen. Lange bevor der Trend zum Leder im Auenbereich ber den groen Teich nach Deutschland schwappte, machten sich die Belgier schon daran, neben den Standardpltzen wie Dach oder Motorhaube auch kleinere Flchen wie zum Beispiel Rckspiegel oder die hier gezeigten Stoleisten zu bekleben. Als gelungenen Kontrast zum beigen Farbton der Tierhaut mischte Dietwin einen Lackton an, der je nach Lichteinfall von Grn ber Grau ins Goldige berwechselt. Die genaue Zusammenstellung wollte er uns allerdings nicht verraten.

Diese Stoßstange zeigt: Leder macht sich nicht nur im Innenraum gut.

Auf jeden Fall ist es mal etwas anderes, als immer nur Airbrushpaintings oder grelle House-of-Color-Lacke.

Doch bevor der Lackierer ans Werk durfte, hatte der Belgier noch gengend Vorarbeit zu leisten. Erst einmal hie es, die Radlufe geschickt in Blech zu weiten und smtliche Verbreiterungen, die vorher in schndem Plastik dastanden, zu fllen und zu verspachteln. Ebenfalls die originale Golflippe wurde fein suberlich geglttet und mit der originalen Frontschrze verbunden. Aber jede Arbeit wurde so ausgefhrt, dass man immer noch den cleanen und dezenten Vorstellungen treu blieb, die ja im Vordergrund des Umbaus standen. Am Heck entschied man sich fr einen dezenten Heckdiffusor aus dem Hause Dietrich. Fr die Seitenschweller wurde dann Rieger als Lieferant ausgewhlt. F1 Spiegel und Einarmscheibenwischer seien hier nur am Rande erwhnt.

Interieur

Bevor wir zum Innenraum kommen, eins vorweg: Selten haben wir einen so sauberen und fehlerfrei verarbeiteten Wagen von innen gesehen. Kein Staubkorn oder Fleck trbte das Interieur, und unser Fotograf hatte fast Hemmungen, sich fr die Fotos ber die beige Landschaft zu beugen. Hier hat Dietwin es geschafft, der Originallinie des Golf treu zu bleiben und trotzdem ein Highlight nach dem anderen zu setzen. Der Fuboden besticht durch einen etwas dunkler gehaltenen Farbton mit in Beige abgesteppten Fumatten. Der beige Ton der Armaturenbrettunterseite wird perfekt auf Sitzen, Schaltknauf und Lenkrad wiederholt.

Der Heckausbau des Golf: Subwoofer und Endstufen sind in weiches Leder gebettet.

Die Trverkleidungen wurden in Polyester gecleant, um dann den Trgriff samt ffner in Lederakzenten zu bekleben. Selbst die Fensterkurbeln wurden nicht verschont. Selbstredend, dass Dachhimmel inklusive Sonnenblenden und dessen Sulen auch ein Stckchen Tierhaut abbekamen.

Ein klein bisschen technische Spielerei konnte Dietwin sich dann aber doch nicht verkneifen. Auch bei ihm sind DVD-Player und TFT-Bildschirm mit an Bord, natrlich diskret in der Mittelkonsole verbaut und mehr der Unterhaltung dienend als dem Showzweck. Beim HiFi-Bereich vertraut er einer Sony-Headunit und einem Hertz-Composet fr die vorderen Tren. Aber auch der Kofferraumausbau kann sich sehen lassen. Selbstverstndlich finden wir auch hier Leder im berfluss. Fein suberlich sind die beiden Audison-Endstufen und die beiden Hertz-Woofer verbaut worden. Den Rearfill bernimmt obendrein noch ein weiteres Composet, ebenfalls von Hertz.

Chassis

Wenden wir uns ein letztes Mal dem ueren des Wagens zu. Neben den zahlreichen Detailarbeiten stechen natrlich sofort die Schmidt TH Line Felgen in der Gre 16 Zoll ins Auge. Zweiteilig mussten sie sein, das war Dietwins einzige Bedingung, als er Steve, einen befreundeten Felgenhndler, besuchte. An der Vorderachse wurden acht Zoll breite Rundlinge montiert, whrend man hinten sogar auf 8,5 Zoll breite Rder zurckgriff. Rundum sind die Prachtstcke mit 195/40er-Dunlops bespannt. Ein Gewindefahrwerk von VMax legte den Golf auf Wunschhhe. Motormig steht Dietwin seinen belgischen Tunerkollegen in nix nach. bermig Leistung muss die Fuhre nicht haben. Schn soll sie aussehen. Die 129 Pferdchen unter der Motorhaube reichen aber auch vllig fr solch ein Fahrzeug aus, denn eins wird Besitzer Dietwin damit sicherlich nicht: im Rampenlicht der Rennszene stehen.

Autor: Roger Kieffer

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