VW Golf III von Danny Ruhe

VW Golf III von Danny Ruhe

— 11.05.2007

Ruhe vor dem Sturm

Danny Ruhe wollte eigentlich selbige haben. Deshalb kaufte er sich im Jahr 2000 ein komfortables Alltagsfahrzeug einen 94er Golf VR6 Highline. Einigen Freunden war das Fahrzeug viel zu normal, aber das strte den gelernten Karosseriebauer zunchst nicht. Ganz im Gegensatz zu den Aktivitten, die Vterchen Rost unter dem Lack entwickelte.

Horst Schlmmer, der von Hape Kerkeling verkrperte Reporter, ntigte krzlich in seiner ihm eigenen Art einen Schrotthndler zu der Aussage, dass Volkswagen nicht rosten. Betrachtet man den einen oder anderen Golf III, wird klar, warum dem Autoverwerter entsprechende Worte so schwer ber die Lippen gingen. Wer seinen Dreier also fr die Ewigkeit erhalten mchte, tut gut daran, faule Stellen groflchig auszuschneiden und neues Blech auf Sto einzusetzen. Exakt das machte Danny Ruhe auch als es darum ging, verchromte Audi-A6-Trgriffe und eine Mercedes-CLK-Kennzeichenmulde einzusetzen sowie die Motorhaube zwecks bsen Blicks zu verlngern. Die alten Augen wurden durch Klarglasscheinwerfer von Hella ersetzt. Dazwischen ziert ein emblemloser Bonrath-Grill die finstere Mine.

Zierat aus dem Honda-Regal

Fernöstliche Einflüsse: Tankdeckel einer Honda CBR.

Eine weitere Zierde stellt der von einer Honda CBR stammende Tankdeckel dar, dem man mittels vergoldeter Schrauben in der aufwendig modifizierten Seitenwand befestigte. Im Zuge der Instandsetzung gingen die Radlufe etwas in die Breite. Aber waren sie schon breit genug? Um dies festzustellen, wurde zunchst ein Weitec-Gewindefahrwerk installiert. Nach Erreichen der gewnschten Tiefe zeigte sich, dass ber den Antriebswellen noch karosserietechnische Eingriffe ntig waren. Darber hinaus galt es, besagte Antriebswellen zu krzen. Anschlieend konnten Toyo-Reifen der Formate 215/45-16 und 225/40-16 auf neun und zehn Zoll breiten S1-Edition-Alus in die Radhuser einziehen.

Die Stofnger passte Danny Ruhe nicht nur dem genderten Blech an; er glttete auch ihre Oberflchen vollkommen. Noch war es zu frh, zur Spritzpistole zu greifen, denn das Konzept sah auch einen cleanen Motorraum vor. Also schickte man den Sechszylinder zusammen mit dem Getriebe fr ein paar Tage auf eine Schnheitsfarm, whrend in seinen vier Wnden die Flex tobte. Es folgte die Vorbereitung smtlicher Oberflchen zur Lackierung. Fr das daraufhin entstandene Kunstwerk in drei Farbtnen zeichnet der Fahrzeughalter ebenfalls ganz alleine verantwortlich! Die berholung des Motors erledigte ein Freund namens Daniel Gro, der nicht nur smtliche Verschleiteile und Dichtungen erneuerte. Er berarbeitete auch den Zylinderkopf, wobei alle Kanle keineswegs aus optischen Grnden eine glanzspendende Abreibung erfuhren. Mit ein Grund, dass sich auf dem Prfstand 200,2 PS messen lieen. Was auch auf das Konto des offenen FK-Luftfilters und der Supersprint-Gruppe-A-Auspuffanlage mit Fcherkrmmer geht.

Geiz ist nicht geil: verchromter Ventildeckel, vergoldete Schrauben.

Um den Motorraum mglichst leer aussehen zu lassen, hatte der serienmige Lfter hinter dem Khler zu verschwinden. Stattdessen hielten zwei flache Spal-Ventilatoren davor Einzug. Die Erklrung fr das Entfallen der Klimaanlage ist ganz einfach: Wer schn sein will, muss leiden! Also kam es auch nicht mehr wirklich darauf an, alle Schrauben 24-kartig vergolden und Getriebegehuse sowie Zylinderkopfabdeckung verchromen zu lassen. Was dem Triebwerk recht war, sollte den Insassen des Golfs billig sein! Daher lie Danny Ruhe Recaro-Sitze vom Colour Concept, die Rckbank und das Armaturenbrett mit beigefarbenem Benz-Leder beziehen. Auch die Sonnenblenden bekamen etwas vom edlen Material ab. Zuerst aber mussten sie ein wenig Federn lassen, um sich auf diese Weise dem Wiechers-Kfig anzupassen. So wollte es der TV. Wo Wolfsburger Fliebandarbeiter einst ein Radio verbauten, steht heute ein Sieben-Zoll-Monitor.

Die neue DVD-Headunit Marke Sharp residiert einen Stock tiefer in der Mittelkonsole. Ihre Bildsignale lassen sich auch auf die beiden Monitore im Kofferraum bertragen. Sie schweben in einer Konstruktion aus Holz und GFK ber dem Gepckabteil, das auch zwei 28er-Subwoofer von Rockford Fosgate und eine 1000 Watt leistende Pioneer-Endstufe beherbergt. Der Ausbau trgt seinen Namen zu Recht, denn er lsst sich ganz schnell ausbauen entweder um Koffer zu transportieren oder um den Weg frei zu machen zum in seiner Ursprungsform erhalten gebliebenen Reserverad. Whrend des vergangenen Winters wurde die Multimedia-Anlage erweitert und komplett neu gestaltet. Beim Saisonauftakt am Wrthersee soll das Ganze vorzeigbar sein. Im Moment ist also noch Ruhe. Der Sturm auf die Pokale wird aber ohne Zweifel in den nchsten Tagen einsetzen!

Autor: Helmut Horn

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